Digitale Fotografie - Test & Praxis
Kompaktkamera

Autofokus, Belichtung und Bildqualität

Inhalt
  1. Canon Powershot G5 X und G9 X im Test-Duell
  2. Autofokus, Belichtung und Bildqualität

Autofokus und Belichtung

Zum automatischen Fokussieren verwenden beide Powershots einen Kontrast-AF mit 31 Feldern, konfigurierbar als Einzelbild-AF oder als kontinuierlicher Autofokus. Ebenfalls möglich sind Einzelfeld-AF (variable Messfeldgröße) bzw. Spot-AF sowie - dank des berührungsempfindlichen Monitors - Touch-Autofokus/Auslösung. Die MF-Peaking-Funktion unterstützt das manuelle Scharfstellen. Ein "Fünf-Achsen- Bildstabilisator" hält das Bild angenehm ruhig.

Der Autofokus arbeitet zuverlässig und bei der G5 X ausgesprochen flott: 0,20 s bei 300 Lux und 0,27 s bei 30 Lux sind Topwerte. Die G9 X kann nur bei gutem Licht mithalten (0,24 s), bei dämmrigen 30 Lux steigt der Wert auf 0,43 s.

Die beiden 3-Zoll-Touch-Displays haben 346 667 RGB-Bildpunkte, sind knackig scharf und überzeugen mit sehr guter Farbwiedergabe. Schriften und Symbole werden gut dargestellt, sind jedoch etwas klein und dadurch mitunter schwierig zu erkennen. Die Displayhelligkeit ist in fünf Stufen einstellbar. Die Abstufung ist dabei deutlich und folglich auch in der Praxis brauchbar. Das Display der G5 X ist zusätzlich dreh- und schwenkbar und erlaubt damit ungewöhnliche Aufnahmepositionen. Auch Selfies sind damit besser zu kontrollieren - bei der G9 X dagegen muss man den Bildausschnitt schätzen, wenn man bei der Aufnahme von vorne in die Kamera schaut.

Die G5 X hat einen OLED-Sucher mit 786 887 RGB-Bildpunkten und 100% effektiver Bildgröße. Er ist ist mit einer Größe von 0,39 Zoll nicht gerade üppig dimensioniert, aber die gute Qualität der Abbildung dürfte sogar Brillenträger versöhnen. An der linken Sucherseite ist das Einstellrad für den Dioptrienausgleich - gut positioniert und schlecht zu verstellen. Aber in diesem Fall ist das sogar sinnvoll, so kann es nicht ungewollt verdreht werden.

Der Sucher wird durch einen Näherungssensor ein- und ausgeschaltet. Sobald sich das Auge dem Sucher nähert, schaltet der Sensor das Display aus und den Sucher ein. Entfernt sich das Auge wieder vom Sucher, passiert das Umgekehrte. Wie die Displayhelligkeit ist auch die Sucherhelligkeit in fünf Stufen einstellbar. Allerdings unterscheiden sich die Helligkeitslevel nicht sehr deutlich voneinander.

Der ISO-Bereich reicht von 125 bis 12 800 bei manueller Einstellung und von 125 bis 3200 bei Auto ISO, die Verschlusszeiten gehen von 30 s (Langzeitbelichtung) bis zur kurzen 1/2000 s. Einen ND-Filter, der die einfallende Lichtmenge um 3 Blenden reduziert, haben beide Modelle an Bord - besonders nützlich ist das bei der G5 X: Mit dieser Kamera kann man dank hoher Blendenöffnung selbst bei Tageslicht mit der Schärfeebene spielen. Serien macht die G5 X mit 6,9 B/s (G9 X: 7,0 B/s) im JPEG-Format, RAWs mit 0,8 B/s (G9 X: 0,7 B/s). Die Software Digital Photo Professional zum Entwickeln der RAW-Bilder gehört bei beiden Modellen zum Lieferumfang.

Beim 1-Zoll-Sensor handelt es sich um einen rückseitig belichteten CMOS mit effektiv 20,2 Megapixeln Auflösung (5472 x 3648 Pixel), ein aktueller Digic-6-Prozessor verarbeitet die Bilder flott. Per WLAN und NFC lassen sich beide Kameras steuern oder können Bilder an ein Mobilgerät übertragen. Passende Apps dazu gibt es in den App-Stores von Apple und Google.

Bildqualität

Grundsätzlich liefern beide Kameras sehr ähnliche Bilder mit vergleichbarer Auflösung und Abstimmung. Dabei verschafft das lichtstärkere Objektiv der G5 X diesem Modell einen leichten Vorsprung. Im Vergleich mit anderen Kameras mit 1-Zoll-Sensor ist bei beiden Testgeräten die Auflösung absolut konkurrenzfähig und das ISO-100-Bild überzeugend. Nur die Kantenschärfung könnte etwas zurückhaltender sein. Sie kann bei ungünstigen Motiven für Doppelkonturen sorgen. Wer das nicht mag, kann mit beiden Kameras auch im RAW-Modus fotografieren.

Das von der optischen Ausstattung weitgehend unabhängige Rauschverhalten ist bei beiden Modellen fast identisch und steigt von ISO-Stufe zu ISO-Stufe linear an. Bei ISO 400 ist das Rauschen in einfarbigen Flächen bereits deutlich zu erkennen. Zudem lässt die Feinzeichnung bei ISO 400 für eine Kamera mit einem 1 Zoll großen Sensor etwas zu stark nach - das bekommen einige Konkurrenten besser hin. Ab ISO 800 sind auch in bildhaften Strukturen Artefakte sichtbar. Hier stößt die Sensorgröße an ihr Limit - für eine bessere Bildqualität sind eben auch größere Sensoren notwendig. Die Dynamik ist bei beiden Kameras mit 11 Blendenstufen bei ISO 100 und mehr als 9 Blendenstufen bis ISO 1600 gut.

Fazit

Wer mit einer Kompaktkamera für immer liebäugelt, sollte einen Blick auf die zwei neuen Powershots werfen. Während die G9 X in Aussehen und Funktion stark den RX100-Modellen von Sony ähnelt, geht Canon bei der G5 X einen ganz eigenen Weg - sowohl beim Design als auch beim Bedienkonzept. Durch viele Bedienelemente und ein durchdachtes Funktionskonzept lässt sie sich perfekt an eigene Bedürfnisse anpassen. Das macht sie zum Tipp für Foto-Individualisten. Die Verarbeitung ist hochwertig, und die Ausstattung mit WiFi, NFC, lichtstarkem 4-fach Zoom und einem hochwertigen elektronischen Sucher up to date - das sollte beim Preis von knapp 800 Euro aber auch selbstverständlich sein. Die Bildqualität liegt im Bereich des 1-Zoll-Standards: gut bei ISO 100 und schnell abnehmend. Vor allem bei ISO 400 ist noch Luft nach oben.

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