Infiziert, aber nicht indiziert

Dying Light 2: Stay Human im Test - Zombie-Run vom Feinsten

7.2.2022 von Laura Pippig

Dying Light 2: Stay Human ist die Fortsetzung eines Zombie-Spiels aus dem Jahr 2015. Wir testen den zweiten Teil und verraten, ob die Zombie-Jagd Spaß macht.

ca. 6:15 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Dying Light 2 Stay Human
Dying Light 2 spielt in Villedor, einer isolierten Stadt voller Infizierter.
© PC Magazin / Techland
EUR 45,37
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Pro

  • Spielwelt
  • allgemeine Grafik
  • spannende Story
  • tolles Parkour-System
  • gelungenes Sounddesign

Contra

  • deutsche Übersetzung
  • Kämpfe gegen menschliche Gegner
  • (noch) fehlende Raytracing Effekte

Fazit

Dying Light 2: Stay Human ist ein hervorragendes Zombie-Spiel, das sein unterhaltsames Parkour-System weiter verbessert hat. Daneben kann auch die Open World, die Story und das Kampfsystem überzeugen.


Hervorragend

Dying Light 2: Stay Human ist die Fortsetzung eines Open-World Zombie-Spiels aus dem Jahr 2015, das in Deutschland indiziert wurde. Der zweite Teil hat es dieses Mal bis zum Release geschafft, erscheint allerdings als geschnittene Version in Deutschland - zumindest auf den Konsolen.

Bei den Kämpfen gegen die Infizierten gibt es zwischen den beiden Versionen kaum Unterschiede. Die Änderungen betreffen nur Gewalttaten gegen menschliche Gegner, denen wir keine Körperteile abtrennen können. Neutrale NPCs können wir außerdem nicht verletzen.

Ob diese Art von Zensur noch zeitgemäß ist oder nicht, ist ein sehr sensibles Thema. Die Änderungen der deutschen Fasssung tun dem Spielspaß aber keinen Abbruch und haben daher keinen direkten Einfluss auf unsere Wertung. Die PC-Version auf Steam, im Epic Games Store und auf der offiziellen Webseite von Dying Light 2 entspricht außerdem der internationalen Fassung.

Ob Uncut oder nicht: Wir haben Dying Light 2 getestet und stellten schnell fest, dass hier ein wirklich hervorragendes Spiel drin steckt.

Dying Light 2: Stay Human - Die Story

Für die Story von Dying Light 2 braucht man im Grunde kein Vorwissen aus dem Vorgänger, auch wenn das Setting dasselbe ist und einige Charaktere aus den Vorgängern einen kurzen Auftritt bekommen. Erneut begeben wir uns in eine von der Außenwelt isolierte Stadt, die von Zombies verseucht ist. Dieses Mal spielen wir einen neuen Charakter namens Aiden, der als Pilger durch die postapokalyptische Welt zieht und nach seiner Schwester Mia sucht.

Dabei verschlägt es ihn in die Stadt Villedor, in der die überlebenden Menschen mit Biomarkern versuchen, dem Dasein als untote Beißer zu entgehen. Denn die meisten Menschen sind bereits infiziert. Auch Aiden wird gleich zu Beginn gebissen und muss fortan versuchen, seine eigene Menschlichkeit zu bewahren - und das gleich im doppelten Sinne.

Denn im Laufe der Story geht es nicht nur um Zombies, sondern auch um die Suche nach einem Heilmittel, Experimenten an Kindern und Entscheidungen, die den Verlauf der Handlung und das Spielende beeinflussen - wenn auch nicht ganz so weitreichend wie zuvor gedacht. Eine Rolle spielen dabei auch unterschiedliche Fraktionen, deren Interessen wir entweder unterstützen oder sabotieren können.

Dying Light 2 Stay Human
Hakim ist einer der Nebencharaktere, der uns auf unserer Suche unterstützt.
© PC Magazin / Techland

Eine große Stärke der Story sind dabei die Nebencharaktere. Denn wo Aiden leider nicht allzu viel Persönlichkeit an den Tag legt, bleiben uns die Einwohner von Villedor mit ihren eigenen Geschichten und Sorgen im Gedächtnis. Recht früh lernen wir zum Beispiel Hakim kennen, der uns charmant in die Grundlagen des Spiels einführt und direkt sympathisch wirkt.

Auch die Antagonisten im Spiel (die wir aus Spoilergründen nicht genauer beschreiben werden) sind spannend genug, um immer wieder das Interesse an der Hauptstory zu wecken. Und das trotz all der vielen Nebenmissionen, denen wir stattdessen nachgehen könnten.

Wem die Story des ersten Dying Light schon gefallen hat, der wird auch im zweiten Teil gut bedient werden. Wir erleben hautnah, was der Zombie-Virus mit der Menschheit angerichtet hat und müssen immer wieder um das eigene Überleben kämpfen. Dying Light 2 bleibt durchweg spannend und zieht uns in den Bann.

Dying-Light-Platinum-Edition

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Dying Light 2: Stay Human - Das Gameplay (Parkour, Kämpfe, Missionen)

Zombie-Spiele gibt es relativ viele, doch das große Alleinstellungsmerkmal von Dying Light ist seit jeher das Parkour-System. Damit schaffen wir es, leichtfüßig Hindernisse zu überwinden, Gebäude zu erklimmen und über die Dächer der Stadt zu jagen - Vor allem dann, wenn wir selbst zum Gejagten werden. Die Infizierten sind uns nämlich dicht auf den Fersen.

Das Bewegungsgefühl ist hervorragend gelungen und wir finden, dass sich genau so auch ein "Assassin's Creed" in der First-Person-Ansicht anfühlen sollte. Das Entwicklerstudio hat sich hier von echten Parkour-Künstlern inspirieren lassen, um genau die richtige Mischung aus Realismus und spielerischer Freiheit hinzukriegen.

Aiden hat am Anfang zwar nur wenig Ausdauer zur Verfügung, doch diese können wir - genau wie seine Gesundheit - im Spielverlauf mit seltenen Hemmstoffen erhöhen. Außerdem leveln wir Parkour- und Kampffertigkeiten auf, einfach indem wir sie benutzen. Die verdienten Punkte können wir dann für das Freischalten besonderer Angriffe und Manöver nutzen.

Dying Light 2 - Welcome to Villedor Gameplay Trailer | gamescom 2021

Quelle: Techland / IGN
Nicht nur die Zombies bedrohen

Was das Gameplay aber erst so richtig spannend macht, ist der Wechsel in die Nacht. Denn in der Dunkelheit wimmelt es nur so von Zombies auf den Straßen, die teilweise besonders schnell oder stark sind. Wir müssen daher genau abwägen, welches Risiko wir eingehen wollen, um nicht plötzlich von einer ganzen Horde verfolgt zu werden.

Einige Missionen können wir aber nur nachts angehen, weshalb uns oft keine andere Möglichkeit bleibt. Dabei müssen wir zusätzlich darauf achten, dass Aiden selbst nicht zum Beißer wird. Denn als infizierte Person kann er nur wenige Minuten in der Dunkelheit (auch in Gebäuden) aushalten, bevor es für ihn und seine Menschlichkeit "Game Over" heißt.

Abhilfe schaffen dabei UV-Lampen und Aufputschmittel, die das Unvermeidliche aber nur hinauszögern. Sollten wir doch einmal das Zeitliche segnen, können wir zwar einfach respawnen, verlieren aber unseren Fortschritt beim Aufleveln von Aidens Fähigkeiten.

Dying Light 2 Stay Human
Die Ausrüstung von Aiden lässt sich vielseitig anpassen.
© PC Magazin / Techland

Hinzu kommen dann noch Spielelemente wie das das Crafting, mit dem wir Ausrüstung selbst herstellen können, die Suche nach besseren Waffen und Kleidungsstücken, Parkour-Herausforderungen, diverse Nebenaktivitäten und die Freischaltung von neuen Rückzugsorten. Es gibt also jede Menge zu tun in Dying Light 2, ohne dass es sich wie ein reines Abarbeiten von Symbolen auf der Karte anfühlt.

Eine Schnellreise-Funktion wird zwar erst recht spät freigeschaltet, aber in der Regel kommen wir auch so schnell genug an unser Ziel. Im zweiten Gebiet bekommen wir hierzu auch einen Greifhaken sowie einen Paraglider, die noch mehr Möglichkeiten für die Erkundung der Stadt schaffen.

Abstriche gibt es beim Gameplay in unseren Augen nur bei den Kämpfen gegen menschliche Gegener, die durch ständiges Blocken, Ausweichen und erneut Blocken etwas repetetiv wirken. Außerdem haben wir die Möglichkeit, das gesamte Spiel auch im Koop mit bis zu vier Spielern zu erleben. Das macht das Spielerlebnis zwar weniger angsteinflößend, aber umso spaßiger - vor allem mit Freunden.

Dying Light 2
Die Nacht ist dunkel und voller Gefahren...
© Techland

Dying Light 2: Stay Human - Die Technik

Techland hat mit Dying Light 2 ein wirklich schönes Spiel geschaffen. Besonders die Spielwelt hat es uns angetan, die mit ihren verwinkelten Gassen und Gebäuden jede Menge zu bieten hat. Die Lichteffekte bei Tag und bei Nacht können sich dank Global Illumination ebenfalls sehen lassen.

In den Innenräumen fehlen allerdings noch einige Schatteneffekte, die besonders beim Einsatz der Taschenlampe eigentlich gegeben sein sollten. Diese bekommen wir nur bei eingeschaltetem Raytracing spendiert, was allerdings Leistung kostet. Außerdem fehlen wirklich schöne Reflexionen (noch) komplett. Die Systemanforderungen halten sich dafür in Grenzen.

Die Charaktermodelle sind in der Regel sehr gelungen und durch ihre Details auch lebhaft, auch wenn die Gesichter nicht zu hundert Prozent überzeugen. Für ein Open World Spiel mit recht vielen NPCs ist das aber schon eine sehr gute Leistung. Die gehen übrigens auch eigenen, kleineren Beschäftigungen nach und erfüllen die Stadt so mit etwas mehr Leben und Glaubwürdigkeit.

Dying Light 2 Cinematic Trailer | Game Awards 2021

Quelle: IGN
Der beeindruckende Trailer zu Dying Light 2: Stay Human.

Bei Nacht ist es vor allem das Sounddesign, das uns beeindruckt hat. Überall hört man Schreie und andere furcheintflößende Laute von verschiedenen Zombie-Arten, denen wir aus dem Weg gehen müssen. Werden wir doch mal verfolgt, treibt uns die Musik und das Gekreische der Untoten schleunigst wieder ins Licht.

Nicht so gut gefallen hat uns dafür die deutsche Übersetzung und Vertonung, die an manchen Stellen etwas holprig ist. Einige Dialoge haben im Deutschen eine andere Bedeutung oder wirken einfach nicht natürlich. Wenn möglich sollte man also lieber die englische Version wählen.

In unserer Testversion, die auf dem PC mit hohen Grafikeinstellungen lief, sind wir zudem erstaunlich wenig Bugs begegnet. Andere Tests berichten allerdings von diversen Fehlern bei Quests, Abstürzen oder Grafikproblemen, besonders auf Konsolen.

Wer also direkt nach Release loslegt, muss eventuell darauf hoffen, dass kommende Patches einige dieser Probleme beseitigen werden. Techland ist aber bekannt dafür, die eigenen Spiele sowohl zu Release als auch Jahre später noch mit Updates zu versorgen. Daher sind wir zuversichtlich, was den technischen Zustand von Dying Light 2 angeht.

Dying Light 2: Stay Human - Fazit

Wir finden, dass Dying Light 2: Stay Human eine sehr gelungene Fortsetzung ist, die den Vorgänger sogar noch übertrifft. Es ist in allen Belangen ein besseres Spiel und einer der wenigen Open-World-Titel, bei dem die Hauptstory trotz zahlreicher Nebenbeschäftigungen noch motiviert.

Besonders das Parkour-System sucht seinesgleichen und macht auch nach etlichen Spielstunden noch Spaß, besonders wenn mit der Zeit immer mehr Fähigkeiten hinzukommen. Somit ist Dying Light 2 nicht nur eine Empfehlung für alle Zombie-Fans, sondern auch für alle, die Lust auf ein wirklich unterhaltsames Open-World-Spiel haben.

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