Das Remake einer Hass-Liebe

Demon’s Souls für PS5 im Test

Demon’s Souls hat mit seinem ursprünglichen Release im Jahre 2009 ein ganzes Genre geprägt. Jetzt kommt eines der härtesten PS3-Action-Rollenspiele zurück – als gelungenes PS5-Remake.

© Sony Interactive Entertainment

Der Vater aller "Souls-Like"-Spiele zeigt sich im neuen Look.
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Pro

  • Tolle PS5-Technik
  • Kaum Ladezeiten
  • Herausfordernder Schwierigkeitsgrad
  • Hervorragendes Gameplay

Contra

  • Nur für Spieler mit Frustresistenz geeignet

Fazit

Demon’s Souls ist ein gelungenes, aber wirklich bockschweres PS5-Remake.
Hervorragend

Bei Demon’s Souls gibt es zwei Lager. Die einen, die es feiern. Und die anderen. Die, die es am liebsten aus dem Fenster werfen würden.

Die Gründe für eine solch scharfe Trennlinie liegen unter anderem im Gameplay. Denn eines gleich vorweg: daran hat sich im Remake für Playstation 5 nichts getan. Das bedeutet: selbst wenn wir kurz vor dem Ende eines Levels auf die Rübe kriegen und ableben, beginnen wir den neuen Anlauf wieder ganz am Anfang des Levels. Speicherpunkte? Fehlanzeige. Freies speichern? Wir verkneifen uns an dieser Stelle die Lacher.

Glücklicherweise entdecken wir immer wieder Abkürzungen in den Levels, um so nicht immer und immer wieder denselben Weg wählen zu müssen...

Wie man vielleicht herausliest, spaltet Demon's Souls die Spielerschaft. Fans feiern das Eine-Leben-System und sind ehrgeizig genug, die Levels in einem Atemzug zu schaffen. Neulinge hingegen können sehr schnell gefrustet sein.

Wir werden daher an dieser Stelle ziemlich eindeutig: Demon’s Souls ist kein klassisches Feierabend-Spiel, das nach einem harten Arbeitstag zur Entspannung gestartet wird. Demon’s Souls selbst ist harte Arbeit. Es ist ein Spiel, das Fleiß erfordert, vielleicht sogar Schweiß und Tränen. Es ist der Feierabend-Endgegner.

Sony-Konsole

Die Playstation 5 erschien am 19. November 2020. Wir zeigen in einer übersichtlichen Liste, welche PS5-Spiele zum Release zur Verfügung stehen.

Demon’s Souls für PS5 im Test: Das bedeutet Arbeit!

Aber kommen wir zum Kern des Spiels. Da erkennen wir nämlich zügig, dass es sich bei Demon’s Souls um ein klassisches Rollenspiel handelt. Wir hauen Gegner um, kassieren Erfahrungspunkte und verbessern unsere Stärke oder Geschicklichkeit oder viele andere Parameter. Auch Zauber und Wunder erlernen wir über die Zeit.

Und natürlich bietet es eine Geschichte. Im Gegensatz zu anderen Games erleben wir hier aber keine packenden Render-Cutscenes oder aufwendig inszenierte Zwischensequenzen. Vielmehr setzen die Entwickler auf das sogenannte Environmental Storytelling. Man verlässt sich also darauf, dass die Spielerin oder der Spieler die Welt so interessant findet, dass sie oder er sich mit ihr auseinandersetzt.

Zudem fehlen klassische Rollenspiel-Elemente wie eine Karte, ein Questbuch oder Zielmarkierungen. Wie gesagt: Demon’s Souls kann durchaus in Arbeit ausufern.

© Sony Interactive Entertainment

Die ikonischen Boss-Gegner bringen uns ordentlich ins Schwitzen.

Gut, wer Demon’s Souls kennt, der weiß das alles. Kommen wir also zum wahrscheinlich spannendsten Aspekt: Wie ist das Remake für PS5 gelungen? Immerhin ist das Original mittlerweile älter als zehn Jahre.

Gut gelungen, so viel können wir vorwegnehmen. Zwar verzichtet Demon’s Souls auf das allseits beliebte Raytracing, dafür nutzt das Spiel andere Fähigkeiten der PS5. Am auffälligsten sind hierbei die knackig kurzen Ladezeiten, die einen entscheidenden Vorteil zum Original bieten. Denn wer oft stirbt, der sieht eben auch oft Ladebildschirme. Und da wahrscheinlich niemand gern Ladebildschirme sieht, ist es gut, dass diese auf der PS5 nur ganz, ganz kurz auftauchen.

Demon’s Souls für PS5 im Test: Das kann die PS5-Version

Die Grafik präsentiert sich wahlweise in 4k mit 30 FPS oder in 1440p mit 60 FPS. Wir empfehlen an dieser Stelle die Variante mit mehr FPS, denn ein flüssiges Spielerlebnis ist gerade bei Spielen wie Demon’s Souls von Bedeutung.

Und hinsichtlich der Texturqualität möchte man so manchen Freudentanz aufführen, denn was den Remake-Entwicklern von Bluepoint hier gelungen ist, ist ziemlich großes Kino. Mauern sehen aus wie Mauern – eben mit Ecken, Kanten, mit kaputten Stellen, mit Dreck. Früher schauten wir hier auf glatte, detailarme Texturwände. Rüstungen glänzen im Licht und wir können sogar kleinere Kratzer im Lack entdecken.

Einzig die Animationen der NPCs sehen immer noch wie aus dem vergangenen Jahrzehnt aus. Dafür hat Bluepoint zahlreiche neue Animationen eingefügt, beispielsweise für Paraden. Mit dem Charme von 2009 sind diese kaum mehr zu vergleichen, so wuchtig wirken manche der neuen Bewegungen.

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Und auch für die Ohren gibt es Neues. Nicht nur der epochale Soundtrack ist neu und treibt uns immer weiter an, auch die einzelnen Geräusche und Soundeffekte wurden neu eingespielt, weswegen sich wuchtige Schläge nun noch martialischer anhören.

Flankiert wird der neue Sound von den Möglichkeiten des Dual-Sense-Controllers der Playstation 5. Durch das haptische Feedback wissen wir jederzeit blind, was gerade vor sich geht. Wenn wir mit unserem Schwert auf ein Schild eindreschen fühlt sich das beispielsweise ganz anders an, als wenn wir Gegnern das Metall in den Wanst jagen.

Zusätzlich hören wir auch aus dem Controller die Umgebungsgeräuische. Das gab es zwar schon auf der PS4, dank der verbesserten kleinen Lautsprecher im Dual-Sense klingt das jetzt aber eben deutlich besser. Die adaptiven Trigger des PS5-Controllers werden hingegen nicht unterstützt.

Demon’s Souls im Test für PS5: Fazit

Demon’s Souls liebt man oder hasst man. Daran ändert sich auch im Jahr 2020 nichts.

Daher gilt auch weiterhin: Wer eine recht hohe Frusttoleranz besitzt oder sowieso mit den sogenannten Souls-like-Rollenspielen flirtet, der kann bedenkenlos zugreifen. Wer hingegen zum Feierabend ein bisschen zocken möchte, um den Alltag zu vergessen, der sollte wissen, auf was er sich einlässt: ein beinhartes Action-Rollenspiel, das (wenn überhaupt) nur ganz wenige Fehler toleriert.

Die PS5-Umsetzung ist großartig. Das Spiel sieht nicht nur fantastisch aus, es hört sich auch so an und zockt sich genau so. Aber: nur weil Demon’s Souls derzeit eines der wenigen „echten“ PS5-Games ist, so sollte man sich einen Kauf lieber zwei oder drei Mal überlegen. Nicht ob der Qualität. Die ist ohne Zweifel erhaben. Aber eben ob des Schwierigkeitsgrades.

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