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AV-Receiver

Lesertest von Christoph Reschke

Auspacken

Der, wie von Onkyo gewohnte, stabile Karton wies an der Vorderseite und an der Seite Beschädigungen auf, jedoch hat der Karton den Misshandlungen der Lieferdienste widerstanden und gab seinen Inhalt unbeschädigt frei. Das Gerät kann also bedenkenlos online bestellt und Paketdienstleistern anvertraut werden, nur mit schwerem Gerät kann hier dem Inhalt des Kartons Schaden zugefügt werden.

Der Receiver selbst ist durch seitliche Styroporhalterungen geschützt und zudem staubdicht verpackt, die Fernbedienung liegt staubdicht verpackt in einem speziellen Fach der seitlichen Styroporhalterungen, die Bedienungsanleitung, die Batterien für die Fernbedienung, das Messmikrofon sowie die beiden Antennen (AM / FM) sind in einer separaten Tüte untergebracht und liegen auf dem Gerät. Der Hinweis zum korrekten Auspacken des Gerätes auf einer der Kartonflügel ist für den ein oder anderen sicher hilfreich.

© Christoph Reschke

Beschädigter Karton

Dem Gerät liegt eine mehrsprachige Kurzanleitung in Papierform bei, die eigentliche "Geräte-Bibel", sprich die "Erweiterte Anleitung" liegt leider nur online vor. Ich verstehe ja den Umweltschutzgedanken, der angeblich hinter diesem Umstand steckt, jedoch hat wahrscheinlich keiner, der auf diese "Erweiterte Anleitung" zurückgreifen will, permanent einen PC / Laptop / Tab oder Mobiltelefon an (die übrigens auch nicht mit Luft und Liebe betrieben werden können!). Was macht also der interessierte Nutzer: er druckt diese Anleitung selber aus, was garantiert umweltschädlicher ist, als eine professionell gedruckte Anleitung. Dies bitte ich aber nicht als Kritik an Onkyo speziell zu sehen, das betrifft eigentlich alle Hersteller irgendwelcher Produkte, nicht nur die Hersteller im Audio-/Video-Sektor.

© Christoph Reschke

Sicht von oben auf den Inhalt des Kartons

Installation

Das Gerät hat gegenüber meinem vorherigen Receiver eine geringere Tiefe, was eine Unterbringung in Regalen und Schränken begünstigt. Schade ist aber, dass das Netzkabel nicht abnehmbar ist, was ev. dann doch wieder zu Problemen führen kann. Das Gehäuse selbst fühlt sich solide, stabil und hochwertig an.

Die Installation der Lautsprecherkabel gestaltet sich leider etwas schwieriger, da m. M. n. nur Gefäßchirurgen leicht an die zu kleinen und leider nicht nebeneinander angeordneten Lautsprecher-Schraubklemmen kommen. Schön wäre es auch gewesen, wenn der Hersteller, wie er das früher getan hat, farblich markierte und selbstklebende Markierungsfahnen für die Kabel geliefert hätte. Hilfreich ist auf jeden Fall (für den Laien) der Aufdruck auf der Rückseite des Gerätes bzgl. der Lautsprecherzuordnung / Verkabelung.

© Christoph Reschke

Frontansicht in Betrieb

Ein großes Plus ist auch das Vorhandensein von zwei Subwoofer-Pre-Out-Ausgängen, hier kann man entweder zwei aktive Subwoofer anschließen, oder aber eben einen aktiven Subwoofer und zusätzlich z. B. Body-Shaker über einen weiteren Verstärker / Endstufe.

Apropos Pre-Out-Ausgang: Es gibt einen Pre-Out-Ausgang für eine Zone 2. Seit ich AV-Receiver besitze (ca. 25 Jahre), habe ich diese Funktion nie genutzt. Und in Zeiten drahtloser Kommunikation von AV-Quellen und Endgeräten ist das m. M. n. ein Anachronismus. Ich hätte mir stattdessen lieber einen zweiten Lautsprecher-Height-Kanal gewünscht. Bei diesem Modell kann ich leider nur ein Paar Deckenlautsprecher anschließen, Dolby empfiehlt aber mindestens zwei Paar. Schade eigentlich, weil ich auf einer Vorführung im Rahmen der Messe High-End 2015 in München in den Genuss einer Vorstellung mit mehreren Deckenlautsprechern gekommen bin und von diesem Konzept total überzeugt bin. Ja, ich weiß, der TX-NR 646 ist ein "Einsteiger-Gerät", aber man wird ja auch mal träumen dürfen!

Hat man die Hürde mit den Lautsprechkabeln nun genommen, gestaltet sich der Anschluss der Zuspielkomponenten als kinderleicht. HDMI-Eingänge jedweder Wertigkeit sind im Überfluss vorhanden, und schön ist es immer wieder zu sehen, das Onkyo auch den "kleineren" Geräten zwei HDMI Ausgänge (einer davon ARC-fähig) spendiert, sodaß man, je nach Sehgewohnheit, z. B. einen Beamer und einen Fernseher gleichzeitig anschließen kann, ohne irgendwelche Stecker um stöpseln zu müssen. Auch das LAN-Kabel und die analogen Zuspieler können unkompliziert verbunden werden, die weiteren digitalen und ausreichend vorhandenen analogen Anschlüsse sind ebenfalls übersichtlich und ausreichend beschriftet und erreichbar.

© Christoph Reschke

Rücksicht in verkabeltem Zustand

Wunderbar ist es, dass man einen Plattenspieler anschließen kann, hier wird dem Trend der jungen Generation hin zum Vinyl Rechnung getragen, und auch die fossilen Plattenbesitzer haben ihren Spaß an dieser analogen Quellenwahl! Manche anderen Hersteller schließen diese Quelle entweder komplett aus oder behalten diese nur den deutlich teureren Spitzenmodellen vor, Onkyo verfolgt hier, wie z. B. auch mit den zwei HDMI-Ausgängen, zum Glück schon lange einen kundenfreundlicheren und besseren Weg!

Die Installation der Quellen für NET und BLUETOOTH gestaltete sich verblüffend einfach und unkompliziert. Der Receiver fand sofort alle vorhandenen Quellen (z. B. Fritzbox), und auch das Mobiltelefon wurde nach einem kurzen "Pairing"-Vorgang sofort erkannt. Beide Quellen konnten sofort angesteuert werden, die Musikausgabe erfolgte umgehend.

© Christoph Reschke

Inhalt des Kartons mit Zubehör

Die beiden letztgenannten Quellen erschließt man sich im Rahmen des sog. "Initial Setup". Dieses Setup startet automatisch bei der ersten Inbetriebnahme des Gerätes. Das Setup kann entweder über das Geräte-Display durchgeführt werden, besser, weil anschaulicher ist es jedoch, dem Setup über ein Display zu folgen. Die Schritte des Setups sind klar und logisch, ebenfalls kann man fast überall wieder zurückspringen oder komplett von vorne beginnen.

Das Setup beginnt mit der "AccuEQ-Raumkalibrierung". Diese geht schnell vonstatten, das Kabel des Messmikrofons ist lang genug, die einzelnen Schritte gut und ausführlich erklärt. Das Ergebnis der Einmessung kann sich hören lassen, einzig der ermittelte Wert für den Lautsprecherabstand zum Messpunkt wurde bei nicht allen Lautsprechern zu 100 % getroffen. Dies kann aber manuell schnell und unkompliziert nachträglich eingestellt werden. Ansonsten nur Grund zur Freude!

Es folgt der Quellenanschluss sowie die Fernbedienungseinstellung, beides ebenso unkompliziert wie der vorherigen Schritte auch. Das Einrichten der Netzwerkverbindung, wie bereits oben beschrieben, lief problemlos durch.

Nach durchgeführtem Setup beschäftigte ich mich mit dem Tuner, der mit seinem automatischen Sendersuchlauf alle mir zur Verfügung stehenden Sender sofort fand, die Speicherung der Sender erledigt man im Schlaf. Wünschenswert wäre hier ev. ein DAB- oder DAB+-Tuner, aber wie gesagt, man kann nicht alles für ca. 600€ haben!

Erste Eindrücke

Erster Eindruck Hardware und Handling: Klasse! Der Receiver braucht sich hinter sog. "höherwertigen" Geräten der üblichen Platzhirsche beileibe nicht verstecken! Wie schreibt man so schön bei Ebay: Gerne wieder!

Erster Eindruck Ton / Sound nach erfolgter erster automatischer Einmessung: Schön, so wie ich es mir gewünscht und erwartet hatte!

Zweiter Eindruck nach erfolgter manueller Nachjustierung der Lautsprecherabstände: Zu schön, um wahr zu sein!

Die analogen Audio-Quellen CD und Phono klingen weich wie gewollt, aber besser als ich es gewohnt war. Man hat den Eindruck, die CD's und Schallplatten wären frisch gewaschen und erstrahlen im neuen Glanz! Perwoll-Effekt!

Die digitalen Audio-Quellen BD-Player und Sat-Receiver sowie PS3 und Net-Radio klingen klar und druckvoll, unabhängig vom Lautstärkepegel reinster Sound!

Man erlebt seine alten Musik- und Videokonserven völlig neu, das Erlebnis ist vor allem bei DVD's und Bluray's faszinierend! Auch und vor allem das neue Tonformat Dolby Atmos begeistert mich ungemein, die mir vorliegenden vier Atmos-Bluray's "Jupiter Ascending", "Mockingjay" Teil 1, "Transformers - Ära des Untergangs" und "The Expendables 3" klingen im Vergleich zu den beileibe nicht schlechten "Normal"-Abmischungen um einiges voluminöser, detailreicher und "richtiger". Klangereignisse kommen nun von daher, wo das Bild die Geräusch-Quelle anzeigt, Regen von oben, Hubschrauber ebenso, sirrende Pfeile, etc. Hier kann man gerne auf seine 7.1.-Surround Back-Kanäle verzichten, die mit dem Receiver mögliche Lautsprecher-Konfiguration 5.1.2 macht um einiges mehr her!

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