Rundenstrategie-Klassiker

Civilization 6 im Test: Nur noch eine Runde

29.11.2016 von Manuel Medicus

Mit Civilization 6 verfeinert Firaxis den erfolgreichen Klassiker gekonnt. Wir haben das neue Civ für Sie angespielt.

ca. 4:10 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Civilization 6 Stadtgründung
Civilization 6: Jede Partie beginnt mit der ersten Stadtgründung.
© Firaxis / Screenshot: PC Magazin
EUR 12,84
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Pro

  • Langanhaltender Spielspaß
  • Vielfältige Völker
  • Stadtbezirke als gelungene Neuerung
  • Erstklassiger Soundtrack
  • Detailverliebte Grafik

Contra

  • Unausgereifte Gegner-KI
  • Bedienung nicht immer intuitiv
  • Noch hohe Zahl an Bugs

Mit Civilization 6 geht Sid Meier's Strategie-Klassiker in die nächste Runde. Besser gesagt: In die nächsten Runden. Denn auch im sechsten Teil der erfolgreichen Serie wird an der Rundenstrategie-Grundformel wenig gerüttelt. Wie gewohnt steuert der Spieler in Civilization 6 sein Volk von der ersten Steinzeit-Siedlung bis zum Aufbruch ins All.

Runde für Runde gilt es dabei Städte auf- und auszubauen, neue Technologien zu erforschen, Kriegstruppen zu befehlen und sich gegen andere Zivilisationen zu behaupten.

Ziel ist es, das Spiel durch eine der fünf Siegbedingungen für sich zu entscheiden: Herrschaftssieg durch die Unterwerfung aller anderen Zivilisationen, Wissenschaftssieg durch den Bau einer Marskolonie, Kultursieg durch eine hohe Anziehungskraft für Touristen, Religionssieg durch eine globale Glaubensdominanz oder Punktesieg durch die meisten Punkte nach Ablauf des Rundenlimits.

Je nachdem mit welchem der 20 Völker der Spieler antritt, bieten sich hier Vor- und Nachteile für die verschiedenen Siegbedingungen. Während etwa die Spanier spezifische Boni für Religionskriege erhalten, haben die Norweger Vorteile bei der Seefahrt.

Civilization 6
Civilization 6: Mit der erfolgreichen Besiedlung des Mars gewinnen Sie das Spiel über den Wissenschaftssieg.
© Firaxis / Screenshot: PC Magazin

Stadtplanung will gelernt sein

Soweit unterscheidet sich Civilization 6 wenig von den Vorgängern. Doch auf der Ebene der Städte hat Firaxis eine gewichtige Neuerung eingeführt: Die Bezirke. Hier gibt es je nach erforschten Technologien verschiedene Spezialisierungen - etwa den Campus für Bibliotheken und Universitäten, die heilige Stätte für Schreine und Tempel oder das Industriegebiet für Werkstätten und Fabriken.

Die Distrikte werden wie auch neuerdings Wunder auf den Feldern um eine Stadt herum platziert. Dadurch nehmen Städte in Civilization 6 deutlich mehr Raum ein und sind damit schwerer zu verteidigen. Weil Bezirke und Wunder zudem mit lokalen Ressourcen konkurrieren und durch die richtige Anordnung zusätzliche Boni erhalten, erfordert der Ausbau einer Stadt einiges mehr an Planung.

Civilization 6
Civilization 6: Durch die Bezirke breiten sich Städte viel weiter auf der Landkarte aus.
© Firaxis / Screenshot: PC Magazin

Dabei ist es jedoch schön anzusehen, wie sich eine Stadt Feld für Feld auf der Karte ausbreitet. Wenn auch die Ansicht in der Moderne bei mehreren benachbarten Städten schon einmal unübersichtlich werden kann. Insgesamt sind die Bezirke gelungen und erweitern die Civilization-Reihe um eine neue strategische Komponente.

Weitere neue Features in Civilization 6 sind unter anderem ein neuer Regierungsbildschirm, der mit verschiedenen Politiken bestückt werden kann, Eingebungen, die die Erforschung einzelner Technologien beschleunigen und ein Religionssystem, bei dem Apostel und Missionare in Glaubenskämpfen gegeneinander antreten können. Dazu wurden Handwerker und das Handels-System überarbeitet und Stadtstaaten und die Stadtverwaltung angepasst.

Civilization 6
Es lebe A'tuin, der Träger der Scheibenwelt! Wer in Civilization 6 eine Religion gründet, kann deren Namen bestimmen und ein Symbol auswählen.
© Firaxis / Screenshot: PC Magazin

Insgesamt entwickelt Civilization 6 die Serie gut weiter und Civ-Veteranen werden sich bis auf einige Ausnahmen sehr schnell zurecht finden. Im Notfall hilft in der Regel die Zivilopädie. Für Neulinge wird ein Tutorial angeboten.

Kleine Kriege erhalten die Freundschaft

Wer nicht in einem der unterschiedlichen Multiplayer-Modi antritt, bekommt es in Civilization 6 mit KI als Gegner zu tun. Diese richtet ihre Strategie nach dem gewählten Volk und zufällig bestimmten politischen Agenden aus.​

Civilization 6
Civilization 6: Wie gewohnt werden die Diplomatie-Bildschirme durch aufwendig animierte Herrscher geschmückt.
© Firaxis / Screenshot: PC Magazin

Was in der Theorie gut klingt, klappt in der Praxis jedoch noch nicht zufriedenstellend. Die Computer-KI ist noch nicht ausgereift und überrascht immer wieder mit schwer nachvollziehbaren Aktionen - etwa wenn eine gerade noch befreundete Zivilisation plötzlich den Krieg erklärt oder einzelne militärische Einheiten sinnlos verheizt werden.

Durch das Fall 2016 Update für Civilization 6​​ hat Firaxis zwar erstes KI-Tuning betrieben, doch sollten die Entwickler hier weiter nachbessern. Da auch die KI in Civilization 5 erst im Laufe der Zeit verfeinert wurde, besteht an dieser Stelle begründete Hoffnung. Und nicht zuletzt dürfen bald entsprechende Mods der Community weiterhelfen.​

Bugs und teils umständliche Bedienung

Allgemein merkt man Civilization 6 an, dass dem Spiel vielleicht einige Wochen mehr Entwicklungszeit gut getan hätten. Immer wieder gibt es kleine Bugs von nicht wegklickbaren Benachrichtigungen bis zu falschen oder fehlenden Übersetzungen. Auch Total-Abstürze des Spiels mussten wir beobachten.

Einen gewissen Nachbesserungsbedarf sehen wir auch bei der Bedienoberfläche. Vor allem die Überblicksbildschirme für die eigene Zivilisation sind im Gegensatz zur Spielgrafik sehr puristisch gehalten. Und geradezu enttäuschend sind die Grafiken und Tabellen nach Spielende. Wer über 20 Stunden in eine Partie investiert hat, freut sich danach über eine detaillierte Aufbereitung der Erfolge.

Civilization 6
Civilization 6: Die Statistiken nach Spielende wirken etwas lieblos.
© Firaxis / Screenshot: PC Magazin

Überragender Soundtrack, zweckdienliche Grafik

Was den technischen Unterbau angeht, so hat Firaxis für Civilization 6 eine neue Grafikengine entwickelt. Diese zündet kein Effekt-Feuerwerk, bietet aber eine gute und stimmige Mischung aus Detailverlietbheit und Übersichtlichkeit. Gleiches gilt für die Soundeffekte im Spiel, die auch in längeren Partien nicht zu aufdringlich sind.

Wirklich hervorragend gelungen ist der Soundtrack. Was Civilization 6 dem Spieler hier je nach Zeitalter und Zivilisation an musikalischer Untermalung bietet, wird sicher für einige Ohrwürmer sorgen. Toll ist es da, dass die Entwickler den ganzen Civilization 6 Soundtrack auf YouTube auch so zum Anhören zur Verfügung stellen.

Fazit

Zwar trüben hier und da noch einige Bugs und Ungereimtheiten das Spielerlebnis, aber alles in allem dürfen nicht nur Fans der Civilization-Reihe auch beim sechsten Teil beherzt zugreifen. Das Spiel bietet durch seinen hohen Wiederspielwert unzählige Stunden Spielspaß. Durch die neuen Features hat es zudem noch einmal an Spieltiefe gewonnen und damit den "Nur noch eine Runde"-Effekt weiter verstärkt. Folgen auf den Fall-Patch wie angekündigt noch weitere Nachbesserungen bei KI und Balance, dann wird Civilization 6 auch über Jahre hinweg eine treue Community haben.

Civilization 6: Systemanforderungen

Minimum

  • Betriebssystem: Windows 7x64 / Windows 8.1x64 / Windows 10x64
  • Prozessor: Intel Core i3 2.5 Ghz / AMD Phenom II 2.6 Ghz oder besser
  • Arbeitsspeicher: 4 GB RAM
  • Grafik: 1 GB & AMD 5570 oder nVidia 450
  • DirectX: Version 11
  • Speicherplatz: 12 GB
  • Soundkarte: DirectX-kompatible Soundkarte

Empfohlen

  • Betriebssystem: Windows 7x64 / Windows 8.1x64 / Windows 10x64
  • Prozessor: 4th-Gen. Intel Core i5 2.5 Ghz / AMD FX8350 4.0 Ghz oder besser
  • Arbeitsspeicher: 8 GB RAM
  • Grafik: 2GB & AMD 7970 oder nVidia 770 oder besser
  • DirectX: Version 11
  • Speicherplatz: 12 GB
  • Soundkarte: DirectX-kompatible Soundkarte

Civilization VI Rise and Fall Expansion - Trailer

Quelle: 2K Games
Der Ankündigungstrailer zur Civilization VI Erweiterung Rise and Fall (3:29 min).

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