China-Kracher

Fazit

8.8.2011 von Volker Straßburg und Roland Seibt

ca. 3:45 Min
Testbericht
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  1. Hisense LTDN32K26SEU
  2. Fazit

Attraktive Preise

Unterm Strich bieten die Newcomer derzeit vor allem Einstiegsprodukte zum kleinen Preis an. Changhong betrachtet sich derzeit als Zweitgeräte-Anbieter. Technikfeuerwerke stehen erst noch bevor; die chinesischen Hersteller eignen sich ihr Wissen nach und nach an.

So stehen ein Internet-Zugang und erweiterte Netzwerkfunktionen zwar auf der Agenda, die Technologien werden derzeit aber erst entwickelt. Wie hoch das Innovationstempo ist, wird bereits die IFA zeigen: Die drei Marktpioniere wollen dort alle ihre neuesten Produkte vorstellen.

Positiv: Wer einen chinesischen Fernseher kauft, braucht den Reklamationsfall nicht zu fürchten. Im Garantiefall holen die drei Firmen das Gerät sogar kostenlos beim Kunden ?ab. Sind die üblichen zwei Jahre verstrichen, holt Haier die TVs für derzeit 40 Euro immer noch ab, während sich bei Changhong und Hisense Reparaturen über die gewohnten Reparatur-Annahmestellen in Auftrag geben lassen.

Die Kontaktaufnahme gestaltet Haier allerdings etwas unkomfortabel: Wer den Reklamationsgrund am Telefon schildern möchte, zahlt 14 Cent pro Minute. Kostenlos ist lediglich der E-Mail-Verkehr. Die beiden Konkurrenten haben dagegen gebührenfreie Telefon-Hotlines in petto.

Um die Produkte auch für Fachhandelsgeschäfte attraktiv zu machen, bieten fast alle TV-Hersteller inzwischen spezielle Sondermodelle an. Hisense hat diesen Weg ebenfalls eingeschlagen und beliefert Geschäfte der EP-Handelskooperation (ElectronicPartner). Eines dieser Exklusivmodelle hat Video-HomeVision zum Test erhalten.

HiSense-TV im ersten Test

Der LTDN32K26SEU ist mit 80 cm Bilddiagonale (32 Zoll) das kleinste Modell einer Reihe von Geräten, die Hisense für die ElectronicPartner entwickelt. Die Palette reicht von 32 über 40 bis zu 46 Zoll, technisch wird das Top-Modell sogar 3D, 100 Hz und USB-Aufnahme bieten. Leider war es für einen Test noch zu früh.

Dafür konnte der Einsteiger mit Features aufwarten, die man zunächst nicht erwartet hat. Die europäischen, speziell deutschen TV-Anforderungen heben sich nämlich in einigen Aspekten vom Weltmarkt ab, und global denkende Unternehmen, die dazu noch möglichst preiswerte TV-Geräte entwickeln, können selten auf spezifische Wünsche eingehen.

Einer diese Wünsche: der HD-Satelliten-Tuner, ohne den ein guter Fernseher nicht mehr auskommen muss. Darüber hinaus kann die Anzahl an Eingängen nicht groß genug sein.

Was Empfangsmodule und HDMI-Eingänge betrifft, scheint der Hisense-Fernseher sich keine Blöße zu geben; ein CI-Plus-Slot sorgt sogar für die Entschlüsselung betreffender Pay-TV-Kanäle. Hier ist numerisch alles am Puls des Verbrauchers.

In der Praxis zeigen sich jedoch Schwächen bei der Bedienung, die allerdings auch manche A-Marke aufweist. Für einen interessierten Nutzer ist die Konfiguration der Satellitenschüssel einfach, der automatische Suchlauf sortiert die Stationen immerhin alphabetisch. Um zumindest die wichtigsten 50 Kanäle dann aber in die persönlich bevorzugte Reihenfolge zu bekommen und den Favoritenlisten zuordnen zu können, braucht man viel Geduld.

Ein neuer Suchlauf, und alles ist verloren; ebenso, wenn man die Empfangsart ändert (etwa Sat zu DVB-T). Da kann man von Glück reden, dass der Vertrieb des Geräts über geschulte EP-Händler erfolgt, die ein spezielles Tool für die Installation der Senderlisten bekommen sollen.

Hat der Nutzer die Installation geschafft, ist der China-TV kaum von japanischen, koreanischen und einigen deutschen Modellen zu unterscheiden. Die Menüs zur Bedienung des Geräts sind fast klassisch aufgebaut, aber durch Icons aufgefrischt und gut lesbar. Der Umfang der Einstellungen beschränkt sich auf das absolut Wesentliche und vor allem Verständliche.

Mit der Fernbedienung muss man allerdings schon recht genau auf den Sensor zielen. Die Umschaltzeiten zwischen den Stationen sind akzeptabel, ein schneller Zapper ist der Hisense nicht. Infos zum aktuellen Programm und der Programmführer sind unverzichtbar und wurden ordentlich gelöst.

Als ergänzende Multimedia-Option bietet Hisense die Wiedergabe von USB-Medien an, jedoch liefen viele Dateien unserer Standardtests noch nicht einwandfrei. Über die Unterstützung von Codecs und Containern in der finalen Serienversion haben wir keine Informationen erhalten. HbbTV und Smart TV, also Internet-Portale, sind ebenso wie Netzwerk-Streaming auch bei den großen Brüdern nicht vorgesehen.

In puncto Bildqualität schlägt sich der Hisense mit seiner Rand-LED-Hinterleuchtung gut, sticht aber nicht hervor. Nach kurzer Abstimmung in unserem Labor waren die Farben stimmig und der Kontrast hochwertig. Die Schärfe muss man stark zurücknehmen, um Bildfehler zu unterdrücken, die der hartkantige Tuner sonst hinterlässt. Da hilft auch der Rauschfilter kaum.

Echte Mankos sind die fehlende manuelle Einstellung der Hintergrundhelligkeit, die abends Strom sparen und den Schwarzwert verbessern könnte, und im Blu-ray-Betrieb der Verzicht auf eine 24p-Kinodarstellung ohne Pulldown. Dies ist wohl dem 50/ 60-Hz-Panel anzukreiden, das sich zudem bei Schwenks zäh und verwaschen zeigt - gut sichtbar bei den öffentlich-rechtlichen HD-Sendern, die mit 50 Vollbildern arbeiten.

Feintuning im Video-Labor

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Ende Juni besuchte uns Ocean Wang (Bild rechts) aus der Deutschland-Zentrale von Hisense in Düsseldorf.
© Video Homevision

Ende Juni besuchte uns Ocean Wang (Bild rechts) aus der Deutschland-Zentrale von Hisense in Düsseldorf. Der technische Manager brachte das erste Vorserienmuster des LTDN32K26SEU mit und fragte nach unserer Meinung.

Schon nach kurzen Messläufen haben wir die etwas zu hohe Farbtemperatur erkannt und die Möglichkeit vermisst, sie abzugleichen. Nur ein paar Eingriffe in das geheime Fabrikmenü, und siehe da: Farbtemperatur und Gammakurve waren vorbildlich. Herr Wang versprach uns, dass diese neuen Vorgaben in die Serienfertigung einfließen.

Fazit

Mit dem LTDN32K26SEU gelingt Hisense ein guter Einstieg in den deutschen Markt. Ein Fernsehgerät ohne Schnickschnack, an das man wegen seines geringen Marktpreises keine Profi-Anforderungen stellen darf.

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