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Soundbar

Cinesystem Pro von Teufel im Test

Man trifft sich immer zweimal: Nach ihrem Triumph im letzten Jahr kam die Teufel Cinebar Pro zurück, um noch mehr Seelen von Heimkino-Begeisterten an sich zu binden. Dabei unterstützen sie im Cinesystem Pro zwei drahtlose Rear-Speaker.

Cinesystem Pro von Teufel  im Test

© Teufel

Das neue Cinesystem Pro von Teufel.

EUR 1.399,99

Pro

  • geht vom Klang und der Konnektivität schon stark in Richtung AV-Receiver mit Boxen

Contra

  • benötigt für ein Soundbar-Set viel Platz

Fazit

video-Testurteil: sehr gut (676 von max. 840 Punkte), Preis/Leistung: überragend
80,0%

Kollegin Antonia Laier fragte provokativ: „Mit (dem) Teufel einen Pakt schließen? Wer sich aktuell ein richtig gutes und zugleich kompaktes Heimkino-Setup nach Hause holen möchte, sollte den Schritt vielleicht wagen. Ist die Cinebar Pro die Sünde wert?“ Und man ahnt es bereits, schließlich kannte die Kollegin schon beim Verfassen der Einleitung den Ausgang der Geschichte. Ihr Fazit: „Der teuflische Plan geht auf: Mit der Pro wurde ein überragendes Soundbar-Duo geschaffen.“

Angesichts eines solchen Ergebnisses sollte man meinen, dass sich der betreffende Hersteller erst einmal auf seinen Lorbeeren ausruht. Doch offensichtlich dachten sich die Berliner, dass es wohl mit dem Teufel zugehen müsste, wenn es ihnen nicht gelänge, das hervorragende Ergebnis der 1.300 Euro teuren Kombination aus Soundbar und Subwoofer noch zu toppen. Und so kam die Cinebar Pro kürzlich mit Verstärkung zurück. 

Verstärkung angefordert 

Die Taskforce von der Spree nennt sich nun Cinesystem Pro und besteht aus dem bereits bekannten Duo aus Cinebar Pro und dem Subwoofer T10 (Einzelpreis 420 Euro) plus zwei drahtlosen Surround-Boxen. Damit ist die Marschrichtung des 4.1-Systems offensichtlich: Neben einem gewissen Zugewinn an Pegel kommt natürlich eine Räumlichkeit ins Spiel, wie man sie letztlich nur mit diskreten Rear-Kanälen erreichen kann.

Cinesystem Pro von Teufel  im Test

© Teufel

Teufel schnürte mit dem Cinesystem Pro ein Paket aus der herausragenden Cinebar Pro, dem amtlichen Subwoofer T10 und zwei drahtlosen 2-Wege-Surround-Boxen, die in Schwarz oder Weiß erhältlich sind.

In dieser Konfiguration wird das Cinesystem Pro zu einer ernsthaften Konkurrenz für erschwingliche 5.1-Lautsprecher Sets. Trotzdem bleibt der Listenpreis mit 1.600 Euro ausgesprochen konkurrenzfähig. Dafür wird eine Menge geboten. Schließlich zählt die Cinebar Pro zu den aufwendigsten Soundbars auf dem Markt. Ihr robustes, edel anmutendes Metallgehäuse wiegt über 11 Kilo und ist satte 120 Zentimeter breit.

Im Innern verbergen sich neben zwei 2,5-Zentimeter-Hochtönern gleich sechs Mitteltöner mit einem Durchmesser von je 10 Zentimetern. Jeweils zwei davon bilden mit jedem der Hochtöner einen der beiden vorderen Hauptkanäle. Die beiden anderen Mitteltöner sitzen in den Flanken der Soundbar als Side-Firing-Speaker. Sie ermöglichen mit der Dynamore Ultra Technologie virtuellen Surround Sound.

Um Phantomschallquellen im Rücken von respektive neben Zuhörern entstehen zu lassen, nutzen sie die Reflexion der Seitenwände. Das funktioniert je nach Sitzposition, Einrichtung und Bedämpfung des Raums mal mehr und mal weniger gut. Im vierteiligen Cinesystem Pro sorgen schon die drahtlos angesteuerten zwei Wege-Boxen für eine stabile Raumwiedergabe.

Doch schaden die beiden Dynamore-Ultra-Kanäle auch nicht, denn sie füllen mit ihrem Sound die Lücke zwischen vorne und hinten auf. In den geschlossenen Kunststoffgehäusen der Wireless-Rears teilen sich eine 1,9-Zentimeter-Kalotte und ein 7,6-Zentimeter-Konus die Arbeit.

Jeder der beiden Satelliten verfügt über eine eigene 35-Watt-Class-D-Endstufe und wird über ein eigenes vier Meter langes Stromkabel versorgt. Wer in seinem Raum an der richtigen Stelle kein passendes Regal hat, kann für 60 Euro bei Teufel ein Paar Standfüße AC 1001 SP dafür erwerben. Die bestehen aus Metall, sind 96 Zentimeterhoch und bieten die Möglichkeit, das Lautsprecherkabel im Standfuß zu verlegen.

Cinesystem Pro von Teufel  im Test

© Josef Bleier

Von beliebten Apps wie Spotify lässt vom Smartphone, Tablet oder PC sich Musik mit der integrierten Übertragungstechnik Google Chromecast auf die Cinebar Pro streamen. Dazu hält das Gerät via WLAN Verbindung zum Netzwerk.

Schweres Gerät schwebt

Beim Cinesystem Pro steht sogar der Subwoofer auf kleinen Füßen, die ihn über dem Boden schweben lassen. Obwohl das den T10, ein schwarzer Quader mit glatten Flächen, nicht ganz so klobig wirken lässt, handelt es sich dabei nicht um einen Design-Gag.

Der Aktiv-Subwoofer der High-End-Klasse wurde nämlich als Down-fire Subwoofer konzipiert – das heißt eigentlich. Wer die Füße anders anschraubt, der kann die 15,6 Kilo schwere Konstruktion auch als Front-fire-Subwoofer verwenden. Das macht den kabellos ansteuerbaren T10 äußerst flexibel.

Der Reflexkanal des Bass-Reflex-Gehäuses wurde in DPU-Technik ausgeführt. Hinter dem Kürzel versteckt sich Teufels Rezept gegen Strömungsgeräusche, die durch Größe und Form der Austrittsöffnung bekämpft werden. Das integrierte Elektronik-Modul verfügt über eine 150 W starke Class-D-Endstufe und verfügt neben den üblichen Einstellmöglichkeiten über eine Bass-Boost-Funktion, die seinem 25-Zentimeter-Aluminium-Tieftöner zünftig Beine macht.

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Königliche Konnektivität

Während der Subwoofer seinen Cinch-Eingang in dieser Konstellation, die ganz auf drahtlose Verbindung zwischen den einzelnen Komponenten setzt, nie brauchen wird, erweisen sich die vielen Anschlüsse der Cinebar Pro als äußerst nützlich. Das gilt allen voran für die gleich vier HDMI-Eingänge der Soundbar.

Dazu kommt ein HDMI-Ausgang mit Audio-Rückkanal. Dadurch genügt ein einziges Kabel, um die Bar mit dem Fernseher zu verbinden. Die Cinebar Pro wird ihrem Premiumanspruch gerecht. Sie ermöglicht das Durchschleusen hochauflösender Video-Signale mit 4K/60 H und ist zu HDCP2.2 kompatibel.

Zusätzlich verfügt die Cinebar Pro neben einer Bluetooth-Schnittstelle noch über ei-ne Menge weiterer digitaler und ana-loger Audio-Eingänge. Um der vielen Kabel auf der Rückseite Herr zu werden, spendierten ihr die Entwickler rote Gummilaschen, die wie Kabelbinder funktionieren.

Um Unglücke und Beschädigungen zu vermeiden, klebten auf unserem Testmuster große Warnschilder, die gedankenlose Benutzer, die man zu später Stunde womöglich auch in der ein oder anderen Redaktion finden könnte, davon abhalten sollen, die Gummilaschen als Tragegriffe zu verwenden.

Dass sich die Entwickler wirklich Gedanken zur Benutzung des Cinesystem Pro machten, merkt man auch an ganz anderer Stelle. Viele Soundbars knausern im Bereich der Bedienung. Doch hier geht Teufel gleich doppelt in die Vollen. In der Mitte der Soundbar, wo keine Lautsprecher hinter dem Abdeckgitter sitzen, brachten sie an der Oberkante ein von Weitem sichtbares Matrix-Display unter, das sehr verständlich dem Benutzer Rückmeldung gibt.

Cinesystem Pro von Teufel  im Test

© Josef Bleier

Neben den vier HDMI-Eingängen gibt es noch eine Reihe weiterer digitaler und analoger Anschlüsse. Die Konnektivität entspricht eher einem AV-Receiver, als einer Soundbar.

Damit gab sich Teufel aber nicht zufrieden. Die Berliner setzen gleichzeitig auf ein Onscreen-Menü, das gerade beim Set-up gute Dienste leistet. Schließlich ermöglicht das Cinesystem Pro eine Anpassung des Pegels und der Entfernung der einzelnen Lautsprecher, genau wie man es von AV-Receivern kennt.

Umso mehr interessierte uns die Frage, ob auch das Klangerlebnis mit Surround-Systemen aus vielen Einzelkomponenten mit halten kann. Dass die Überraschung sich in Grenzen hielt, lag dabei keinesfalls daran, dass es sich nicht um eine ansprechende und mitreißende Performance gehandelt hätte.

Bereits die Cinebar Pro ließ uns im letzten November-Heft dermaßen die Kinnladen herunterfallen, dass wir diesmal einfach auf eine herausragende Performance gefasst waren. Zu den bekannten Tugenden wie Neutralität, extremer Breitbandigkeit und ansprechender Dynamik kam jetzt noch eine in diesem Umfeld schier herausragende Räumlichkeit.

Das Cinesystem Pro umhüllte uns mit einer lückenlosen, weitreichenden Räumlichkeit, wie man sie von Soundbars nicht gewohnt ist. Der Übergang zwischen Soundbar und Subwoofer gelang ausgezeichnet und auch die hinteren Satelliten fügten sich nahtlos ins Klangbild ein. Für Soundbars ganz und gar außergewöhnlich war die vitale Feindynamik, von der herausragenden Grobdynamik ganz zu schweigen.

In den Aufzeichnungen des Autors fand sich aus einem Hördurchgang mit Konzertmitschnitten die Bemerkung „Disco!“ Gerade bei unserem besonders harten Prüfstein, der Blu-ray Disc „Smoke + Mirros Live“ von den Imagine Dragons tauchte es einen dermaßen in ein explosives Gemisch aus Bühnen-Action und tobendem Publikum, dass man glatt vergessen konnte, einem Soundbar-basierten System zu lauschen, das an Wohnraumfreundlichkeit und Preisgestaltung schwer zu toppen ist.

[Testsiegel] video Magazin Highlight

© video Magazin / Weka Media Publishing GmbH

video Magazin Highlight

Fazit

​Viel hilft viel heißt es im Volksmund. In diesem Fall bedeuten zwei zusätzliche kleine Aktiv-Boxen ein deutliches Plus an Authentizität und Atmosphäre, während sich der Aufpreis für das Cinesystem Pro gegenüber der Cinebar Pro in Grenzen hält. Der Mehraufwand ist also kein Selbstzweck.​

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