Codemasters-Rennspiel

Dirt 5 im Test: Ich geb Gas, ich will Spaß

Fahrspaß auf schmutzigen Strecken – das ist der Markenkern der Dirt-Rennspiele. Doch Dirt 5 ist umstritten. Warum, klärt unser Test.

© Codemasters

Codemasters Dirt 5 erschien im November 2020 für PC und Konsole. 2021 soll es noch für Google Stadia veröffentlicht werden.
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EUR 41,99

Pro

  • Simple Arcade-Steuerung
  • Dynamisches Wettersystem
  • Soundtrack

Contra

  • KI
  • Schadenmodell
  • Story

Fazit

Unkomplizierter, solider Arcade-Racer mit abwechslungsreichen Strecken. Für erfahrene Rennspiel-Fans aber zu anspruchslos und uninspiriert.
Gut

In vielen Momenten erzeugt Dirt 5 echte Wow-Effekte: Wir durchwühlen Matschpisten, schlittern über Eis oder brettern über staubige Strecken. Eben noch hüllte ein wunderschöner Sonnenuntergang die Szenerie in goldenes Abendlicht, da bricht die Nacht herein und Blitze zucken lautstark über den tiefschwarzen Himmel.

Im Vergleich zum Vorgänger legt Codemasters bei der Technik eine deutliche Schippe drauf und brennt ein optisches Feuerwerk ab: Seien es nun plötzliche Wetterwechsel, Lasershows, die in den Nachthimmel strahlen oder einfach nur realistische Blendungen bei der Fahrt aus einem Tunnel. Alles ist etwas bunter und greller. Kein Wunder, dass eine GeForce GTX 1070 als Minimalvoraussetzung gefordert wird. In den Grafikeinstellungen hat man am PC dabei die Möglichkeit der Qualität oder der Auflösung den Vorzug zu geben, und die gewählten Optionen mittels eines eingebauten Benchmarks zu prüfen.

Spielerisch macht sich allerdings eine gewisse Ernüchterung breit. Während Dirt 4 noch einen gelungenen Spagat zwischen Arcade-Racer und Simulation hinlegte, setzt Codemasters diesmal konsequent auf einfache Zugänglichkeit.

Dirt 5 im Test: Konsequent als Arcade getrimmt

Fahrzeug-Tuning und fahrerisches Können bleiben diesmal auf der Strecke, ebenso wie eine Rückspulfunktion - letzter fehlte allerdings auch schon in Dirt 4. Ist man mitten im Hauptfeld unterwegs, wird man von den Gegnern gnadenlos gerempelt. Schafft man es weiter nach vorn, fiel uns im Test ein seltsames Verhalten der KI auf. So konnten sich des Öftern zwei Fahrzeuge etwas vom Hauptfeld absetzen. Doch anstatt anzugreifen, fuhr der Zweitplatzierte über lange Strecken stur im Windschatten des Führenden. Böse Zungen vermuten, dass Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton und sein Stallgefährte Valtteri Bottas hier unfreiwillig als Vorlage herhalten mussten. ;-)

© Codemasters

Das dynamische Wettersystem ist ein optisches Highlight von Dirt 5.

Da es kein Schadensmodell gibt, das einen Einfluss auf das Fahrverhalten hat, merkt man irgendwann, dass sich Gegner in Kurven als nützliche Prellböcke anbieten. Also hält man einfach drauf und kommt so flotter voran. Auswirkungen oder Strafen hat so ein rüpelhaftes Verhalten nicht.

Dirt 5 im Test: Das ist alles drin

Spielerisch dreht sich alles um die Karriere. In diesem Modus stehen zum Weiterkommen in der Regel immer zwei Alternativ-Rennen zur Wahl. Dabei geht es nicht nur um unterschiedliche Fahrzeugklassen, auch Gymkhana-Events (Geschicklichkeitsrennen) stehen mitunter zur Wahl. Zudem stehen Sponsoren bereit, die für das Erreichen bestimmter Ziele in den Rennen Geld zur Belohnung bieten, mit dem man sich bessere Autos zulegen kann. Begleitet wird das Drumherum wie immer bei Dirt mit einem coolen Soundtrack, diesmal aber auch noch mit einem fiktiven Podcast. Doch die Kommentare der Sprecher sind völlig belanglos, auch wenn sie sprachlich gut vorgetragen werden. Eine echte Story darf man nicht erwarten, die Karriere ist einfach eine Aneinanderreihung von Rennen.

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Dirt 5 zeichnet sich durch eine große Auswahl an unterschiedlichen Fahrzeugen und Rennklassen aus.

Neben dem Karriere-Modus, der recht unspektakulär endet, sind noch lokales Multiplayer via Splitscreen oder Online-Rennen möglich. Zudem kann man mit einem Gymkhana-Editor eigene Stunt-Parcours modellieren.

Dirt 5 im Test: Das zwiespältige Fazit

Ob man Dirt 5 nun liebt oder hasst, hängt von der eigenen Erwartungshaltung ab. Wer sich einen unkomplizierten Fun-Racer wünscht, kommt auf seine Kosten. Langwieriges Eingewöhnen oder diffiziles Fahrzeug-Tuning gibt es hier erst gar nicht. Einfach Vollgas und draufhalten ist das Motto. Und die Spielgrafik ist auch Bombe. Yippie!

Wer es wie wir lieber etwas fordernder mag, wie beim erstklassigen Vorgänger Dirt 4, wird den neuen Teil eher als optischen Blender erkennen. Fahrerisches Können wird dem Spieler kaum abverlangt und die KI-Fahrer sollten dringend zur nächsten MPU.

Was Dirt 5 im Zielsprint die gute Wertung rettet, sind die gelungenen Multiplayer- und Online-Modi. Sie machen immerhin mehr Spaß als der reine Singleplayer.

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