Exklusivspiel

Detroit: Become Human im Test - ein Must-Have für PS4-Besitzer

Mit Detroit: Become Human veröffentlicht Quantic Dreams nach Heavy Rain und Beyond: Two Souls einen weiteren Krimi in Games-Form. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Mensch und Maschine in feinster Erzählmanier. Der Test.

Detroit: Become Human im Test

© Sony

Detroit: Become Human im Test
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EUR 59,99

Pro

  • Geschichte und Inszenierung
  • Zumeist herausragende Grafik
  • Unterhaltsame Dialoge
  • Enorme Freiheiten

Contra

  • Etwas hakelige Steuerung
  • Umgebungen teilweise etwas karg

Fazit

Detroit: Become Human ist ein Must-Have für alle PS4-Besitzer.
Hervorragend

Sowohl Detroit: Become Human als auch die HBO-Serie Westworld stellen die Frage: Können Maschinen ein Bewusstsein entwickeln? Können sie gar menschlich werden?  Zumindest in Detroit fragt man sich zudem: Wie geht die Gesellschaft damit um? Denn David Cage hat mit seinem Studio Quantic Dreams mal wieder zum großen Wurf ausgeholt und präsentiert eine teils atemberaubende Geschichte.

Detroit: Become Human - Drei Androiden sollt ihr sein

Wir spielen im Detroit des Jahres 2038 drei Androiden. Connor ist ein Polizistenandroid, ein kriminalistischer Prototyp. Er soll – im Gegensatz zu älteren Modellen - über keinerlei Fehlfunktionen mehr verfügen. Denn langsam aber sicher scheinen die Sicherungen bei vielen Androiden durchzubrennen. Sie gehorchen ihren Besitzern nicht mehr, haben Launen oder morden gar. Kara hingegen ist ein Haushaltsandroide, genau wie Markus. Während Kara in einem eher heruntergekommenen Häuschen aushilft, darf Markus in der Villa eines reichen Malers seinen Dienst verrichten. Während der Spielzeit entwickeln sich drei Geschichten – und ihr Ausgang liegt ganz in unserer Hand.

Denn wie schon bei Heavy Rain oder Beyond: Two Souls ist die Story hochgradig cineastisch angelegt. Action gibt es wenig. Und wenn, dann meistern wir diese Szenen durch Quicktime-Events. Wir müssen also einfach im richtigen Moment den richtigen Knopf drücken – was durchaus einfacher klingt als es ist. Spannend sind die Levels stets aufgebaut. Beispiel gefällig? Wir betreten mit Connor einen Tatort. Nun liegt es an uns, wie wir vorgehen. Je mehr Hinweise und Indizien wir finden, desto mehr Auswahl haben wir in späteren Gesprächen. Wenn wir am Tatort beispielsweise nicht alle Hinweise finden, übersehen wir vielleicht, dass sich ein feindlich gesonnener Android auf dem Dachboden versteckt. Und selbst wenn wir das herausfinden, wollen wir es wirklich dem menschlichen Detective erzählen? Haben wir Mitleid? Erfüllen wir unsere Pflicht? Die Entscheidung liegt ganz bei uns.

Detroit: Become Human im Test

© Sony

Anderes Beispiel. Wir sollen als Kara mit einem Mädchen vor dem gewalttätigen Vater fliehen. Nehmen wir das Fenster und riskieren einen Absturz? Verstecken wir uns im Bad und huschen ungesehen an dem Verfolger vorbei? Oder wählen wir gar die offene Konfrontation? Es ist unsere Entscheidung. Und die hat Auswirkungen auf die einzelnen Level-Enden und sogar auf das große Ende des Spiels. Denn ja, die einzelnen Charaktere können sogar sterben.

Detroit: Become Human - Abwechslung und Grafikfetisch

In Detroit: Become Human sind wir hauptsächlich in – wen wundert es? - Detroit unterwegs. Doch das Spiel wird optisch nie langweilig. Egal ob die herrschaftliche Villa des Malers, die futuristische Shopping-Mall, ein zum Abriss freigegebenes Haus, das gruselige Adelshaus oder ein verlassener Freizeitpark – öde werden die Levels nie. Und hässlich ebenfalls nicht. Denn Detroit gehört wohl zu den schönsten Spielen für PS4 und PS4 Pro. Vor allem in Sachen Gestik und Mimik macht Quantic Dreams Niemandem etwas vor. Sie sind und bleiben Pioniere im Bereich des Motion Capturing. Hin und wieder wirken die Umgebungen jedoch etwas trist. Sowohl auf PS4 als auch auf PS4 werden 30 fps angepeilt. Performance-Einbrüche konnten wir auf keiner Plattform feststellen.

Detroit: Become Human im Test

© Sony

Besonders interessant sind die Zusammenfassungen am Ende eines jeden Levels. Hier bekommen wir in Form einer Achsengrafik präsentiert, wo wir uns für welche Vorgehensweise entschieden haben. Zusätzlich erhalten wir Informationen darüber, welche Optionen es noch gegeben hätte und welchen Einfluss sie auf den Fortgang der Story gehabt hätten. Dabei bleibt das Spiel angenehm vage und verrät keine Details, denn die nicht gewählten Wege sind ausgegraut. Das sorgt dafür, dass man Detroit: Become Human auch zwei, drei oder mehrmals durchspielt – nur um zu schauen, welche Auswirkungen die anderen Entscheidungen gebracht hätten.

Detroit: Become Human - Fazit

Ob die Games von Quantic Dreams wirklich Spiele sind? Diese Frage ist berechtigt, aber schwer zu beantworten. Denn zumindest Detroit: Become Human ist mehr als nur ein interaktiver Film, aber weniger als ein „echtes“ Spiel. Diese philosophische Frage sollen aber andere klären. Wir können sagen: Detroit: Become Human ist ein Must-Have für alle Spieler, die auf eine gelungene Story stehen, die eine tolle Grafik zu schätzen wissen, die Dialogen gerne zuhören, die sich unterhalten lassen wollen und die sich 12 Stunden lang in eine andere Welt hineinversetzen lassen möchten. Detroit: Become Human ist gelungen bis ins Mark, hat kaum Schwächen – abgesehen von der teilweise etwas fitzeligen Steuerung – und reißt einen mit. Toll gemacht, Quantic Dreams.

Detroit- Become Human – Kara Gameplay Trailer Paris Games Week 2017

Quelle: Sony
03:14 min (Englisch)

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