Arm ab, weiter geht‘s

Chivalry 2 im Test: Mittelalter-Schlachtfest für Multiplayer-Fans

9.7.2021 von The-Khoa Nguyen

Chivalry 2 versetzt Sie in ausufernde Mittelalter-Schlachten und bietet feinste Multiplayer-Action. Einzig an Umfang fehlt es uns im Test.

ca. 3:00 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Chivalry 2 im Test.
© Koch / Deep Silver
EUR 46,15
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Pro

  • Gut umgesetztes Setting
  • Tolles Nahkampf-Gameplay
  • Unterhaltsame Kämpfe
  • Feine Grafik und Gore-Effekte

Contra

  • Auf den Maps wird’s schnell chaotisch
  • Zu geringer Umfang

Fazit

Chivalry 2 macht Laune. Wer mittelalterliche Multiplayer-Unterhaltung sucht, wird hier fündig.


Gut

Die Hintergrund-Story von Chivalry 2 ist schnell erzählt: Der Aghatische König Feydrid ist tot. Brandschatzend fallen daraufhin Männer des Mason-Ordens in Dörfer ein und plündern sie. Agathas neuer König Argon II. sinnt danach, die Ordnung zurück ins Land zu bringen und dem Mason-Orden Einhalt zu gebieten. Das reicht für ein Multiplayer-Spiel völlig aus, um zumindest ansatzweise etwas Background zu haben. Einfacher gesagt: Team Rot greift Dörfer an, Team Blau versucht das zu verhindern. Ende der Geschichte.

Los geht’s dann auch auf einer der acht Maps, die im Deathmatch-Modus oder in strategischen, zielbasierten Modi gespielt werden. Gerade die strategischen Modi dürften es sein, die längerfristig Spaß machen. In diesen Modi müssen wir Burgmauern halten, Belagerungswaffen eskortieren und nach und nach Zonen erobern. Das ist nicht neu und erinnert an die Operations-Karten aus den Battlefield-Teilen oder an den Kriegsmodus in Call of Duty: World War 2. Halten wir eine bestimmte Zone für eine bestimmte Zeit, wird die nächste Zone freigeschaltet.

Chivalry 2: Arm ab, weiter geht‘s

Im Gegensatz zu herkömmlichen Shootern geht es in Chivalry 2 aber primär mit dem Schwert zu Werke. Primär, weil jede Map auch eine bestimmte Zahl an Fernkämpfern zulässt, die dann mit Pfeil und Bogen in die Schlacht ziehen. Bei den Nahkampf-Klassen müssen wir uns entscheiden: Nehmen wir den schwer gepanzerten Ritter, der ordentlich zulangt? Oder bewegen wir uns lieber flink als Vorhut übers Feld? Oder doch lieber als normaler Fußsoldat, der auch mit Lanzen und Schilden ausgestattet werden kann? Egal für welche Klasse wir uns entscheiden, wir werden mit einem wirklich tollen Gameplay belohnt.

Chivalry 2 im Test.
© Koch / Deep Silver

Jede Waffe fühlt sich anders an und lässt sich anders spielen – das gilt auch für die Fernkämpfer. Nahkampfwaffen bieten drei Hieb- und eine Stichmöglichkeit. Welche Attacke wir ausführen, bestimmen wir ganz einfach per Knopfdruck. Wenn wir dazu noch unseren Körper richtig eindrehen, das geht wahlweise per Maus oder Analogstick, wird der Angriff zügiger und wuchtiger ausgeführt. Wenn Sie wiederum angegriffen werden, stehen unterschiedliche Blocks und sogar Finten zur Verfügung, um Angreifern Herr zu werden. Wem das in der Ego-Perspektive zu viel ist, der wechselt einfach in die Third-Person-Sicht und erhält etwas mehr Übersicht.

Dabei setzen die Entwickler absichtlich auf explizite Gore-Effekte. Mit dem mächtigen Zweihänder gehen wir durch Rüstungen wie ein heißes Messer durch Butter. Speere versenken wir nachhaltig in den Oberkörpern unserer Feinde. Da kann es auch mal vorkommen, dass man einen Arm des Gegenüber abschlägt, der sich daraufhin mehr schlecht als recht übers Schlachtfeld schleppt. Und wenn alles nichts nutzt, dann werfen wir einfach unser Schwert in Richtung des Feindes – oder Baguettes, oder Hühner. Denn wir können im Prinzip alles aufsammeln und als Waffe gebrauchen, was uns vor die Füße kommt. Das hat bisweilen Slapstick-Charakter, lockert die Stimmung aber schön auf.

Chivalry 2 im Test.
© Koch / Deep Silver

A propos Stimmung. Die wird leider etwas dadurch getrübt, dass sich das Gameplay zwar sauber anfühlt, die meisten Schlachten aber oft im Chaos enden. Dann erinnern die kämpfenden Soldaten in Chivalry 2 eher an eine Raufbande, statt an echte Krieger. Hinzu kommt, dass die Maps oft viel zu klein sind, um effektives Teamplay zu betreiben. Gerade auf den kleinsten Karten herrscht oft völliges Chaos, sodass wir teilweise direkt nach dem Respawn schon wieder erschlagen werden. Ein weiterer Kritikpunkt: Die acht Karten sind fix durchgespielt und werden auf Dauer öde. Vor allem, weil einige von ihnen nur im Deathmatch spielbar sind. Die Vielfalt bleibt so arg auf der Strecke. Außerdem wird das Teamplay nicht durch Squads oder ähnliche Mechaniken gefördert, Pferde fehlen und einen Duell-Modus haben wir vergeblich gesucht. Schade.

Chivalry 2 im Test: Fazit

Chivalry 2 ist ein kurzweiliger Multiplayer-Mittelalter-Klopper, der vor allem für Einsteiger echt unterhaltsam sein dürfte. Grafik, Sound, Gameplay – alles wirkt stimmig. Einzig die Langzeitmotivation und der Umfang lassen Wünsche übrig. Schade auch, dass die Entwickler zu wenig aus dem durchaus durchdachten Kampfsystem gemacht haben. Ein Duell-Modus wäre wirklich fein gewesen.

Tipp: Sie möchten unsere Spieletests direkt bei Steam lesen? Dann folgen Sie unserer Steam-Kurator-Seite.

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