Raumklang für 229 Euro

Creative Stage 360 im Test: Kompakte Dolby-Atmos-Soundbar für den Schreibtisch

28.9.2021 von The-Khoa Nguyen

Die Soundbar Stage 360 von Creative will Dolby Atmos auf Ihren PC-Schreibtisch oder das Konsolen-Rack bringen. Der Test zeigt, ob das gelingt.

ca. 4:10 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Auf einem kleinen TV-Schrank oder einem PC-Schreibtisch ist die Stage 360 gut aufgehoben.
Auf einem kleinen TV-Schrank oder einem PC-Schreibtisch ist die Stage 360 gut aufgehoben. Ein kleines Display hinter dem Lautsprechergitter verrät Quelle, Format und mehr.
© Creative

Pro

  • Räumlichkeit
  • preisgerechter Klang
  • Fernbedienung
  • Soundbar-Verarbeitung

Contra

  • Subwoofer schwächelt bei hohen Lautstärken

Fazit

Gute Lösung für den budgetfreundlichen Raumklang-Einstieg.


Gut

Nach hierzulande kaum beachteten Carrier-Soundbars fürs Heimkino bietet Creative mit der Stage 360 für 229 Euro eine erschwingliche Dolby-Atmos-Soundbar mit Subwoofer. Im Test fassen wir unsere Eindrücke zur Einrichtung, dem Klang und der Räumlichkeit bei 3D-Sound zusammen. Die Creative Stage 360 ist die dritte Soundbar der Stage-Reihe und bietet darin erstmals Dolby Atmos. „Erstmals Dolby Atmos“ gilt für die genannte Desktop-Reihe. Mit der SXFI Carrier ist Mitte des Jahres ein Barren mit Subwoofer fürs Heimkino für 1.000 Euro erschienen. 2016 gab es die X-Fi Sonic Carrier, die aber das Fünffache kostete und seinerzeit mehr Machbarkeitsstudie denn geplantes Massenprodukt war. Für PC-Schreibtische oder Konsolen-Setups in kleinen Räumen sind sie überproportioniert: nicht wie unser aktuelles Testgerät.

Die Creative Stage 360 bietet wie auch in der Katana-Reihe einen kompakten Barren, der unter einem Monitor oder TV Platz findet. Der per Kabel (2m lang) angeschlossene Passiv-Subwoofer wird im Idealfall an der Wand bzw. im ggf. vorhandenen Eck unter dem Schreibtisch positioniert. Signale finden mit zwei HDMI-2.0-Eingängen, einem optischen Toslink-Anschluss oder per Bluetooth in die Soundbar. Ein HDMI-2.0-Ausgang mit ARC-Funktion (audio-return-channel) leitet dann das Bild weiter an einen TV oder Monitor bzw. nimmt den Ton von Quellen auf, die zuerst an den Fernseher geschickt werden.

Die Anschlüsse der Stage 360.
Die Anschlüsse der Stage 360.
© Creative

Ein mittig platziertes Display hinter der Lautsprecherabdeckung zeigt die wichtigsten Infos an – wie Quelle, Lautstärke oder etwa das erkannte Audioformat. Zur Verfügung steht zudem eine praxisgerechte Fernbedienung, mit der Sie die Lautstärke sowie den Bass einstellen, Eingänge (HDMI 1 oder 2, Bluetooth) umschalten, die Tonquelle zwischen ARC und optisch wechseln, das Display einschalten oder den Klang an Filme oder Musik bzw. eine nahe oder weiter weg platzierte Hörposition anpassen. Lobenswert ist ein Nachtmodus, der zu später Stunde die Dynamik verringert und somit zwischen leisen und lauten Passagen für weniger Ärger durch Nachbarn sorgen kann.

Die Fernbedienung ist praxisgerecht und erlaubt alle unterstützten Einstellungen.
Die Fernbedienung ist praxisgerecht und erlaubt alle unterstützten Einstellungen.
© Creative

Die Einrichtung ist schnell erledigt. Auch die Funktionen entsprechen unseren Erwartungen. Wird die Soundbar über ARC gespeist, gab es keine Überraschungen. Der Atmos-Container der Xbox Series X wird erkannt, genau wie das Atmos-Signal von einem Windows-10-PC mit installierter Dolby-Access-App. Auch Dolby-Atmos-Inhalte via Netflix-App eines Fernsehers funktionierten ohne Probleme. Beim Einsatz einer PS4 und PS5 mit einer (UHD-)Blu-ray ließ sich ein Atmos-Signal ebenso durchschleifen und wurde von der Creative Stage 360 erkannt und so angezeigt.

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Der räumliche Klangeindruck für den kompakten, solide verarbeiteten Barren ist überraschend gut. In Cyberpunk 2077 auf dem PC fanden wir uns bei Regen in einer lebhaften, dreidimensional anmutenden Sounduntermalung aus Verkehrslärm, verschiedenen NPC-Gesprächen und Wettereinflüssen wieder. In Forza Horizon 4 und Dirt 5 sorgten beispielsweise Überholmanöver sowie vorbeiziehende Wasserfälle, Festivalbühnen und Co. für eine tolle Immersion. Beim 360-Grad-Rascheln durch die Bäume im Dolby-Amaze-Treiber (abgespielt via Dolby Access App auf der Xbox und dem PC) waren wir der Ansicht, die wandernden Geräusche tatsächlich aus dem Rückraum wahrnehmen zu können. Lediglich das Donnern am Ende des Demo-Trailers hätte wuchtiger sein können. Dafür müsste aber der Subwoofer mitspielen.

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Wie auch bei der genannten Soundbar für Gamerinnen und Gamer, die übrigens mit Version 2 aufwartet, messen wir keine Lücke im Übergangsbereich zwischen Bar und Sub. Der Klang selbst ist mittenbetont und sorgt somit für eine gute Sprachverständlichkeit. In unseren Messungen fällt jedoch ein recht früher Hochtonabfall ab 14 kHz auf, was sich "matt" anhört. Der Subwoofer stellt sich oberhalb gehobenerer Zimmerlautstärken als Schwäche heraus.

Am Frequenzgang der Stage 360 kann man nicht meckern. Der Übergang von tiefen zu mittleren Tönen verläuft sauber.
Am Frequenzgang der Stage 360 kann man nicht meckern. Der Übergang von tiefen zu mittleren Tönen verläuft sauber.
© TestLab / pc-magazin.de

Bei insgesamt zwei Testgeräten stellten wir fest, dass das Holzgehäuse nicht ausreichend versteift ist und bei entsprechender Lautstärke und forderndem Quellsignal störend scheppern kann. Dem können Sie entgegenwirken, indem Sie den Bass über die Fernbedienung herunterstellen.

Auffällig ist, dass die Stage 360 an Soundformaten nur PCM, Dolby Atmos und „Dolby Surround“ erkennt bzw. so anzeigt. Dabei war es im letztgenannten Fall egal, ob Dolby Digital, Dolby Digital Plus oder Dolby TrueHD den Weg in die Soundbar findet. Der Räumlichkeit und der Klangqualität in gemäßigter Lautstärke tat dies aber keinen Abbruch. DTS bleibt lizenzbedingt natürlich außen vor und muss vom Zuspieler als PCM-Signal vorliegen.

Bei einer Toslink-Verbindung, bei der wir an einer passend eingestellten PS4 eigentlich die Anzeige "Dolby Digital" erwartet hätten, haben wir übrigens einen Delay von 70ms festgestellt. Praktischerweise bleibt bei den Konsolen HDMI als Anschluss. Ältere Zuspieler müssten ggf. feinjustiert werden, damit Inhalte lippensynchron bleiben. Hier fehlt der Soundbar eine Möglichkeit, den Videostream über den HDMI-Ausgang bei Bedarf zu verzögern.

Um wenigstens 5.1 als Dolby-Digital- oder DTS-Signal zu erhalten legen Sie unten rechts den Schalter auf Dolby oder DTS um.

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Wer für die Tonübertragung nicht ARC sondern die HDMI-Eingänge wählt, sollte bei ausbleibendem Bild beachten, 4K-Zuspieler vorher auf 60Hz zustellen, wenn das nicht automatisch passiert. Das war beispielsweise bei der Xbox Series X nötig. Dafür freuten wir uns, dass nicht nur Dolby Atmos sauber weitergeleitet wird, sondern auch Dolby Vision. Die Xbox zeigte auch einen FreeSync-Support an. Der PC erkannte die Stage 360 bzw. den per HDMI verbundenen TV mit einer angeschlossenen RTX-30-Karte problemlos, bot für eine erweiterte Anzeige aber natürlich nur UHD bei 60Hz an, weil die Soundbar nur HDMI-2.0-Anschlüsse verbaut hat.

Fazit:

Wer nach PC-Lautsprechern sucht und beispielsweise wenige, unterstützte Dolby-Atmos-Games bzw. sein Netflix-Premium-Abo mit 3D-Klang ausreizen will, bekommt mit der Stage 360 eine gute Lösung. Die Soundbar bringt eine immersive Beschallung auf moderaten Lautstärken im kleinen Raum. Größere Heimkinoabende mit mehreren Gästen, deren Eigenlautstärke von Soundbar und Subwoofer überspielt werden sollen, können wir aber nicht empfehlen – außer wenn Ihre Filmauswahl auf Basslastiges verzichtet oder Sie den Tiefton herunterregeln wollen.

PC-Magazin-Testsiegel-gut
© PC Magazin / Weka Media Publishing GmbH

Creative Stage 360 - Details:

  • Preis: 229 Euro
  • Herstellerwebseite: Creative
  • System: 2.1
  • Leistung: 60 W RMS/240 W Spitzenleistung 
  • Frequenzgang (–6dB): 142 Hz bis 15 kHz (Bar), 41 bis 187 Hz (Sub)
  • Anschlüsse: Bluetooth 5.0, optisch, 2x HDMI 2.0 Eingang, 1x HDMI 2.0 Ausgang mit ARC, USB für Updates
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