Testbericht

Fehlalarme, Ressourcen und Leistung

Vorsicht Fehlalarm

Ein leidiges Thema sind auch Fehlalarme. In den letzten Jahren haben die AV-Entwickler die Erkennung unbekannter Viren (Heuristik) sehr empfindlich eingestellt. Auch die Überwachungssysteme (HIPS, also Host Intrusion Prevention System) und Firewalls schlugen gerne mal unnütz Alarm.

© Archiv

Die Benutzeroberfläche von BitDefender passt sich in drei Stufen an die Benutzer an - hier die Variante für Normalanwender.

Hier hat sich die Situation deutlich verbessert: Im gesamten Testfeld schlugen nur zwei Produkte fälschlich Alarm. Panda Security stufte zwei unschuldige Dateien als Viren ein, Trend Micro 4 (von rund 20 000). Auch die lästigen Firewall-Meldungen wie "Darf das Programm hscpp.exe ins Internet" waren eher selten.

Viele Hersteller liefern per Online-Update eine Whitelist aus, die etwa Browser wie Firefox ohne Nachfrage freischaltet. Insgesamt erwiesen sich die Schutzprogramme weniger nervig als im letzten Jahr. Zudem bieten viele einen Spielemodus oder Silent Mode, der Systemmeldungen meistens völlig unterdrückt.

Speicherverbrauch

Eine kritische Größe ist der Verbrauch an Arbeitsspeicher. Dass ein PC spürbar langsamer wird, liegt nämlich meistens nicht an der CPU-Belastung durch den Virenwächter. Vielmehr zwingt der belegte Arbeitsspeicher Windows dazu, Daten auf die langsame Festplatte auszulagern (in pagefile.sys).

Im Test haben wir mit dem Tool Process Explorer von Microsoft (www.sysinternals.com) deshalb den Speicherverbrauch gemessen (siehe Tabelle). Im Ruhezustand, also wenn keine Programme gestartet oder Dokumente geöffnet werden, genehmigen sich manche Virenscanner über 100 MByte. Üblich sind aber Werte um die 50 MByte, teilweise sogar unter 10 MByte wie bei Panda Security oder Norton.

Muss der Virenwächter im Hintergrund Dateien prüfen, erhöht sich der Speicherbedarf aber sprunghaft. Dabei stellen die gemessenen Werte den schlimmsten Fall dar, also wenn Sie gleichzeitig Dateien kopieren, E-Mails abholen und mit dem Webbrowser surfen. Die sparsamsten Programme von Trend Micro und K7 Computing kommen mit 120 beziehungsweise 140 MByte aus. Alle anderen Kandidaten benötigen mindestens 200 MByte, einsamer Spitzenreiter ist Kaspersky mit 475 MByte.

In das Testergebnis haben wir den Speicherverbrauch nicht eingerechnet. Denn die Schlussfolgerungen hängen sehr stark von der PC-Ausstattung ab. Wer 4 GByte RAM (oder mehr unter 64-Bit-Windows) vorweisen kann, wird den Speicherhunger kaum spüren. Auf einem Netbook oder einem älteren PC mit 1 GByte Arbeitsspeicher sind dagegen schon 200 MByte deutlich spürbar.

AVG Avira Bit Defender Fsecure GData K7 Kaspersky McAfee MSE Norman Norton Panda Security PC Tools Trend Micro
Ruhewert 2009 (MByte) 58,3 30,5 46,5 70,7 197,5 - 27,1 74,3 - 127,4 7,5 207 32,3 63
Ruhewert 2010 (MByte) 63,7 69,1 10,6 40,7 33 21,3 13,5 122,2 125,1 185,9 9,9 5,4 34,7 54,6
Maximalwert 2009 (MByte) 184 192,8 226,5 197,6 304,1 - 139,5 297,6 - 318,5 122,4 374,4 211,7 132,6
Maximalwert 2010 (MByte) 259,9 244,5 219,1 408,3 384 139,3 476,6 309,2 211,5 284,3 309,2 291,5 197,6 116,1

Leistungseinbußen

Natürlich verbrauchen die Antivirenprogramme im Hintergrund auch Rechenleistung. Um herauszufinden, wie groß der negative Einfluss tatsächlich ist, haben wir die Laufzeit für Alltagsaufgaben wie das Kopieren von Dateien, Öffnen von Word-Dokumenten oder das Installieren von Programmen gemessen.

Je nach Aufgabe sind Verzögerungen zwischen 10 und mehr als 100 Prozent üblich. Dabei sollten Sie aber immer bedenken, wie oft man am Tag tatsächlich Programme startet oder Dokumente öffnet. Meistens macht das nämlich nur einen kleinen Teil aus. Wer einen Text tippt oder eine Webseite durchliest, merkt nichts vom Virenscanner.

Beim Öffnen von Word-Dokumenten fallen K7 mit über 300 statt 11 Sekunden und Microsoft Security Essentials mit 72 Sekunden aus der Reihe. Beide nutzen die Antivirenschnittstelle in Microsoft Office, die offensichtlich sehr langsam ist.

Hersteller/Produkt Internet Security Pro 2010 K7 Total Security 10.0 PC Tools Internet-Security 2010 AVG Internet Security 9.0 McAfee Internet Security 2010 Norman Security Suite 7.3 Microsoft Security Essentials 1.0
Preis (1 Jahr Update) 59,95 Euro 19,95 Euro 49,95 Euro 38,95 Euro 59,95 Euro 49 Euro kostenlos
Anzahl Lizenzen 3 3 3 1 1 1 1
Internet www.trendmicro.de www.k7computing.com www.pctools.de www.avg.de www.mcafee.de www.norman.de www.microsoft.de
Betriebssystem Windows XP, Vista, 7 (32/64 Bit) Windows 2000, XP (SP2), Vista, 7 (32/64 Bit) 0 2000, XP, Vista, 7 (alle 32/64 Bit) 2000 (SP4), XP (SP1), Vista, 7 (32/64 Bit) 2000 (SP4), XP, Vista, 7 (32, tw. 64 Bit) Windows XP, Vista, 7 (32/64 Bit)
Ranking im Testfeld 7. Platz 9. Platz 9. Platz 11. Platz 12. Platz 13. Platz -
Gesamtwertung gut (84) gut (81) gut (81) gut (80) gut (78) gut (71) ohne Wertung
Preis/Leistung befriedigend sehr gut gut befriedigend mangelhaft mangelhaft ohne Wertung
Virenschutz/Funktionen
Virenscanner/-wächter ✔/✔ ✔/✔ ✔/✔ ✔/✔ ✔/✔ ✔/✔ ✔/✔
HIPS-Funktionen - -
Browser-Sandbox - - - - - - -
Cloud-Features - Download-Scanner - - -
Scan-Beschleuniger - - - - - - -
E-Mail-Scanner POP3/IMAP ✔/- ✔/- ✔/- ✔/✔ ✔/- ✔/- -/-
Browserfilter (HTTP-Scanner) - - - - - -
Browser-Plug-in (IPS) - - IE - - - -
Bootfähige Notfall-CD
Boot-CD/Online-/Lokal-Update -/-/- -/-/- ✔/✔/✔ -/-/- -/-/- -/-/- -/-/-
Boot-CD prüft FAT32/NTFS -/- -/- ✔/✔ -/- -/- -/- -/-
Brennfunktion für Boot-CD - - - - - - -
Sonstige Funktionen
Firewall -
Spamfilter -
Plug-in für E-Mail-Clients Outlook Outlook Thunderbird, Outlook Outlook, The Bat! Thunderbird Outlook -
URL-Blocker (Phishing) ✔ (IE, Firefox) ✔ (IE) ✔ (IE, Firefox) ✔ (IE, Firefox) - -
URL-Blocker (Malware) ✔ (IE, Firefox) ✔ (IE) ✔ (IE, Firefox) ✔ (IE, Firefox) - -
Linkchecker in Suchergebnissen - ✔ (IE, Firefox) - -
Kindersich.: Kategorienfilter - - - -
Kindersicherung: Sperrzeiten - - - - -
WLAN-Überwachung - - - - - -
Gruppenverwaltung im LAN - - - - -
Check Windows-Sicherheitslücken - (optional) - - - -
Passwortverwaltung - - - - - -
Spielemodus - - -
Lokales Backup - - - - - -
Online-Backup (Platz) - - - - - - -
Bemerkung Remote File Lock, Mobile Security für PDAs/Handys enthalten - - Durch Module erweiterbar Autostartmanager, Prozess- und LAN-Anzeige Dateishredder, Surfspurenlöscher Bildschirmschoner-Scanner, Newsgroup-Scanner -
Bedienung
Remote-Support - - - - - - -
Sicherheitskopie vor Reinigung - -
Passwortschutz für Optionen - - - - -
Verdächtige Dateien einsenden - - - - -

Um die Prüfgeschwindigkeit zu erhöhen setzen manche Antivirenprogramme raffinierte Techniken ein. AVG, BitDefender, GData und Kaspersky speichern in einer Datenbank, welche Dateien bereits geprüft und als sauber eingestuft wurden. Diese werden beim nächsten Zugriff nicht mehr mit dem Virenscanner geprüft, sondern nur eine Prüfsumme mit dem Datenbankeintrag verglichen.

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