Externe Soundkarte

EPOS | SENNHEISER GSX 300: Starker Sound für 80 Euro

Wer dem Onboard-Sound Beine machen will, kauft eine externe Soundkarte. Die EPOS | SENNHEISER GSX 300 ist neu und könnte sich lohnen. Ein Praxis-Test.

© Epos | Sennheiser

EPOS | SENNHEISER GSX 300: Auf das Wesentliche beschränkt und mit guter Performance, dennoch hätten wir uns mehr Freiheiten für den Funktionsknopf gewünscht.

Pro

  • Klang
  • Design
  • Einrichtung

Contra

  • Software + Funktionen

Fazit

Ein schlicht wirkendes Gadget, das hörbar besseren Kopfhörer- und Lautsprecher-Sound als das Mainboard bringt. Nicht mehr und nicht weniger.
Gut

Soundkarten und auch externe Soundkarten bedienen eine relativ kleine Nische. In Zeiten von USB-Gaming-Headsets, die am besten neben PC auch mit PS4 oder Xbox One kompatibel sein sollen, ist das verständlich. Für die Video- bzw. Telefonkonferenz mit Skype oder Zoom ist die Soundqualität des Onboard-Mikrofoneingangs meist mehr als ausreichend. Probleme gibt es dann eher, wenn jemand trotz vorhandenem Headset seine Webcam wieder den Ton aufzeichnen lässt; oder nebenbei Youtube und Netflix in HD oder gar 4K über eine 16-Mbit-Leitung und schwächer gestreamt werden muss.

Auf der anderen Seite des Extrems sind Professionelle oder Heimkino- und Musik-Fanatiker, die einen Rechner an den Stereo-Vollverstärker, den AV-Receiver oder gleich eine ausgewachsene Studioausrüstung klemmen, ausgestattet meist mit Profi-Equipment, das der Durchschnittsnutzer wahrscheinlich nicht einmal als solches erkennen würde.

Dazwischen gibt es den anspruchsvollen Hörer, der viel Geld für Kopfhörer oder PC-Lautsprecher ausgibt und nicht mit dem flachen, schwachbrüstigen Sound des Mainboard-Chips vorliebnehmen will. Je nach Ohm-Zahl des Kopfhörers kann ein solcher Chip auf Maximallautstärke noch Gespräche in Zimmerlautstärke ermöglichen oder er zerreißt und verzerrt bei billigen PC-Headsets Spitzen im hohen und niedrigen Frequenzbereich. Ganz klar: Sound zum Abgewöhnen.

Dann machen externe Soundkarten eine gute Figur, vorausgesetzt: Sie setzen den Einstiegspreis nicht zu niedrig an und Ihr Kopfhörer gibt sich mit der Leistung zufrieden, die ein USB-Port liefert. An dieser Stelle möchte die EPOS | SENNHEISER GSX 300 ansetzen. Epos ist bislang bekannt für Profi-Kommunikationslösungen im Büro und hat nun die Gaming-Sparte von Sennheiser übernommen. Wir haben die Einsteigerlösung für externe Gaming-Soundkarten für einen Testbericht bekommen und berichten über unsere Erfahrungen aus der Praxis.

© Epos | Sennheiser

Die EPOS | SENNHEISER GSX 300 nimmt 3,5-mm-Kopfhörer und -Mikrofon separat auf. Dazu gibt es nur noch einen USB-Anschluss.

Die EPOS | SENNHEISER GSX 300 bietet auf der Frontseite einen Lautstärkeregler mit gutem Feedback und einem Funktionsknopf, mit dem Sie nach Installation der gar nicht so leicht zu findenden Epos Gaming Suite zwischen individuellen Einstellungen für 2.1- und virtuellem 7.1-Ton umschalten. Auf der Rückseite gibt es einen Micro-USB-Anschluss für die Datenübertragung und Ausgänge für Kopfhörer und Mikrofon. Soweit die schlichte, äußere Ausstattung.

Im Gegensatz zum gut doppelt so teuren Sennheiser GSX 1000 von 2017 - das vor allem mit einem treiberlosen Betrieb glänzt - gibt es keine Touchpad-Bedienung für Komfortfeatures wie Mikrofonverstärkung, Surround-Anpassung oder die Sound-Modi Musik, Film und eSports (höhen und mittenlastig, bzw. bassarm). Auch ein zusätzliches Lautsprecherpaar lässt sich nicht anschließen und bequem umschalten.

Dafür steht die EPOS | SENNHEISER GSX 300 rutschfest und sicher auf festem Grund. Ein Anschluss an einer Spielkonsole ist nicht vorgesehen, ein aktueller Windows-10-PC oder -Laptop macht dafür keine Probleme. Ohne Treiber ist die Soundkarte bis auf den Funktionsknopf voll einsatzbereit. Wer Software installiert, kann den Funktionsknopf mit ebenjener Umschaltmöglichkeit für 2.1 und 7.1 aktivieren - im Treiber ist alternativ voreingestellt, zwischen den Sound-Modi zu wechseln. Eingebaute LEDs der GSX 300 zeigen den Modus farblich an. Dazu nehmen Sie in der Gaming-Suite Equalizer-Einstellungen vor und optimieren die Mikrofonaufnahme – das war’s!

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Für den zusätzlichen Knopf hätten wir uns etwas mehr erhofft. Beispielsweise die Möglichkeit, das Mikrofon bei Bedarf stummzustellen oder den Sound an sich, wenn das Headset diese Funktionen nicht bietet. Manche Nutzer berichten in Rezensionen von aussetzenden USB-Verbindungen. Darunter hatten wir nicht zu leiden – das kann nämlich auch am aktuellen Windows Update im August 2020 liegen.

Vom Ton sind wir weniger enttäuscht. Musik erklingt mit passenden Kopfhörern druckvoll und klar aufgelöst, Gaming-Sessions lassen in Sachen Ortung (2.1 etwa bei eSports-Titeln) und Räumlichkeit (7.1 etwa bei Solo-Abenteuern) kaum etwas vermissen. Actionsequenzen in Filmen klingen weder übertrieben noch unglaubwürdig schwach. Kurzum: Die EPOS | SENNHEISER GSX 300 wird dem Namen Sennheiser in Sachen Ton gerecht. Schließen Sie jedoch nur Kopfhörer mit einem Widerstand bis maximal 150 Ohm an, sonst geht der Soundkarte schnell die Puste aus.

Fazit

Der mit einem Analog-Headset ausgestattete Gamer, der keine Lust mehr auf den schwachen Mainboard-Sound hat, findet mit dem EPOS | SENNHEISER GSX 300 ein gutes Einsteiger-Upgrade, das auch bei Musik und Filmen (natürlich ohne echten Surround-Sound) nicht enttäuscht. Schade ist, dass PS4 und Xbox One nicht gleichzeitig kompatibel sind - Abzüge gibt es dafür aber natürlich nicht. Stattdessen stört, dass trotz dedizidierter Software nur relativ wenige Funktionen für den zweiten Knopf enthalten sind, bzw. (für uns) dafür offensichtliche Belegungsmöglichkeiten nicht vorgesehen oder möglich sind. Dafür ist das Design schlicht gehalten und lässt die externe Soundkarte in verschiedenen Szenarien - nicht nur optisch - eine gute Figur machen.

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