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Einsteiger-Kamera

Canon EOS 6D Mk II: Bedienung, Bildqualität und Fazit

Inhalt
  1. Canon EOS 6D Mk II im Test
  2. Canon EOS 6D Mk II: Bedienung, Bildqualität und Fazit

© ColorFoto

Schönes Detail: Positiv sind hingegen durchdachte Einzelheiten wie das Rändelrad des Dioptrienausgleichs.

Autofokus 

Während Canon den Phasenautofokus der EOS 6D mit nur 11 Feldern einschließlich eines Kreuzsensors mager bestückt hatte, arbeitet die Mark II nun mit 45 AF-Feldern – alles Kreuzsensoren, wie bei der 80D. Als niedrigsten Lichtwert nennt Canon LW -3 im zentralen AF-Feld. Aber nicht nur den klassischen SLR-Autofokus hat Canon deutlich überarbeitet, sondern auch den Sensor-AF im LiveView. Statt einer simplen, unendlich langsamen Kontrastmessung erlaubt der spezielle Aufbau des Dual-Pixel-Sensors nun eine Phasenmessung im Live-View-Betrieb direkt auf dem Sensor. Insgesamt 63 AFFelder stehen beim Fotografieren im Live-View zur Verfügung. Autofokus- Zeiten von 0,46/0,54 s (300/30 Lux) im Sucherbetrieb und 0,45/0,51 s im Live- Betrieb sind zwar nicht rekordverdächtig, aber solide und vor allem im Live-View ein Quantensprung zum Vorgängermodell. Dort lag die AF-Zeit noch bei 2,20 s. Auch die Fokusverlagerung im Live-View funktioniert dank Dual- Pixel-AF- Technologie jetzt flott und treffsicher. Reaktionsgeschwindigkeit und Beschleunigung der automatischen Schärfenachführung können per Menü den Bedürfnissen angepasst werden.

Bedienung und Belichtung 

Die EOS 6D Mark II bietet den von gehobenen EOS-Modellen gewohnt hohen Bedienkomfort: An der linken Kameraoberseite ist das Modus-Wahlrad, an der rechten Kameraoberseite ein zusätzliches LCD-Display, dem fünf Tasten für die Funktionen AF, DRIVE, ISO, Messcharakteristik und LCD-Beleuchtung zugeordnet sind. Außerdem liegt im Zeigefingerbereich ein senkrecht geriffeltes Einstellrad mit Rastung, das etwas aus dem Gehäuse ragt und mit der daneben liegenden Taste zur Auswahl des AF-Bereichs dient. Hinten sind häufiger einzustellende Bedienelemente an der rechten​ Kameraseite positioniert; die vermutlich seltener benötigten Eingabemöglichkeiten dagegen links. Alle Bedienelemente sind von guter Qualität und deutlich erkennbar – allein die Abblendtaste an der Kameravorderseite ist so ergonomisch perfekt gestaltet, dass man sie kaum findet. Hat man sie dann ertastet, kann man sie nicht richtig drücken – Design prima, Funktion fast unmöglich.​

Im Hauptmenü hat jeder einzelne Menüblock zur besseren Unterscheidung eine andere Farbe. Je nach Position des Moduswahlrades sind im Menü entsprechende Menü-Unterpunkte einstellbar. Die mit C1 und C2 bezeichneten Positionen ermöglichen Blockspeicherung von individuellen Kameraeinstellungen. Über Einstellräder und Tasten können individuell Zuordnungen von Bedienelementen und Funktionen kombiniert werden. Ausgewählte Funktionen werden so auf kurzem Weg erreicht. Die reguläre Empfindlichkeit reicht bis ISO 40 000 und lässt sich nach unten auf 50 und nach oben bis auf 102 400 erweitern. Ein Digic-7-Bildprozessor soll die Datenverarbeitung zeitnah erledigen und mit verbesserten Algorithmen auch die Bildverarbeitung optimieren. Der Verschluss schafft 1/4000 s und eine Blitzsynchronzeit von 1/180 s. Die im Datenblatt genannten 6,5 Bilder/Sekunde kann das Testlabor bestätigen: genau 6,6 sind es bei RAW (max. 22 Bilder) und 6,4 bei JPEGs (bis die Karte voll ist).​

Für jeden was

Im Menü wird klar, dass Canon hier zwei verschiedene Zielgruppen bedient: Profis und Edelamateure, die eine vergleichsweise günstige Zweitkamera suchen, sowie Aufsteiger aus der APS-C-Klasse. Hier finden sich filigrane Objektivkorrekturen (links oben) neben Motivprogrammen (rechts oben), programmierbare Tastenbelegungen (links unten) neben kleinen Icons für den Weißabgleich (rechts unten).​​

© ColorFoto

Bei der Bedienung der Canon EOS 6D Mark II ist für jeden etwas dabei.

Bildqualität 

Im wichtigen Empfindlichkeitsbereich von ISO 100 bis 1600 gibt sich die 6D Mark II keine Blöße. Sie liefert eine hohe Grenzauflösung bis 1966 LP/BH. Erst​ bei ISO 3200 kommt es zu einem moderaten Einbruch. Auch das Rauschverhalten ist trotz kleinerer Pixel nur wenig schlechter als bei der 6D. Erst ab ISO 6400 steigt der Rauschwert über die VN 2. Zudem erreicht die EOS 6D Mark II anständige Dead-Leaves-Werte bei starken wie schwachen Ausgangskontrasten. Bei ISO 1600 sinken die DL-Werte für hohe Kontraste um 150 LP gegenüber ISO 100. Bei ISO 3200 beträgt der Verlust 250 LP. Die DL-Werte für niedrigkontrastige Strukturen fallen schneller: Hier fehlen bereits bei ISO 1600 gut 250 LP gegenüber ISO 100.​

Allerdings verdankt sie die guten DL-Werte nicht zuletzt einer deutlichen Kontrastanhebung auch im Bildstil Feindetail. Wie die Profile verraten, werden die Kanten bei der Bildverarbeitung mit einer breiten Schulter aufgesteilt. Das sieht zwar knackig aus, erzeugt mitunter aber leichte Geisterlinien – vor allem auf der hellen Kantenseite. Unserer persönlichen Meinung nach ist Canons Grundeinstellung – trotz Korrekturen in den letzten Jahren – noch immer einen Tacken zu kontrastreich. Wer Wert auf feine Details legt, sollte besser ins RAW-Format wechseln.​

Fazit

 Canon hat sich viel Zeit gelassen mit der 6D-Nachfolge. Dafür hat man jetzt aber nicht nur an den wichtigsten Stellschrauben gedreht, sondern auch in die richtige Richtung. Das Gehäuse ist wertiger, der Autofokus schneller und zuverlässiger, der Monitor drehbar und auch bei der Bildqualität legt die Mark II relevant zu. Die gute Bedienbarkeit wurde beibehalten und die fehlende 4K-Videofunktion stört uns als Fotografen nicht. Alles in allem ist Canon ein hervorragendes Update für Vollformat-Einsteiger gelungen. Dafür gibt es den Kauftipp Bildqualität.

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Quelle: PC Magazin
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