Mobiles Backup

Datalocker Sentry One im Test: Der Sicherheits-Stick

14.9.2022 von Wolf Hosbach

Wer im mobilen Arbeitsalltag mit sensiblen Daten unterwegs ist, sollte diese gut vor Dieben schützen. Ein Sicherheits-Stick erleichtert diese Aufgabe. Der Test des Datalocker Sentry One.

ca. 2:15 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Datalocker Sentry One
© Datalocker

Pro

  • Hohe, zertifizierte Sicherheitsstandards
  • Viele Sicherheitsfunktionen
  • Möglichkeit zur Konfiguration durch Unternehmens-EDV (Modell Managed)

Contra

  • Etwas unhandlicher in der Bedienung als ein normaler Stick
  • Nicht der Schnellste
  • Nur 3,3 GB freier Speicher
  • Vergleichsweise hoher Preis

Fazit

Für Privatanwender, die über ein normales Sicherheitsbedürfnis verfügen, ist ein gängiger Stick mit Veracypt günstiger und schneller. Interessant ist der Datalocker Sentry One für Freiberufler oder Unternehmen mit sensiblen mobilen Daten. Admins erfreuen die vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten der Safe Console (nicht im Test).

Um Daten sicher von A nach B zu transportieren, gibt es eine Reihe von Verschlüsselungs-Tools und -methoden, für den Hausgebrauch hat sich beispielsweise ein Veracrypt-Container (veracrypt.fr) bewährt. Wer es jedoch besonders sicher haben will oder Daten im beruflichen Umfeld bewegt, sollte zu einem geprüften Sicherheit-Stick greifen. Im Test haben wir das USB-3.0-Modell Sentry One Standard von Datalocker mit 4 Gigabyte Kapazität.

Über welche Sicherheitszertifikate verfügt der Sentry One?

Eine zertifizierte Hardware durchläuft eine Reihe an Sicherheitsprüfungen durch ein unabhängiges Labor, das sowohl das Gerät selbst, als auch die Firmware untersucht. Der Sentry One verfügt über zwei Zertifikate: eines nach US-Standard FIPS 140-2 Level 3 und für Europa eines der staatlichen französischen ANSSI-Behörde (CSPN), die unserem BSI entspricht. Die CSPN-Zertifikate werden vom BSI als Beschleunigtes Sicherheitszertifikat anerkannt, so auch jüngst im Fall des Sentry One. Als Verschlüsselungsalgorithmus setzt Datalocker AES 256 ein.

Datalocker Sentry One
Der Stick meldet sich erst als DVD-Laufwerk an.
© Weka Media Publishing

Wie sicher ist das Gerät?

Neben den oben genannten Zertifikaten bietet Sentry One eine Reihe an Sicherheitsfunktionen. Der komplette Zugriff auf das Gerät ist geschützt. Dafür setzt Datalocker auf ein von U3-Sticks bekanntes Verfahren: Es meldet sich bei Windows erst als nicht beschreibbares DVD-Laufwerk an. Auf diesem findet sich die Datei unlocker.exe. Der Anwender muss diese starten und dann ein sicheres Passwort eingeben, damit der eigentliche Stick freigegeben wird. Das kostet etwas Platz, sodass ca. 500 MB zum angegebenen Volumen fehlen.

Das Unlocker-Tool überwacht auch im Laufenden Betrieb weiter die Sicherheit. Es löscht die Freigabe nach einer bestimmten Zeit (Vorgabe 30 Minuten) die Freigabe oder wenn Windows die Bildschirmsperre aktiviert. Und nach zehn falschen Passworteingaben setzt sich der Stick komplett zurück und alle Daten sind weg. Dann lässt er sich neu initialisieren. Das erhöht zwar die Sicherheit, ermöglich aber auch Denial-of-Service-Attacken. Sprich: Der Anwender sollte über eine Kopie der Daten verfügen.

Datalocker Sentry One
Wenn das Passwort zehn mal falsch eingegeben wurde, löscht sich das Gerät.
© Weka Media Publishing

Was taugt der Stick im Unternehmenseinsatz?

Für Admins gibt es mit der etwas teureren Managed-Version viele Konfigurationsmöglichkeiten (nicht Teil unseres Tests). Die Verwaltung erfolgt im Unternehmen oder in der Cloud über die Safe Console. Der Admin kann hier z.B. festlegen, dass sich nur bestimmte Sticks anmelden dürfen, bzw. dass die Sticks nur lesbar sind, wenn sie sich woanders anmelden. Außerdem kann er Passwörter zurücksetzen oder in einem Verlustfall den Inhalt des betreffenden Geräts aus der Ferne komplett löschen.

Datalocker Sentry One
Im Crystal Disk Mark erreicht der Stick nur magere Werte.
© Weka Media Publishing

Wie schnell ist der Sentry One?

Nicht sonderlich schnell: Mit Crystal Disk Mark erreichten wir sequenzielle Datenraten von 168 MB/s beim Lesen und 46 MB/s beim Schreiben; Mit Random 4k schaffte der Stick 13 MB/s beim Lesen und 8 MB/s beim Schreiben. Vom Sicherheits-Stick soll aber vermutlich weder ein Betriebssystem starten, noch ein Echtzeit-Game laufen. In der Praxis hatten wir einen gemischten Ordner mit 126 MB in drei Sekunden rübergeladen, was wir nicht als stören für den Workflow empfanden.

Fazit

Für Privatanwender, die über ein normales Sicherheitsbedürfnis verfügen, ist ein gängiger Stick mit Veracypt günstiger und schneller. Interessant ist der Datalocker Sentry One für Freiberufler oder Unternehmen mit sensiblen mobilen Daten. Admins erfreuen die vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten der Safe Console (nicht im Test).

Sigel PC Magazin Sehr gut September 2022.
Sigel PC Magazin Sehr gut September 2022.
© WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH

Eigenschaften

Vollbildansicht
Eigenschaft Wert
Version im Test 6.6 (Standard, nicht Managed)
Update Empfehlenswert: datalocker.com/device-updates
Kapazität 4 GB bis 128 GB (4 GB im Test)
Preise Von 55 Euro (4 GB Standard) bis 353 Euro (128 GB Managed)
Anschluss USB 3.0
Systeme Windows, MacOS, Linux (nur Windows im Test)
Dateisystem Fat32 oder extFAT
Verschlüsselung AES 265
Zertifikate Französische CSPN-Zertifizierung, vom BSI anerkannt als Beschleunigtes Sicherheitszertifikat, FIPS 140-2 Level 3
Wasserfest IPX8
Datenrate Sequenziell 168 MB/s Lesen, 46 MB/s Schreiben; Random 4k 13 MB/s Lesen und 8 MB/s Schreiben

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