Webcam für Content Creator

Elgato Facecam im Test: Knackscharfe Bilder

19.11.2021 von Alana Friedrichs

Die Elgato Facecam soll die "ultimative Webcam" für Content Creator sein. Bei fast 200 Euro sind unsere Erwartungen entsprechend hoch. Kann die Kamera im Praxistest abliefern?

ca. 3:05 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Die Elgato Facecam auf einem Stativ montiert
Die Elgato Facecam kann nicht nur auf der beiliegenden Halterung, sondern auch auf Stativen angebracht werden.
© Elgato
EUR 173,99
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Pro

  • knackscharfes Bild
  • sehr gute Performance in dunklen Räumen
  • Software mit vielen Einstellungsmöglichkeiten
  • schicke Optik

Contra

  • hoher Preis
  • Überbelichtung in hellen Umgebungen
  • kein Mikrofon

Fazit

Mit der Facecam bietet Elgato eine hochpreisige Webcam für knackscharfe Bilder, die besonders die anvisierten Content Creators schätzen dürften. Kleinere Probleme mit Überbelichtung lassen sich per optionaler Software beseitigen, wodurch die Facecam auch bei Farben und Belichtung überzeugen kann. Für den "Hausgebrauch" ist die Webcam jedoch nur bedingt geeignet.


Gut

Mit der Elgato Facecam will die Edel-Streaming-Marke den angestaubten Webcam-Markt ordentlich durcheinanderwirbeln. Als "die ultimative Webcam" bewirbt Elgato das Modell vollmundig auf der eigenen Webseite. Mit Full-HD-Auflösung und starker Hardware soll Content Creators eine professionelle Webcam mit tollem Bild zur Verfügung gestellt werden.

Neben der Hard- und Software ist allerdings auch der Preis ein starkes Stück. Rund 190 Euro verlangt Elgato aktuell für die Facecam. Ob sich dieses Investment für Content-Erstellende und möglicherweise auch für andere Personen lohnt, prüfen wir im folgenden Praxistest.

Elgato Facecam im Test: Design, Umfang und Aufbau

Auch wenn das bei einer Webcam eher Nebensache ist, fällt uns im Test bereits auf den ersten Blick das Aussehen der Facecam ins Auge. Das unauffällige, aber gefällige Design der Webcam macht direkt Laune, das Gerät auszuprobieren. Dabei ist die Facecam recht groß für eine Webcam. Das Gewicht hält sich aufgrund der Kunststoff-Verkleidung dennoch in Grenzen.

Neben der Webcam selbst legt Elgato im Lieferumfang eine Reihe weiterer Dinge bei. Da wäre etwa die Sensorabdeckung, die besonders auf Privatsphäre bedachten Nutzenden gefallen dürfte. In die selbe Kerbe schlägt auch, dass die Facecam über kein Mikrofon verfügt und so nicht einmal heimlich aufnehmen könnte, selbst wenn sie es denn wollte. Für die Zielgruppe dürfte der Verzicht kein großes Problem darstellen, setzen Content Creators doch meist auf dedizierte Mikrofon-Lösungen.

Auch eine Halterung befindet sich im Paket. Mit dieser lässt sich die Webcam an der Monitoroberseite anbringen, was auch bei breiteren Bildschirmen gut gelingt. Die Halterung kann entfernt werden, wodurch die Kamera per Gewinde an Stativen angebracht werden kann.

Ein verbauter Kühlkörper sorgt für niedrige Temperaturen. Selbst nach langem Gebrauch und mit viel bösem Willen kann man die Temperatur der Webcam stets maximal als "lauwarm" bezeichnen.

Die Einrichtung der Webcam erfolgt ohne große Schwierigkeiten. Wir verbinden das USB-C-auf-USB-A-Kabel, stecken das Kabel in einen USB-3-Slot unseres Rechners, klemmen die Kamera an die Bildschirmoberfläche, richten sie auf uns aus und starten eine Aufnahmesoftware unserer Wahl.

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Elgato Facecam im Test: Kamera und Bild

Im Inneren der Facecam verbaut Elgato einen Starvis CMOS-Sensor der Marke Sony sowie die hauseigene Elgato Prime Lens, eine Linse mit acht Vollglas-Objektiven, f/2,4-Blende und einer Brennweite von 24 mm. Durch diese lässt sich das aufgenommene Bild unkomprimiert mit einer Auflösung von bis zu 1080p bei einer Bildwiederholrate von 60 fps wiedergeben.

Das Bild der Facecam bietet dementsprechend stets ein knackscharfes Bild. Dabei fängt die Kamera dank des breiten Sichtwinkels von 82 Grad besonders weite Aufnahmen ein, bei sehr nahen Objekten ab rund 15 cm kommt es allerdings zu Unschärfen.

Autofokus und -belichtung können besonders in dunklen Räumen überzeugen. Wird es etwas heller, sind die Bilder leider etwas überbelichtet. Manuell lässt sich hier aber über die optionale Camera-Hub-Software vieles nachbearbeiten. Macht man sich diese Mühe und arbeitet sich etwas in die im Folgenden näher beschriebene Software ein, gibt es am Endergebnis nichts mehr zu meckern.

Produktfoto der Elgato Facecam
Bei der verbauten Elgato Prime Lens hjandelt es sich um eine Linse mit acht Vollglas-Objektiven.
© Elgato

Elgato Facecam im Test: Software, Einstellungen und Profil

Alle Vorteile der Elgato Facecam können Sie jedoch erst in Zusammenhang mit der kostenlosen Software Elgato Camera Hub ausspielen. Über diese bietet der Hersteller eine Reihe von Einstellungsmöglichkeiten, mit denen Sie die voreingestellten automatischen Werte anpassen.

Hier haben Sie die Möglichkeit, unter anderem Kontrast, Sättigung, Schärfe, Farbtemperatur, Verschlusszeit und Iso anzupassen. Damit fallen die Individualisierungs-Optionen hier deutlich vielfältiger als bei vielen Konkurrenzprodukten aus. Den oben erwähnten Problemen mit Überbelichtung machen Sie so ebenfall den Garaus.

Die Einstellungen, welche Sie im Camera Hub auswählen, werden auf der Webcam direkt gespeichert. Denn die Elgato Facecam bietet einen internen Speicher, um Optionen rechnerunabhängig abrufen zu können. Somit ist ein Wechsel zwischen mehreren Computern kein Problem.

Elgato Facecam im Test: Fazit

Mit der Facecam bietet Elgato eine Webcam für knackscharfe Bilder, die besonders die anvisierten Content Creators schätzen dürften. Kleinere Probleme mit Überbelichtung lassen sich per optionaler Software beseitigen, wodurch die Facecam auch bei Farben und Belichtung überzeugen kann.

Wer die Facecam hingegen für Calls aus dem Home Office oder das Chatten mit Verwandten und Freunden nutzen möchte, ist mit anderen Modellen besser beraten. Der hohe Preis und das fehlende Mikrofon sprechen gegen einen Einsatz in diesen Bereichen.

Wir zeigen optimale Kamera-Einstellungen für den Einsatz als Webcam.

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