Testbericht

Fazit

14.12.2011 von Michael Jansen und Andreas Frank

ca. 3:20 Min
Testbericht
  1. Loewe Individual-Set im Test
  2. Fazit

Individual Design

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Der Bass-Kubus beherbergt auch die passenden Endstufen für die fünf Satelliten.
© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller

In puncto Design hat der Kunde die Qual der Wahl. Nicht umsonst heißt die Serie Individual: Von Ebenholz bis Chrom gerippt gibt es serienmäßig sieben unterschiedliche Design-Varianten. Sonderwünsche werden auf Anfrage aber ebenso erfüllt. So lässt sich das Loewe-Set bestens in das vohandene Ambiente integrieren.

Vor dem Hörtest mussten zunächst alle vier Elektrostaten ans Netz. Die mitgelieferten Steckernetzteile sind mit ausreichend langem Kabel versehen, so dass eine Steckdose immer erreichbar sein sollte. Typisch Loewe: Die Technik soll so wenig wie möglich sichtbar sein. Also werden das Kabel für die Stromversorgung der Folie und das Lautsprecherkabel von unten im Lautsprecherfuß eingesteckt.

Das meiste Gewicht der Stand-Speaker SL steckt im Fuß und sorgt somit für die nötige Standfestigkeit. Die nötigen Einstellungen wie Übergangsfrequenz und Pegelverhältnis von Bass zu Satelliten werden am Subwoofer vorgenommen.

Ein zusätzlicher Regler erlaubt, den Bassbereich unterhalb 50 Hertz um plus/minus drei Dezibel anzuheben oder abzusenken. Das ist sinnvoll, weil - allein abhängig von der Positionierung im Raum - der Tieftonbereich sehr unterschiedlich betont sein kann. Eine Eckaufstellung des Subwoofers erfordert etwa eine Pegelabsenkung, eine wandferne Positionierung eine Anhebung.

Auch die Aufstellung der Elektrostaten sollte mit Bedacht gewählt werden. Durch die starke Bündelung des Klangs empfiehlt sich eine direkt Ausrichtung zum Hörplatz. Man beachte: Es gibt einen linken und einen rechten Stand-Speaker SL, weil die Segmentierung der Membran eine bevorzugte Abstrahlrichtung mit sich bringt.

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Neben einem 12-Volt-Eingang, dessen Signal auf Hochspannung gebracht an der Folie anliegt, gibt es zudem den Eingang für das Musiksignal.
© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller

Dank des Dipolcharakters dürfen die Stand-Speaker SL bei Bedarf relativ nahe an der Seitenwand stehen, weil sie seitlich fast keinen Schall abstrahlen und mithin auch keine störenden frühen Reflexionen. Die relativ starke Bündelung hat gerade für moderne Wohnräume mit wenig absobierenden Materialien Vorteile.

Selbst eine entfernte Aufstellung zum Hörplatz garantiert, dass der Primärschall ohne störende Überlagerungen der Reflexionen den Hörer erreicht und so die Abbildung klar umrissen bleibt.

Auf den Punkt

Und genau das ist es, was im Hörtest zuerst auffällt. Das Musikgeschehen wird "auf den Punkt" abgebildet. Solostimmen, die üblicherweise genau mittig abgemischt werden, sind über die Stand-Speaker SL auch genau mittig platziert. Die Abbildungsqualität ist sensationell: Jedes Detail inklusive der Mundbewegungen etwa der Sängerin Carol Kidd lässt sich orten.

Die Feinauflösung gehört zum Besten, was es gibt. Das feine Zischeln eines Besens auf dem Becken oder das Gleiten der Finger auf den Bass-saiten - alles wirkt authentisch und nicht künstlich durch eine Präsenzbetonung aufgepeppt.

Die Kehrseite der Medaille: Eine tonal leicht mittenbetonte Abstimmung trübt den Genuss ein wenig. Stimmen bekommen so eine leichte Färbung mit auf den Weg. Zwar sind damit auch feinste Nuancen hörbar, doch sind die Stimmen von Patricia Barber oder Diana Krall auch etwas vordergründig.

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Für tonale Ausgewogenheit müssen großflächige Breitband-Lautsprecher wie Elektrostaten genau auf den Hörplatz ausgerichtet werden.
© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller

Die Tiefenstaffelung ist ebenfalls exzellent. Man kann selbst einzelne Chorstimmen gut differenzieren und die Raumdimensionen einer Live-Einspielung bestens abschätzen.

Fühlt man dem Set jedoch mal im Stereo-Modus auf den Zahn, lässt also schwere Kost wie etwa den E-Bass von Peter Weniger auf das Set los, so bekommt man auch die Grenzen zu spüren. Der Subwoofer wirkt dann weniger differenziert und die Membranen der Elektrostaten finden auch ihren maximalen Hub. Zugegebenermaßen ist diese Aufnahme ein Extrem in Sachen Tiefendruck und Belastbarkeit der mitspielenden Komponenten.

Bei Wenigers Half-Life beeindruckt aber nicht nur der E-Bass, sondern auch die klaren Aufnahmen der Perkussion und des Saxofons. Mit Bravour können die Loewe-Folien die ganz eigenen akustischen Fingerabdrücke dieser Instrumente wiedergeben. Mit welcher Leichtigkeit sie das machen, ist schon beeindruckend.

Diese Auflösung auch feinster Details lässt das Set so mühelos wirken. Im Surround-Modus fasziniert vor allem die authentische Klangkulisse rundum. Gerade die offensichtlich nebensächlichen Geräusche vermitteln mehr als alles andere den Eindruck, in das Geschehen mit hineingezogen zu werden.

Ein Beispiel ist die Parkhaus-Szene in The Dark Knight: Der hallige Charakter wird sehr realistisch wiedergegeben. Der Center fügt sich gut in das Ganze ein, obwohl er seinen eigenen Klangcharakter hat.

In Sachen Maximalpegel spielt das Set dank sechs beteiligter Schallquellen - im Gegensatz zum 2.1-Modus - auf hohem Niveau. Mehr braucht man eigentlich nicht, selbst wenn Action-Spektakel im heimischen Wohnzimmer gezeigt werden sollen.

Fazit

Loewe-Komponenten waren schon immer "Must Haves". Das eigentlich Faszinierende an Loewe ist, dass zwar die perfekte Optik klar im Vordergrund steht, doch auch die Technik kann mithalten. Dem Set mit Elektrostaten rundum gelingt die Abbildungspräzision in Stereo oder eine authentische Heimkino-Atmosphäre unvergleichlich gut.

Da kann man auch gerne über leichte tonale Schwächen und reduzierten Maximalpegel hinweghören. Der einzige Wermutstropfen ist der Preis.

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