Surround-Set

Primus und Sound

29.5.2015 von Stefan Schickedanz und Yasmin Vetterl

ca. 4:30 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
  1. Elac FS 500 7.2.6 im Test
  2. Primus und Sound

Primus inter A.R.E.S.

Die restlichen Lautsprecher des Systems sind zwar passiv ausgelegt, doch auch hier profiliert sich Elac als Innovationsschmiede. Seit das Traditionsunternehmen 1993 den filigranen J.E.T.-Hochtöner von der Berliner Lautsprecherfirma A.R.E.S. übernahm, erfuhr der extrem trägheitslose Folienwandler unzählige Updates. Nachdem Elac 2003 die dritte Generation des auf dem Air Motion Transformer von Oskar Heil basierenden, gefalteten Bändchens vorstellte, erfolgte 2005 die Vermählung mit einem ringförmigen High-Tech-Mitteltöner, der von einer ungewöhnlich großen 3-Zoll-Schwingspule angetrieben wird. Dieses kühne Koaxial-Chassis machte fortan als X-Jet von sich reden.

Doch auch damit wollten sich die Kieler nicht dauerhaft zufriedengeben. 2011 kamen sie auf den neuesten Dreh: Mit einem massiven Schraubgewinde können Besitzer der State-of-the-Art-Serie 500 den VX-Jet getauften koaxialen Mittel-Hochtöner stufenlos in der Horizontalen verschieben. Damit ändert sich die Bündelung der Schallabstrahlung. Analog dazu ändert sich das Verhältnis zwischen Direkt-und Diffusschall am Hörplatz, während die tonale Abstimmung der Box weitgehend unbeeinflusst bleibt. Sapp-Woofer: Der SUB 2070 kann über eine Gratis-App individuell angepasst werden. Besonders clever: Mit dem Mikrofon des Smartphones kann der Besitzer ihn automatisch einmessen. Wer den Koax hinter der Schallwand platziert, vermeidet in halligen oder großen Räumen die Bildung früher Reflexionen, die sich mit dem Direktschall mischen und am Hörplatz für einen diffusen Klangeindruck sorgen. In der Versenkung beginnt er nämlich zu bündeln, was die optimale Hörzone weit nach hinten in den Raum verschiebt.

Immer in der ersten Reihe

Umgekehrt sorgt das Herausfahren des VX-Jet aus der Schallwand dafür, dass sich die Schallwellen ungehindert nach allen Seiten ausbreiten können. Es bilden sich bereits in kurzer Distanz zur Box Reflexionen von den umliegenden Wänden und sorgen somit in Nahfeld-Hörsituationen oder wie in unserem akustisch gedämpften Heimkino für eine angenehme Räumlichkeit. In unserem Set verfügten alle sieben mit Boxen der 500er-Linie bestückten Kanäle über die pfiffige Feinmechanik. Eine weitere Gemeinsamkeit bestand in den extrem steif aufgebauten, mehrfach verstrebten und entsprechend schweren Gehäusen, die auf super soliden verstellba- ren Spikes ruhten. Sogar die Bass- reflex-Rohre wurden wie die Frequenzweichen innen mit Dämmwolle ruhiggestellt.

Ruhiggestellt werden auch die Bass-Membranen und bei der fast 1,40 Meter hohen 4-Wege-Konstruktion FS 507 VX-Jet ebenso der zusätzliche 18-cm-Konus-Mitteltöner durch eine Aluminium-Sandwich-Bauweise mit Diamant-Prägung. Diese am Computer optimierten Schwingsysteme sollen schließlich keinen Eigenklang erzeugen und unnachgiebig ohne Verzögerung dem Musiksignal folgen. Erfreulicherweise haben selbst die Kleinsten im Bunde die für dezente Wandmontage gedachten WS 1645 diese AS-XR-Konus getaufte Technologie geerbt und besitzen ebenso einen Jet-Hochtöner.

Diese Gemeinsamkeiten sorgten dann auch im Hörtest für ein herausragendes Zusammenspiel sämtlicher Schallwandler. Obgleich es der Autor dieser Zeilen gewöhnlich mit Goethe hält ("Getretener Quark wird breit, nicht stark") und vom Einsatz von bisherigen Surround-Lösungen mit Höhenlautsprechern wie Dolby IIz für Musik wenig zu begeistern war, geriet er angesichts der kongenialen Kombination aus Dolby Atmos und Elac 7.2.6 regelrecht ins Schwärmen. Durch den Einsatz der Höhenkanäle erschien die bereits in Stereo und mit Standard-Surround mannshohe Abbildung nicht nur nochmal ein Stück höher. Man hatte auch das Gefühl, viel tiefer in den Raum jenseits der Lautsprecher hinein hören zu können. Die Raumgrenzen schienen sich beim Entfesseln der gesamten 3D-Pracht aufzulösen. So einen lückenlosen, dabei riesig großen Raum hatten wir in unserem Heimkino noch nicht erlebt.

Wirklich wie live

Das Gleiche galt für die Dynamik, die mit brachial unzureichend beschrieben wäre, weil diese Begriffswahl Härte suggeriert. Die konnte das Elac-Set zwar jederzeit liefern, wenn es Special-Effects herausforderten. Doch das Besondere war gerade diese Leichtigkeit, Selbstverständlichkeit und Sauberkeit, mit der Impulse aus allen Richtungen über die emotional sichtlich berührten Zuhörer hereinbrachen. So flink und gleichzeitig so elegant bekommt man das aus der Konserve nur alle paar Jahre zu hören - wenn überhaupt. Dank sieben Hauptkanälen und großartigem räumlichem Abbildungsvermögen der Koaxial-Systeme brach der Raum beim Umschalten auf 2D-Surround nicht übermäßig zusammen. Im Ste956reodurchgang mit den beiden FS 509 im Alleingang dagegen schon. Das lag nicht nur an der Räumlichkeit. Sondern auch am Fehlen der ultrapräzisen und -schnellen Subwoofer. Wer wie der Autor Live-Feeling mit authentischen, auf dem Zwerchfell fühlbaren Bassdrums schätzt, würde hier niemals ohne Subwoofer Musik abspielen. Und - Überraschung - am besten immer in Surround. Das sagt ein bekennender Purist, der CDs und LPs gewöhnlich am liebsten in Stereo hört. Es war schier unglaublich, welche Wucht und Klangfülle der bodenständige Onkyo TX-NR 3030 aus diesem All-Star-Team herauskitzelte. Fast wie eine kleine PA. So könnte man theoretisch unterm Strich ohne Zweckentfremdung des gesamten Bausparvertrags die Sache überstehen. Wo sonst bekommt man schon so viel Grazie und Klanggewalt ohne die üblichen Allüren, die teuren Boxen-Exoten oft anhaften? Dafür gab es die Gesamtwertung "überragend" und mit 96% Platz 1 in der aktuellen Bestenliste.

Fazit

Selbst Audiophile werden mit so einem Wahnsinns-Set ihre Stereo-CDs in Surround hören wollen. Denn selbst mit einem erschwinglichen AV-Receiver lässt sich damit so mitreißend weiträumig, breitbandig und dynamisch fast wie im Live-Konzert hören.

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