Ein Traum wird wahr

Anschlüsse, Bild und Ton

19.3.2009 von Redaktion pcmagazin und Günter Pichl

ca. 3:55 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
  1. Dreambox 8000 HD PVR im Test
  2. Anschlüsse, Bild und Ton

Einziger Nachteil des HDMI-Verzichts: Das Audio-Signal muss in jedem Fall extra übertragen werden. Dafür kommt so mancher Besitzer eines HD-ready-Fernsehers in den Genuss, sein Gerät direkt mit dessen nativer Auflösung anzusprechen. Gerade ältere LCD- und Plasma-TVs arbeiten gerne mit der Auflösung 1366 x 768 Bildpunkten, die von HDMI nicht unterstützt wird.

Spricht man so ein Panel mit HDMI-typischer 720p-oder 1080i-Auflösung an, muss der Fernseher eine zusätzliche Skalierung vornehmen, die der Bildqualität nicht unbedingt zuträglich ist. Freunden analoger Bildübertragung bietet die Dreambox zwei Scartbuchsen, S-Video (Hosidenbuchse), Composite- Video (Cinch) sowie drei Cinch-Buchsen für das Komponentensignal.

Für die Audioverbindung sorgen neben den obligatorischen Stereo-Cinch-Buchsen ein digitaler optischer Ausgang sowie sein SPDIF-Pendant via Coax. Des Weiteren finden sich zwei USB-Ports, eine serielle Schnittstelle (RS 232) ein Ethernet-Anschluss und zwei CI-Slots an der Rückseite.

Die Vorderseite zieren, hinter einer Klappe versteckt, zwei weitere CI-sowie zwei Cardreader-Slots. Hinzu kommen noch ein USB-Anschluss sowie ein Compact-Flash- und ein SDKarten-Slot. Von außen gänzlich unsichtbar arbeitete in unserem Testgerät ein WLAN-Modul, das mit unserem WPA2- verschlüsselten Testnetz keine Probleme hatte.

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Kartenslots und Laufwerk verbirgt die Dreambox elegant hinter einer Klappe.
© Archiv

Gut sichtbar, wenngleich nicht ganz so groß und vom Weiten lesbar wie in der unvergessenen DBOX-2, ist das in mehreren Stufen dimmbare OLED-Display. Es zeigt im TV-Betrieb Uhrzeit, die gewählten Sender und die Restlaufzeit der momentan betrachteten Sendung.

Die erste Inbetriebnahme der Dreambox geht menügeführt vonstatten. Kanal-Listen der gängigen Satelliten sind bereits enthalten, sodass auch ohne langwierigen Suchlauf sofort losgelegt werden kann. Einige Einstellungen sollten jedoch trotz Erstinstallationsfunktion überprüft werden. Ein Blick ins Handbuch gibt Dreambox-Neulingen Hilfe und reichlich Tipps.

Die Bedienung der Enigma2-Benutzeroberfläche erfordert vom Dreambox-Neuling zunächst etwas Eingewöhnung, erweist sich aber sehr schnell als gut durchdacht und praktisch. Häufig benötigte Funktionen sind per Fernbedienung leicht erreichbar, Menü- und Farbtasten eröffnen den Grundfunktionen weitere Optionen, sodass umständliches Hangeln durch Menüverzweigungen höchstens bei selten benötigten Grundeinstellungen nötig ist.

Die Standard-Benutzeroberfläche erscheint im Vergleich zu der mancher Konkurrenten etwas schmucklos und altbacken, was der Funktionalität aber keinen Abbruch tut. Unzählige, von findigen Dreambox- Freaks erstellte und frei aus dem Internet herunterladbare Skins schaffen hier Abhilfe. Zu finden sind dort auch besonders edel wirkende HD-Skins, die allerdings deutlich auf Kosten des ansonsten flotten Menüaufbaus gehen.

Ordnung in die Kanal-Liste bringen individuell erstellbare Bouquets, die sich selbst per Fernbedienung komfortabel einrichten lassen. Etwas leichter geht es per PC-Software wie zum Beispiel "DreamboxEdit". Praktisch und informativ: In der Senderliste werden auch die per EPG erhaltenen aktuell ausgestrahlten Sendungen sowie deren Restlaufzeit angezeigt.

Vorbildlich ist der Funktionsumfang, angefangen mit dem Timer und seinen vielen Optionen (wie Vorlauf, Nachlauf, Abschalten der Box nach der Aufnahme), über den übersichtlichen Multi-EPG, dem gelungenen Videotext-Decoder mit Bild-In-Bild-Darstellung, bis hin zu einer Fülle von teils bereits installierten, größtenteils jedoch nachinstallierbaren Plugins, die hier nicht alle vorgestellt werden können.

Erwähnenswert ist in jedem Fall das Web-Interface, dass nicht nur den Zugriff auf wichtige Funktionen wie z.B. den Timer aus dem Internet erlaubt. So kann - entsprechende Computerkenntnisse vorausgesetzt - auch vom Büro aus auf die Box zugegriffen werden - etwa um noch schnell die Aufnahme der Lieblingssendung sicherzustellen.

Erfreulicherweise folgt auch das 8000er-Modell der guten alten Dreambox-Tradition, die sich flinken Umschaltzeiten verpflichtet fühlt. Geduldig muss nur derjenige sein, der die Box aus dem Deep- Standby-Modus zum Leben erwecken will. Hier lässt sich die Dreambox 8000 ebenso viel Zeit wie das kleinere 800er Schwestermodell.

Bild und Ton

Bleibt die Betrachtung der Kernqualitäten in Bild und Ton. Auch hier gibt sich die Dreambox 8000 erwartungsgemäß keine Blößen. Was die Settop-Box auf den Bildschirm bringt, ist das, was man von einem High-End-Sat-Receiver erwarten darf. HD-Sendungen werden gestochen scharf und brillant dargestellt, Bildfehler sind nicht zu erkennen. Sendungen in der guten alten PAL-Auflösung (576i) skaliert die Dreambox sehr sauber ins hochauflösende Format.

Das kann selbst ein zum Vergleich angeschlossener, sündhaft teurer DVDO-Scaler kaum besser. Im Testlabor bestätigte sich der hervorragende Eindruck. Testbilder von unserem Rohde&Schwarz Streamgenerator bleiben in puncto Schärfe bis in den Bereich von 30 Megahertz unbeeindruckt. Lediglich bei der Ausgabe via YUV stört ein etwas zu niedriger Signalpegel.

Sowohl die analoge als auch die digitale Tonausgabe erfüllen gehobene Ansprüche. Probleme bereitet allerdings bei digitaler Audioübertragung die Lippensynchronität. Diese lässt sich zwar per PC- Software im Prinzip für jeden Sender getrennt justieren, eine globale AV-Lippsync-Funktion, wie sie von modernen AV-Receivern angeboten wird, wäre jedoch weitaus praktischer.

Fazit

Billig ist sie nicht, die neue Dreambox 8000 HD PVR. Angesichts der gebotenen Vorstellung und des immensen Funktionsumfangs kann und muss sie das aber auch nicht sein - zumal ihr momentan kein Konkurrent das Wasser reichen kann.

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