Testbericht

Nikon D90, D7000 und D300s

8.3.2011 von Karl Stechl

ca. 4:20 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
  1. Das Nikon-System - Wegweisend
  2. Nikon D3100 & D5000 - Einstieg
  3. Nikon D90, D7000 und D300s
  4. Nikon D700, D3s & D3x - Profis
  5. Nikon-System - RAW-Test
  6. Fazit

Im Mittelklassetrio von Nikon ist die D90 mit einem Gehäusepreis von knapp 700 Euro die mit Abstand preiswerteste Kamera, nur halb so teuer wie die D300s und 500 Euro günstiger als die D7000. Bilder zeichnet die D90 mit einem engen Verwandten jenes 12-Megapixel-CMOS auf, den man auch von der D5000 und D300s kennt. Die D7000 verwendet dagegen einen von Nikon neu entwickelten 16-Megapixel-Sensor und baut ansonsten auf Elementen der D300s und D90 auf.

Nikon D90
Die D90 schlägt die Brücke zwischen den Einsteigermodellen und der semiprofessionellen Klasse. Auf ein großes Sucherbild mit einer effektiven Vergrößerung von 0,6x muss man nicht verzichten, auf Spritzwasserschutz schon.
© Nikon

Ausstattung

Die D90 kommt in einem Polycarbonatgehäuse, das ein Stück wertiger ist als bei D3100 und D5000, jedoch ohne Spritzwasserschutz auskommen muss. Die D7000 hat von der D90 die kompakten, nahezu identischen Abmessungen, von der D300s den Kunststoff-Magnesium-Mix, allerdings in modifizierter Form: Bei der D7000 wird etwas weniger Magnesium verbaut als bei der D300s; so besteht beispielsweise nicht nur die Halterung des Popup-Blitzgeräts aus Kunststoff, sondern auch die Frontpartie, auf der das Objektivbajonett angesiedelt ist. Keine Unterschiede soll es laut Hersteller aber beim Staub- und Spritzwasserschutz geben. Auch das Nikon-typische Selbstreinigungssystem für den Bildsensor hat die Kamera an Bord.

Alle drei Kameras bieten einen SLR-Sucher mit Pentaprisma, einblendbaren Gitterlinien und einer effektiven Vergrößerung um 0,6x. Einen kleinen Vorteil spielt sich die D7000 durch die 100-Prozent-Abdeckung des Bildfelds heraus, während D90 und D300s sich mit 94 Prozent begnügen. Keine Unterschiede gibt es beim TFT-Monitor, der in allen drei Fällen eine Diagonale von 3 Zoll hat und mit 307.000 Bildpunkten sehr hoch auflöst. Unterm Strich bietet die D300s im Mittelklassetrio das professionellste Gehäuse.

Nikon D90
Die D90 schlägt auch bedientechnisch die Brücke zwischen Consumer und Semiprofi: Das Moduswahlrad ist consumertypisch, das LC-Display oben am Gehäuse haben heute fast nur noch die (Semi-)Profis.
© Nikon

Aufnahmefunktionen

Live-View beherrschen alle drei Modelle. Nur die D300s bietet jedoch die Wahl zwischen Phasen- und Sensor-AF im Live-View-Modus; die beiden anderen beschränken sich auf Sensor-AF. Beim Videofilmen ist die D7000 von den drei Kameras des Trios auf dem neuesten Stand - mit Full-HD gegenüber HD-Format bei der D90 und 300s. Fehlende AF-Unterstützung konstatiert man nur bei der D90.

Während sich die D90 beim AF-System mit 11 AF-Sensoren (1 Kreuzsensor) nicht von der Einsteigerklasse abhebt, bieten D300s mit 51 AF-Sensoren (15 Kreuzsensoren) und D7000 mit 39 AF-Sensoren (9 Kreuzsensoren) ein Stück Oberklasse. Bei der Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit machen D90 (0,30/0,60 s) und D300s (0,35/0,46 s) mehr Tempo. Die D7000 ist etwas langsamer (0,46/0,53 s). Bei der Serienbildgeschwindigkeit hat die D300s im Mittelklassetrio mit 7 B/s klar die Nase vorn.

Nikon D300s
Die 2D-Wasserwaage lässt sich bei der D300s auch in das Live-Bild einblenden. Die reichhaltige Auswahl an Bedienelementen ist ein typisches Merkmal gehobener Nikon-Modelle.
© Nikon

D90 und D7000 bieten eine reichhaltige Auswahl an Belichtungsprogrammen: die Standards wie Auto, P, A, S, M, ergänzt durch Motivprogramme - 6 bei der D90, 19 bei der D7000. Die Auswahl an Motivprogrammen ist bei der D7000 attraktiver gelöst, weil neben einem Wählrad auch Beispielbilder im Monitor eingeblendet werden. Bei der D300s wurde, der semiprofessionellen Ausrichtung entsprechend, auf Motivprogramme ganz verzichtet. Dafür bietet die D300s eine kürzeste Verschlusszeit von 1/8000 s und 1/250 s Blitzsynchronzeit; die D7000 kann das aber auch, während sich die D90 mit 1/4000 s und 1/200 s Blitzsynchronzeit begnügt.

Die D300s speichert Bilder wahlweise auf  CF- oder SDXC-Karte. Auch die D7000 bietet zwei Kartenslots, in beiden Fällen aber für SDXC-Medien. Bei der D90 kann nur eine SD-Karte eingesetzt werden.

Bedienkonzept

Alle drei Modelle besitzen neben dem Monitor an der Rückseite ein LC-Display oben am Gehäuse zum Einstellen von Aufnahmeparametern, gepaart mit Direktzugriffstasten auf bestimmte Funktionen. Abgesehen davon aber scheiden sich die Geister beim

Nikon D300s
D300s: Die Gemeinsamkeiten zwischen D7000 und D90 werden auch von oben deutlich - etwa beim Wahlrad für die Belichtungsprogramme. Bei der D300s findet sich dort ein Multifunktionsschalter.
© Nikon

Bedienkonzept: D90 und D7000 besitzen z. B. ein Moduswahlrad für die verfügbaren Belichtungsprogramme (darunter auch Motivprogramme), während man bei der D300s die Belichtungsprogramme (Programm-, Zeit- und Blendenautomatik plus manuelle Einstellung) per Modustaste und Einstellrad vorwählt.

Typisch für die D300s ist zudem der Multifunktionsschalter links oben am Gehäuse, mit dem man die eingestellte Bildqualität, Weißabgleichsmethode oder ISO-Zahl im LC-Display anzeigen lassen und mittels Drehrad verändern kann. Bei der D90 gibt es auch Direktzugriffstasten, aber die sind etwas unübersichtlicher über das Gehäuse verteilt und mehrfach belegt. Durch Drücken der Info-Taste werden bei D90/D300s aufnahmerelevante Daten auch am TFT-Monitor angezeigt; drückt man dann eine der über das Gehäuse verteilten Direktzugriffstasten, kann man mit dem Drehrad an der Rückseite auch direkt Einstellungen verändern. 

Nikon D7000
Die D7000 (Mitte) ist ähnlich kompakt wie die D90, besitzt aber Magnesiumbauteile, allerdings weniger als die D300s.
© Nikon

Auf mehreren Säulen ruht das Bedienkonzept der D7000. Zum einen gibt es Direktzugriffstasten auf häufig gebrauchte Einstellungen wie Bildqualität, Weißabgleich, ISO-Zahl, AF-Konfiguration und Belichtungskorrektur. Man drückt die betreffende Taste, um dann mit einem der beiden Drehräder das Gewünschte am LC-Display einzustellen. Ebenfalls willkommen ist die frei konfigurierbare Funktionstaste.

Zudem hat man auf die wichtigsten Parameter über den Info-Bildschirm Zugriff. Die dort sichtbaren Funktionsfelder lassen sich einzeln anwählen; mit der Bestätigungstaste (OK) gelangt man dann in das jeweilige Untermenü. Direkt am Info-Bildschirm lassen sich Werte allerdings nicht verändern.

Nikon D7000
D7000: Die Gemeinsamkeiten zwischen D7000 und D90 werden auch von oben deutlich - etwa beim Wahlrad für die Belichtungsprogramme. Bei der D300s findet sich dort ein Multifunktionsschalter.
© Nikon

Anders als bei der D90 gibt es bei der D7000 zwei Speicherplätze für die individuelle Konfiguration der Kamera (U1/U2), anwählbar über das Modusrad für die Belichtungsprogramme. Jeweils vier Konfigurationsspeicher für Aufnahme- bzw. Individualfunktionen bietet die D300s.

Bildqualität

In dieser Disziplin ist die preisgünstige D90 die Gewinnerin im Mittelklassetrio: Keine andere Nikon mit DX-Sensor bietet eine so konstante Qualität zwischen ISO 100 (58 Punkte) und ISO 1600 (55 Punkte). Neben der hohen Dynamik zwischen 9,5 und 10 Blenden glänzt die Kamera mit sehr niedrigen Texturverlusten von maximal 0,3 und geringem Rauschen von VN 1,1 bei ISO 1600. 

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Nikon D90
© ColorFoto

Die D300s schließt in allen Testkriterien dicht auf, während sich die D7000 ein Stück weit davon entfernt: Ihren Auflösungsvorteil spielt sie nur bei ISO 100 und 400 aus, während sie bei der Textur deutlich höhere Verluste zeigt als die beiden anderen Kameras - zwischen 0,7 und 1,0. An der Dynamik gibt es mit konstant 9 Blenden wenig auszusetzen, aber auch hier bleibt die Kamera unter den Werten ihrer Schwestermodelle.

Hier finden Sie die ColorFoto-Tests der Nikon-Kameras:

Nikon D90

Nikon D7000

Nikon D300s

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