Nächstes Kultspiel nach Max Payne und Alan Wake?

Control im Test: Kontrollverlust?

Mit Control hat Remedy nach Highlights wie Alan Wake und Max Payne sein neues Werk auf den Markt gebracht. Doch schafft es Control ebenfalls in den Bereich der Kultspiele vorzudringen? Wir machen den Test.

Control im Test

© 505 Games

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EUR 39,90

Pro

  • Abwechslungsreiches Gameplay
  • Interessante, teils wirre Story
  • Teils bedrückende Atmosphäre
  • Zerstörbare Umgebung

Contra

  • Performance-Probleme
  • Grafisch teils triste Level
  • Schlechte deutsche Sprachausgabe

Fazit

Control weicht ab vom typischen Remedy-Schema und bietet eine offene Spielwelt mit toller Action – aber technischen Problemen.
Gut

Es gab eine Zeit, da galt das finnische Studio Remedy als die Hoffnung einer ganzen Spielegeneration. Mit Max Payne setzten sie sich ein Denkmal und mit Alan Wake zeigten sie, dass sie es auch später noch draufhatten, packende, übernatürliche Storys mit einem ebenso packenden Gameplay zu programmieren. Mit Control wagt man sich jetzt erneut an das Unterfangen und steckt uns in die Haut von Jesse Faden, der Hauptprotagonistin.

Wir betreten das Federal Bureau of Control, wohl einen übernatürlichen Ableger des FBI, im „Ältesten Haus“ in New York. Früh merken wir: hier stimmt was nicht! Und tatsächlich entdecken wir wenig später den Direktor des FBC, der sich mit seiner Amtswaffe in den Kopf geschossen hat. Interessanterweise werden wir mir nichts dir nichts die neue Direktorin des FBC – das nennen wir mal einen gelungenen Quereinstieg. Die Amtswaffe ist ab diesem Zeitpunkt unser treuester Begleiter und verwandelt sich mit der Zeit in eine wandelbare Allzweckwaffe. Mal einen Granatwerfer, mal ein Scharfschützengewehr – praktisch.

Doch als Direktor des FBC scheint man es nicht einfach zu haben, denn „Das Zischen“, eine scheinbar übernatürliche Kraft, hat die Mitarbeiter des FBC in wandelnde Monster verwandelt und die Innenarchitektur des Gebäudes verändert. An uns ist es, dieses Mysterium aufzuklären. Und unseren Bruder zu suchen, den das FBC wohl vor langer Zeit entführt hat. Die Story ist genauso surreal wie komplex. Leider versucht Control, den Spieler dazu zu zwingen, über Nebenmissionen mehr über das „Älteste Haus“ herauszufinden. Wer diese jedoch in der gut 20 Stunden anhaltenden Story links liegen lässt, verpasst zahlreiche Hintergrundinformationen, die für den Verlauf der Geschichte und das Verständnis für ebendiese durchaus elementar wären.

Control für PS4 im Test: (Frei)schalten und walten

Control im Test

© 505 Games

Nach den ersten recht linearen Momenten lässt uns Control die Freiheit, im gesamten „Ältesten Gebäude“ umher zu streifen und die einzelnen Sektionen vom Zischen zu befreien. Im Gegensatz zu den vorherigen Spielen, ist Control im sogenannten Metroidvania-Format gebaut. Sobald wir neue Fähigkeiten freischalten und bestimmte Bereiche freischalten, öffnen sich weitere Ebenen des Hauses inklusive passender Nebenaufgaben. Zudem gibt es überall verteilt bestimmte Kontrollpunkte, von denen aus wir zu anderen Punkten auf der Karte schnellreisen können.

Zudem bekommen wir diverse übermenschliche Fähigkeiten verliehen, können beispielsweise Dinge umherschleudern, besonders weit springen oder sogar fliegen. Gepaart mit der Amtswaffe ergeben diese Fähigkeiten ein besonders ansehnliches Action-Gameplay. Für die Grafik setzt Remedy erneut auf die Northlight-Engine, die ihr bestes gibt. Vor allem die zahlreichen Partikel- und Physikeffekte beeindrucken, wenn wir mit unserer Amtswaffe wüst umher ballern und gleichzeitig Tische, Stühle oder Feuerlöscher auf unsere Gegner werfen. Auf dem PC sorgt sie zudem mit Ray-Tracing-Unterstützung für eine beeindruckende Optik, die vor allem durch Reflexionen, transparente Spiegelungen, indirekte Beleuchtung, Kontaktschatten und umherliegenden Schutt für Furore sorgt.

Control im Test

© 505 Games

Trist wird es, sobald auf dem Bildschirm nur wenig passiert. Dann sehen die Level teils wie zu groß gewachsene Wüsten der Einöde aus und erinnern eher an Spiele aus vergangenen Jahrzehnten. Die Level wirken, wenn man lediglich hindurch geht, viel zu ausladend, zu grob, zu repetitiv. Auch die Texturqualität ist vor allem auf einer normalen PS4 teilweise unterirdisch. Genau wie die Performance, die gerade auf der Playstation 4 (ohne Pro) für immense Framerate-Einbrüche sorgt. Auf der Xbox One S ist es besser. Die Xbox One X bietet abgesehen vom PC das rundeste Spielerlebnis, die PS4 Pro kann mithalten, aber nicht immer. Besonders oft hat man Einbrüchen in Kämpfen zu tun. Doch einmal in einem der zahlreichen gelungenen Kämpfe verwickelt, verkommt das Grafische zur Nebensache.

Control für PS4 im Test: Fazit

Control ist kein einfaches Spiel. Und das liegt nicht etwa am Schwierigkeitsgrad. Denn Control muss man mögen, man muss sich einfangen lassen von der surrealen Sci-Fi-Atmosphäre und der spannenden, wie wirren Story rund um Jesse Faden und das FBC. Wenn man dann noch über die Performance-Probleme hinwegsehen kann, bekommt man ein Action-Adventure geboten, das einen durchaus begeistert. Das liegt vor allem am wirklich gelungenen Gameplay. Und ein Tipp zum Schluss: Die deutsche Sprachausgabe ist zwar vorhanden, leider aber nicht überzeugend. Vor allem die zeitlich teils arg versetzte Lippensychronität verleidet den Spielspaß. Daher: umstellen auf englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln.

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