Testbericht

Digitalkameras im Vergleichstest

Kompaktkameras haben gemeinhin einen schlechten Ruf. Mit ihren diversen Motivprogrammen seien sie nicht mehr als Schnappschuss-Apparate und für anspruchsvolle oder künstlerische Fotografie nicht zu gebrauchen. Ganz falsch. Es gibt viele Ausnahmen und manche kommen beim Funktionsumfang sogar an digitale SLRs heran.

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Test Digitalkameras

Kompaktkameras haben gemeinhin einen schlechten Ruf. Mit ihren diversen Motivprogrammen seien sie nicht mehr als Schnappschuss-Apparate und für anspruchsvolle oder künstlerische Fotografie nicht zu gebrauchen. Ganz falsch. Es gibt viele Ausnahmen und manche kommen beim Funktionsumfang sogar an digitale SLRs heran.

Thomas Hoepker, einer der renommiertesten deutschen Fotografen, sagte auf einer Podiumsveranstaltung im Münchner Haus der Kunst: "Die Füße sind das wichtigste Werkzeug des Fotografen". Und wer die Bilder des einstigen Stern GEO-Fotografen schon bewundern durfte, wird nicht anzweifeln, dass er weit gereist ist in seinem bewegten Fotografen-Leben. Wir verstehen: Um gute Bilder zu schießen, hilft es, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein.

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Aber, eine Kamera, die den Fotografen bei der Ablichtung seiner Motive nicht einschränkt, ist ebenfalls sehr hilfreich. Das muss keine teure Spiegelreflexkamera sein. Auch manch preiswerteres Modell der Kompaktklasse erlaubt dem Fotografen, die wichtigsten Einstellungen selbst vorzunehmen und so aus einem simplen Schnappschuss ein individuell gestaltetes kleines Kunstwerk zu machen. Was zu einem guten Bild gehört und welche der von uns getesteten Kameras die nötigen Funktionen bieten, fassen wir kurz zusammen.

Gestalten mit Verschluss und Blende

Das elementare Gestaltungsmittel in der Fotografie liegt in der Kontrolle von Blende und Verschlusszeit. Mit der Blende wird die Schärfentiefe gesteuert, die es ermöglicht, eine gestalterische Unschärfe ins Motiv zu bringen, um beispielsweise eine Person scharf vor einem Hintergrund abzulichten, der gezielt unscharf sein soll. Hier spielen auch die verwendete Brennweite und der Motivabstand eine Rolle. Je länger die Brennweite, desto kürzer wird der Schärfentiefebereich.Die kontrollierte Einstellung der Verschlusszeit ermöglicht beispielsweise, bei bewegten Objekten einen verwischten Hintergrund darzustellen. Dazu wird die Kamera mit dem Motiv mitgeführt. Beim Fotografieren mit langer Brennweite empfiehlt sich der Einsatz der Blendenautomatik. Dabei wählt man die Verschlusszeit vor.

Als Faustregel gilt: Um Verwacklungen sicher zu vermeiden, wählt man die Verschlusszeit analog zum Kehrwert der umgerechneten KB-Brennweite, also zum Beispiel bei 500mm 1/500 Sekunde. Die Kamera wählt die dem vorhandenen Licht entsprechende Blende automatisch aus. Kann die kurze Verschlusszeit nicht erreicht werden, weil nicht genug Licht vorhanden ist, hilft eventuell ein Bildstabilisator; empfehlenswert ist auch der Einsatz eines Stativs.

Nicht alle Testkandidaten verfügen aber über die technischen Voraussetzungen. Lediglich Canon, Nikon, Kodak und Olympus haben ihren Kameras eine manuelle bzw. halbautomatische Belichtung spendiert. Wer ernsthaft mit der Kunst des Fotografierens liebäugelt, sollte darauf achten, dass die Kamera nicht nur mit "P" Motiv-Programmen ausgerüstet ist, auch wenn Motivprogramme, wie beispielsweise ein "Sportmotivprogramm", einen gewissen Einfluss auf Blende und Verschlusszeit erlauben.Ein weiterer Nachteil, den Kameras ohne Halbautomatik mit sich bringen, ist, dass man mit ihnen keine Vorlagen für HDR-Bilder schießen kann. Wer von dieser Technik noch nichts gehört hat, sollte mal bei einer Fotocommunity wie Flickr.de den Suchbegriff HDR eingeben. Die HDR-Technik ermöglicht sensationelle Bilder. Einen Workshop dazu gibt es bei hier: [int:article,1459/].

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Die Casio Exilim EX-Z300 verfügt über eine besondere Funktion: Der "Make-Up"-Knopf soll nachträglich für geschminkte Gesichter sorgen.

Je höher die Empfindlichkeit eingestellt wird, desto schlechter wird der Kontrast und desto mehr nimmt das Bildrauschen zu. Dies geht mitunter so weit, dass Kanten völlig verschwinden wie beispielsweise bei der Casio oder Ricoh zu sehen ist.

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