Klassiker neu aufgelegt

Diablo 2 Resurrected im Test: Höllisches Remaster

27.9.2021 von Laura Pippig

Diablo 2: Resurrected ist das Remaster des Klassikers von 2000. Blizzard möchte Diablo 2 für eine neue Spielerschaft sowie für Nostalgiker neu aufleben lassen - doch kann es im Test beidem gerecht werden?

ca. 11:20 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Diablo 2 Resurrected
Diablo 2 ist zurück, wir testen das Remaster für Sie.
© Blizzard Entertainment

Pro

  • fantastischer Soundtrack
  • motivierendes Loot-System
  • spannende Geschichte
  • große Auswahl an Klassen
  • inklusive Story-Erweiterung
  • zeitloses Kampfsystem
  • neue Komfortfunktionen
  • praktischer Online-Modus
  • verbesserte Grafik mit atmosphärischer Lichtsetzung

Contra

  • immer noch steife Animationen
  • viel zu kleines Inventar
  • teilweise frustrierende Kämpfe
  • zu geringe Sichtweite in dunklen Umgebungen
  • umständliche Fertigkeiten-Auswahl auf PC

Fazit

Diablo 2: Resurrected überzeugt auf optischer sowie spielerischer Ebene und verbessert das Gameplay an sinnvollen Stellen. Das Grundprinzip ist auch heute noch großartig, allerdings wird der Spielspaß durch kleinere Mängel immer wieder getrübt.


Gut

Kaum ein Spiel hat ein so mächtiges Erbe wie Diablo 2. Blizzards Hack-and-Slay-Spiel setzte zu seinem Release im Jahr 2000 neue Maßstäbe für das gesamte Genre und inspirierte eine ganze Reihe an Nachahmern, die aber nie ganz das Niveau des Titels erreichen konnte. Im selben Jahr setzte die Story-Erweiterung "Lord of Destruction" dann noch einmal eine Schippe drauf und erschuf neue Klassen sowie einen noch fieseren Bösewicht.

Die Kombination aus Hauptspiel und Erweiterung für Diablo 2 sind ein Erlebnis, an das sich die meisten Spielerinnen und Spieler bis heute gerne zurückerinnern. Sogar Blizzard selbst schaffte es danach nie ganz, ihr eigenes Meisterwerk zu übertriffen. Mit Diablo 3 erschien 2012, also mehr als zehn Jahre später, zwar ein gelungener Nachfolger. Doch das Spielgefühl war ein anderes, und so ganz konnte dieser Titel nicht den Kultstatus eines Diablo 2 erreichen.

Nun erschien mit Diablo 2: Resurrected ein Remaster von Diablo 2, auf das viele gewartet haben. "Lord of Destruction" ist ebenfalls integriert und komplettiert somit das Diablo 2 Erlebnis. Doch nun stellt sich die brennende Frage, ob dieses "neue, alte Spiel" wirklich gelungen ist und überhaupt so höllisch gut sein kann wie das Vorbild... oder ob Diablo 2: Resurrected unter der Last versinken wird.

Wir klären in unserem Test, wie sich das Remaster aus heutiger Sicht schlägt und ob Nostalgiker ebenfalls auf ihre Kosten kommen werden.

Diablo 2 Resurrected Assassine

Klasse erklärt

Diablo 2: Resurrected - Guide zur Assassine

Diablo 2 Resurrected bietet insgesamt sechs spielbare Klassen. Wir stellen Ihnen die Assassine und ihre Fertigkeiten sowie Talentbäume vor.

Vor dem Test noch ein Hinweis: Es gibt unterschiedliche Ansichten dazu, wie Diablo 2: Resurrected getestet werden sollte. Für manche ist das Original ein Spiel, das mit viel Nostalgie verbunden wird und im Kopf meistens besser ist, als es eigentlich war. Ein Test wäre also ein direkter Vergleich mit dem Spielgefühl von damals. Andere haben Diablo 2 vielleicht nie gespielt und prüfen hier eher, ob das Remake vor allem modernen Ansprüchen gerecht wird und für sich gesehen ein gutes Spielerlebnis bietet.

Wir würden uns allerdings zwischen diesen beiden Parteien positionieren. Einerseits verbinden wir natürlich nostalgische Gedanken mit Diablo 2, besonders mit den großartigen Zwischensequenzen. Andererseits muss gerade das Gameplay aber auch mit aktuellen, vergleichbaren Spielen halbwegs mithalten können, um auf Dauer Spaß zu machen. Denn seit dem Jahr 2000 hat sich auf dem Spielemarkt so einiges geändert, und Diablo 2 kann diesen Wandel der Zeit nun einmal nicht ignorieren.

Wir konnten Diablo 2: Resurrected bereits vorab in der Beta testen und hatten dort den Eindruck, dass aus dem Remake durchaus ein gutes Spiel werden könnte. Einige Klassen fehlten zwar noch und die Zeit reichte nicht aus, um besonders weit voranzukommen. Doch mit einem frischen Charakter konnte es jetzt endlich zum Release in die Vollversion auf dem PC gehen.

Diablo 2 Resurrected Guide

So gelingt der Einstieg in Diablo 2

Diablo 2 Resurrected Guide: Tipps und Tricks zum Start

Diablo 2 Resurrected ist da und richtet sich an Veteranen und Neueinsteiger. Wir haben Tipps und Tricks, die beim Start oder auch Wiedereinstieg…

Diablo 2 Resurrected: Klassen und Spielbeginn

Der Einstieg in Diablo 2: Resurrected funktioniert genau so gut wie damals. Zu Beginn erwartet uns zunächst eine unglaublich atmosphärische Zwischensequenz, die die grundlegende Geschichte von Diablo umreißt.

Der Herrscher der Hölle, Diablo höchstselbst, ist auf die Erde gekommen, um mit seinen Dämonen alles zu vernichten. Inmitten des Ganzen steht ein mysteriöser, dunkler Wanderer und ein armer alter Mann, der von Visionen geplagt ist und langsam dem Wahnsinn zu verfallen scheint.

Es geht also konkret um den Kampf zwischen Gut und Böse, klassisch dargestellt durch einen Konflikt zwischen Himmel und Hölle. Die Menschheit und ihre Heimat, Sankturio, steht direkt dazwischen und ist vom Untergang bedroht, da sie zum Schauplatz dieses Krieges wird. Im Laufe der Handlung spitzt sich dieser Konflikt immer weiter zu, denn die Herrscher der Hölle verfolgen finstere Pläne.

Diablo 2: Resurrected - Cutscene Akt 1

Quelle: Blizzard Entertainment / Diablo DE (YouTube)
Nur wenige Spiele schaffen mit ihren Videosequenzen solch einen atmosphärischen Einstieg.

Veteranen der Diablo-Reihe wissen, was im Vorgänger geschehen ist und wie Diablo wiedererweckt wurde. Für alle anderen spielt das keine Rolle, denn Vorkenntnisse braucht man eigentlich nicht. Wir starten das Spiel als komplett neuer Charakter.

Dabei haben wir die Auswahl aus sieben verschiedenen Klassen, deren Aussehen fest vorgegeben ist. Zum Hauptspiel gehören die Amazone, der Barbar, der Druide, der Paladin und die Zauberin. Aus der Story-Erweiterung gesellen sich die Assassine und der Totenbeschwörer hinzu. Für Einsteiger empfehlen wir eine Klasse, die nicht zu sehr auf Zauber oder Beschwörungen setzt (also eher Amazone, Barbar oder Paladin). Prinzipiell können Sie aber jede Klasse wählen und von ihren individuellen Stärken profitieren.

Ab diesem Punkt wird uns die Geschichte der Spielwelt vor allem in Dialogen präsentiert - voll vertont und mit deutscher Sprachausgabe. Wir starten mit unserem Charakter in einem Lager und bekommen die Aufgabe, die Gegend von bösen Dämonen zu befreien und später auch Deckard Cain zu retten, der stets eine wichtige Rolle in der Diablo-Reihe spielt. In späteren Akten nimmt die Geschichte zunehmend an Fahrt auf und enthüllt eine große Gefahr für die Menschheit, die wir allein besiegen müssen.

diablo 2 resurrected barbar
Der Barbar gehört zu den einsteigerfreundlichsten Klassen in Diablo 2, ist aber unter Umständen nicht so spannend wie die Zauberin.
© Screenshot: PC Magazin / Blizzard Entertainment

Diablo 2 Resurrected: Story und Spielwelt

An der Geschichte von Diablo 2 wurde im Zuge des Remasters nichts verändert - und das ist auch gut so! Die packende Handlung rund um die Fürsten der Hölle und unsere ganz persönlichen Heldenreise ist genau so toll wie damals. Die Atmosphäre, die dabei aufgebaut wird, ist absolut zeitlos und zieht uns direkt in die Welt von Sanktuario, in der wir alleine das Schicksal der Welt verändern können.

Diablo 2: Resurrected führt uns dabei in unterschiedliche, komplett überarbeitete Umgebungen. Von tristen, zerstörten Dörfern über düstere Höhlen, Friedhöfe oder Wälder bis hin zu Wüsten, eisigen Gipfeln und tiefen Abgründen ist alles geboten. Unsere Suche nach einer Möglichkeit, dem Bösen das Handwerk zu legen, kennt dabei keine Gefahr, die zu groß sein könnte. Die drei obersten Fürsten der Hölle - Diablo, Mephisto und Baal - sind die Hauptwidersacher und stets eindruckvoll inszeniert.

Die grandiosen Zwischensequenzen am Ende jedes Aktes sind für uns immer noch die großen Highlights des Spiels. Schon damals sahen diese fantastisch (für damalige Maßstäbe) aus. Komplett neu gerendet schaffen sie auch heute noch, uns in Staunen zu versetzen. Aber auch die Bosskämpfe bleiben im Gedächtnis, auch aufgrund ihres mittlerweile ungewohnten Schwierigkeitsgrades.

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Diablo 2 Resurrected: Kampfsystem

Das Kampfsystem von Diablo 2 ist klassisches "Hack and Slay"-Gameplay, wie es im Buche steht. Mit der linken Maustaste greifen wir mit unserer Hauptwaffe an und erledigen Gegner Schlag auf Schlag, sowohl im Nah- als auch im Fernkampf. Diese lassen dann Gold und nützliche Gegenstände fallen und geben Erfahrungspunkte.

Auf dem PC können wir außerdem mit der rechten Maustaste besondere Fertigkeiten oder Zauber aktivieren - und zwar nur mit der rechten Maustaste. Auf den Konsolen bekommt Diablo 2: Resurrected nämlich eine Fertigkeitenleiste spendiert. Für PC-Spieler bleibt es hingegen klassisch - und unnötig umständlich. Fertigkeiten müssen nämlich erst auf Hotkeys (F1-F12) gelegt werden, dann ausgewählt und dann erst mit Rechtsklick aktiviert werden.

Besonders in größeren Kämpfen, in denen schnell die Übersicht verloren geht, nervt das ungemein. Warum diese Neuerung nicht auch auf dem PC stattfindet, ist unklar. Auch das Treffer-Feedback lässt uns manchmal ratlos zurück, da viele Schläge scheinbar grundlos ins Leere gehen und die Animationen immer noch sehr steif wirken.

Diablo 2 Resurrected Test
Versuchen Sie hier mal, auf ihr Leben, Mana, Gegner, Begleiter und noch auf ihre Fertigkeiten zu achten. Multitasking ist gefragt!
© Screenshot: PC Magazin / Blizzard Entertainment

Die Schwierigkeit der Kämpfe variiert außerdem enorm. Gerade anfangs sind die Gegner eigentlich viel zu leicht zu besiegen. Erst in großer Anzahl können sie zur Gefahr werden - oder wenn sie besondere Fähigkeiten bekommen. Hin und wieder gibt es nämlich besonders starke Gegner, die farblich markiert sind und zum Beispiel Blitzschaden machen oder Mana absaugen. Auch die Bossgegner sind eine ernsthafte Gefahr - nur passend, schließlich handelt es sich um die Fürsten der Hölle - und schwer zu bezwingen.

Beim ersten Aufeinandertreffen mit diesen unschönen Gesellen ist es also nicht unüblich, erstmal direkt ins virtuelle Gras zu beißen. Und dort bleibt unser Charakter auch erst einmal liegen. Diablo 2: Resurrected hat nämlich wie die Vorlage ein Quasi-Permadeath-System, bei dem wir nach dem Ableben erst einmal im Lager spawnen, komplett ohne Ausrüstung oder Gold sind und unsere Leiche bergen müssen. Sterben wir dabei erneut, ist unser Loot verloren. Das kann bisweilen sehr frustrieren.

Irgendwie gehört es aber auch zu Diablo dazu, sein eigenes Scheitern zu akzeptieren und daraus zu lernen. Auch im Remaster wird uns eben nichts geschenkt. Wer also unvorbereitet in den Kampf zieht, zieht schnell den Kürzeren. Dennoch finden wir, dass das veraltete Kampfsystem einem wirklich gelungenen Remaster im Wege steht. Mehr Anpassungen für neue Spieler hätten hier das Spielgefühl noch etwas verbessern können.

Diablo 2 Resurrected Test
Einer der gefährlichsten Gegner in Diablo 2 ist Giftschaden. Der erste größere Boss Andariel macht auch noch jede Menge davon.
© Screenshot: PC Magazin / Blizzard Entertainment

Diablo 2 Resurrected: Grafik und Spielgefühl

Insgesamt ist das Spielgefühl aber in jedem Fall besser, als man es von einem 20 Jahre alten Spiel vielleicht erwartet hätte. Viele Abläufe gehen immer noch gut von der Hand und verleiten uns dazu, immer tiefer ins Spiel zu versinken. Dazu tragen vor allem das Level- sowie Lootsystem bei, auf die wir im Anschluss nochmal genauer eingehen werden.

Besonders ins Auge sticht aber natürlich die verbesserte Grafik. Diablo 2: Resurrected sieht wirklich gut aus und muss sich vor aktuellen Genre-Vertretern nicht verstecken. Auf das grafische Level von Diablo 3 kommt es zwar nicht - schließlich steckt im Kern immer noch die alte DNA von Diablo 2 darin. Aber dennoch überzeugen vor allem die Licht- und Schatteneffekte, die verbesserten Charaktermodelle und auch die Optik der Spielwelt.

Diablo 2 Resurrected Test
Passend zum Kampf zwischen Licht und Schatten fallen diese beiden Aspekte auch bei der Grafik besonders positiv auf.
© Screenshot: PC Magazin / Blizzard Entertainment

Lediglich die geringe Sichtweite in dunklen Umgebungen fällt etwas negativ ins Auge. Auch wenn das Sichtfeld generell vergrößert wurde dank höherer Bildschirmauflösung, sieht man nicht unbedingt mehr vom Spiel. Gerade in den vielen Höhlen, Katakomben und Verliesen stürmen die Gegner scheinbar aus dem Nichts auf unseren Charakter zu. Natürlich ist das zum Teil so gewollt, um ein bedrückendes Gefühl zu erzeugen. Dennoch würden wir gerne mehr von den schönen Umgebungen sehen.

Man merkt hier sehr deutlich, wie vor allem darauf geachtet wurde, das Spiel so aufzuhübschen, dass es zur Erinnerung der Spielerinnen und Spieler passt. Wer damals Diablo 2 gespielt hat, wird sich noch an viele Details erinnern und sieht vielleicht erst im direkten Vergleich, wie viel sich wirklich getan hat.

Dazu empfehlen wir auch, hin und wieder auf die alte Grafik umzuschalten, was nahtlos im laufenden Spiel funktioniert. In einem separaten Abschnitt fassen wir für Sie nochmal alle weiteren Verbesserungen des Remasters zusammen.

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Diablo 2 Resurrected: Was ist neu?

  • komplett neu gerenderte Zwischensequenzen
  • verbesserte Soundqualität (Musik, Effekte und Dialoge)
  • zugänglicheres Gameplay und mehr Anpassungsmöglichkeiten, zum Beispiel bei Farbenblindheit
  • komplett überarbeitete Grafik inklusive Texturen, Licht, Schatten, Effekte, etc.
  • Umschaltfunktion zwischen alter und neuer Grafik
  • überarbeitete Animationen
  • Release auf Konsolen (Playstation, Xbox und Switch)
  • Gamepad Steuerung
  • plattformübergreifender Fortschritt
  • Online-Modus (statt LAN)
  • Komfort-Funktionen (größeres Lager, automatisches Aufsammeln von Gold, verbesserte Benutzeroberfläche mit Tipps, etc.)
  • 4K-Auflösung auf dem PC (maximal 2K auf Konsolen)
  • diverse Bug-Fixes
Diablo 2 Resurrected Test
Von der alten Grafik...
© Screenshot: PC Magazin / Blizzard Entertainment
Diablo 2 Resurrected Test
... auf die neue Grafik mit nur einem Tastendruck.
© Screenshot: PC Magazin / Blizzard Entertainment

Diablo 2 Resurrected: Lootsystem

Loot ist in Diablo das A und O. Denn auch wenn die Kämpfe und die Erkundung der Spielwelt den Hauptaspekt des Spiels bilden, so ist das Sammeln von Gold und Items stets das übergeordnete Ziel. Diablo 2 erschafft mit der ständigen Suche nach besserer Ausrüstung, einer seltenen Waffe oder versteckten Schätzen einen unvergleichbaren Spielfluss.

Das gipfelt in den typischen "Nur noch eine Höhle erkunden" oder auch "Nur noch kurz zum Händler und Sachen verkaufen" Situationen, die aus einer Stunde Spielzeit mal eben zwei, drei oder noch mehr werden lassen. Das automatische Aufsammeln von Gold, was optional auch wieder deaktiviert werden kann, sehen wir hier als sinnvolle Änderung.

Diablo 2 Resurrected Test
Die angelegte Ausrüstung wirkt sich natürlich auch auf das Aussehen unseres Charakters aus.
© Screenshot: PC Magazin / Blizzard Entertainment

Das altmodische, viel zu kleine Inventar sorgt aber immer wieder dafür, dass der Spielspaß unterbrochen wird. Zu oft müssen Items hin- und herverschoben werden, um doch noch Platz zu schaffen. Viel zu oft müssen wir ins Lager zurückkehren, um Dinge zu verkaufen oder einzulagern. Und viel zu oft sind wir genervt von der Info, dass wir eine seltene Waffe nicht aufheben können, weil schon alles voll ist.

Wer sich also mit dem Gedanken nicht anfreunden kann, ständig auf der Suche nach Gold und neuen Items zu sein, dabei aber nie ganz ans Ziel zu kommen, für den ist dieses Spielprinzip nicht wirklich geeignet. Alle anderen dürften auch im Remaster ihre Freude daran haben, die perfekte Ausrüstung für ihren Charakter zusammen zu stellen.

Das Lootsystem funktioniert immer noch nach dem Zufallsprinzip - da die Level nie ganz gleich sind, inklusive Gegnern und Schatzkisten, ist auch die gefundene Beute nie dieselbe. Wer Glück hat, findet also gleich zu Beginn einen seltenen Bogen mit Giftschaden. Andere müssen sich eine Weile mit stumpfen Gegenständen ohne besondere Werte vergnügen.

Diablo 2 Resurrected Test
Das Erlebnis mit dem Bogen war natürlich frei erfunden... Jedenfalls lösen besonders gute Items immer wieder Glücksgefühle beim Spielen aus. Such(t)potential!
© Screenshot: PC Magazin / Blizzard Entertainment

Diablo 2 Resurrected: Levelsystem

Auch beim Levelsystem lässt sich Diablo 2 nicht lumpen. Pro Charakterklasse gibt es jeweils drei verschiedene Talentbäume mit unterschiedlichen Fertigkeiten und passiven Skills. Für Experten eröffnet sich dadurch eine Vielzahl an unterschiedlichen Builds, die bereits damals aus dem originalen Diablo 2 entwickelt wurden.

Viele dieser Builds findet man auch heute noch im Internet und kann sie einfach ins eigene Spiel übernehmen. Wer allerdings nur zum Spaß spielen will und nicht den Überblick über die besten Werte und Angriffe hat, der könnte schnell etwas verloren sein. Es besteht außerdem immer die Gefahr, den eigenen Charakter durch falsche Punkteverteilung so zu schwächen, dass man ab einem gewissen Punkt nicht mehr wirklich weiterkommt.

Glücklicherweise erlaubt das Spiel einem, die Werte des eigenen Charakters zurückzusetzen. Tipps in den Benutzeroberflächen erleichtern außerdem den Einstieg für neue Spieler. Wichtig ist nur, dass man sich nie mit einem zu niedrigem Level an schwere Kämpfe wagt - das verzeiht das Spiel meistens nicht. Wir halten die kleinen Anpassungen jedenfalls für gelungen und finden, dass Looten und Leveln in Diablo 2: Resurrected heute noch motiviert und Spaß macht.

Diablo II: Resurrected | Cinematic Trailer

Quelle: Blizzard Entertainment
Diablo 2: Resurrected ist seit dem 23. September 2021 verfügbar.

Diablo 2 Resurrected: Mindestanforderungen

  • Betriebssystem: Windows® 10
  • Prozessor: Intel® Core i3-3250 / AMD FX-4350
  • Grafikkarte: Nvidia GTX 660 / AMD Radeon HD 7850
  • Arbeitsspeicher: 8 GB RAM
  • Festplattenspeicher: 30 GB
  • Auflösung: 1280 x 720

Diablo 2 Resurrected: Emfohlene Systemanforderungen

  • Betriebssystem: Windows® 10
  • Prozessor: Intel® Core i5-9600k / AMD Ryzen 5 2600
  • Grafikkarte: Nvidia GTX 1060 / AMD Radeon RX 5500 XT
  • Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
  • Festplattenspeicher: 30 GB
  • Auflösung: 1920 x 1080

Hinweis: Zum Start von Diablo 2 Resurrected gab es ein paar Serverprobleme sowie Einschränkungen bei den Online-Funktionen. Seit Release wurden diese aber durch Updates weitestgehend behoben.

Diablo 2 Resurrected Test
Diablo 2 Resurrected nimmt uns mit auf eine lange Reise, die uns nicht mehr loslässt.
© Screenshot: PC Magazin / Blizzard Entertainment

Diablo 2 Resurrected: Fazit

Fasst man alle Punkte zusammen, so ist Diablo 2 Resurrected ein wirklich gelungenes Remaster. Blizzard hat sich hier alle Mühe gegeben, ein Gleichgewicht aus sinnvollen Neuerungen und alten Traditionen zu wahren, um sowohl Neueinsteiger als auch Nostalgiker mit ihrem Spiel abzuholen.

Dadurch fehlen aber an einigen Stellen wirklich sinnvolle Verbesserungen. Vieles wird beim beim Alten belassen, auch wenn Dinge wie das winzige Inventar, die sperrige Fertigkeiten-Auswahl oder die steifen Animationen so nicht mehr sein müssten. Natürlich ist ein Remaster immer an die alte Version gebunden - Mehr Optionen zum An- und Ausschalten von Neuerungen hätten aber dafür sorgen können, dass die unterschiedlichen Ansprüche an das Remaster besser abgedeckt werden.

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Trotz allem bietet Diablo 2: Resurrected mit dem Hauptspiel und der Erweiterung etwa 50 Stunden Spielzeit, die von motivierenden Kämpfen, einer spannenden Geschichte der ständigen Suche nach besserer Ausrüstung gefüllt werden. Der Wiederspielwert ist durch die verschiedenen Klassen und der Suche nach besserem Loot sehr hoch.

Wer Diablo 2 noch nie gespielt hat, sollte also auf jeden Fall einen Blick wagen und diesen Klassiker nachholen. Für Diablo-Fans geben wir ebenfalls eine klare Empfehlung. Die verbesserte Grafik lässt das Spiel in jedem Fall in ganz neuen Glanz erstrahlen und zeigt, welches Potenzial in einem Remaster stecken kann. Ein wirklich hervorragendes Spiel hätte allerdings noch etwas mehr Mut zur Veränderung erfordert.

Tipp: Sie möchten unsere Spieletests direkt bei Steam lesen? Dann folgen Sie unserer Steam-Kurator-Seite.

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