Digitale Fotografie - Test & Praxis
Vollformat-DSLR

Bedienkonzept und Bildqualität

Inhalt
  1. Canon EOS 5DS und 5DS R im Test
  2. Bedienkonzept und Bildqualität

Bedienkonzept

Zum Bedienkonzept der 5DS-Modelle lässt sich fast nur Positives äußern. Die Kombination aus Monochrom-Display mit Funktionstasten an der Gehäuseschulter, Quick-Menü am TFT-Monitor, Rad am Auslöser, Daumenrad an der Rückseite mit Set-Taste und Joystick mit Druckfunktion als Richtungsschalter ermöglicht viele Direktzugriffe. Neu ist, dass der Anwender den Quick-Control-Monitor jetzt selbst konfigurieren kann.

Übersichtlich gestaltet ist auch das Hauptmenü mit 23 Menüseiten in sechs Kategorien; mit Richtungsschalter und Rädern lässt es sich dort schnell navigieren. Trotzdem bedingt der schiere Funktionsumfang - 114 Menüpunkte - etwas Einarbeitungszeit, wenn man das Gewünschte ohne langes Nachdenken finden will.

© Canon

Bildstil: Ganz neu ist der Bildstil „Feindetail“; zudem lässt sich die Schärfe in drei Parametern (ähnlich Unscharfmaskierung) justieren, auch bei anderen Bildstilen.

Bildqualität

Wenig überraschend, zeichnen sich die neuen Canon-Modelle EOS 5DS und 5DS R durch eine sehr hohe Grenzauflösung aus. Bis ISO 1.600 erreicht die 5DS Werte zwischen 2.500 und 2.600 LP/BH, die 5DS R konstant um 2.700 LP/BH. Einen noch größeren Vorsprung mit Spitzenwerten um 2.000 LP/BH erkauft sich die 5DS R bei den Dead Leaves zum Teil durch eine etwas härtere Abstimmung.

Grundsätzlich sind ihre Dead-Leaves-Werte für hochkontrastige Strukturen hoch und fallen erst ab ISO 1.600 sichtbar ab. Die DL-Werte für niedrigkontrastige Strukturen sinken dagegen bereits ab ISO 400. Die DL-Werte der 5DS liegen im hochkontrastigen Bereich bis ISO 1.600 deutlich niedriger, in niedrigkontrastigen Strukturen sind die Differenzen geringer.

© Canon

Bildqualität: Im RAW-Modus hat man die Wahl, ob man mit voller Auflösung oder speicherschonend mit MRAW (28 MP) oder SRAW (12 MP) arbeiten will.

Luminanzrauschen zeigt sich bei beiden Modellen verstärkt ab ISO 3.200 (VN 2,6/2,7); bei ISO 6.400 kann die Aufnahme hohe Qualitätsansprüche nicht mehr befriedigen. Hier verzichtet Canon zu Recht auf extreme Empfindlichkeiten wie ISO 102.000.

Die Dynamik ist mit rund 9 Blenden bis ISO 1600 gut, erreicht aber keine Rekordwerte. Gerade im Vergleich zur EOS 5D Mark III und EOS 6D fällt die wesentlich zurückhaltendere Kantenanhebung sehr positiv auf. Damit wirken die Bilder zwar nicht so knackig, zeigen aber deutlich mehr Details und mehr Natürlichkeit. Alle Aussagen und Messergebnisse beziehen sich auf den neuen Bildstil "Feindetail". Wer die alte Abstimmung lieber mag, findet sie unter "Standard".

© Canon

Weißabgleich: Der automatische Weißabgleich bei der Einstellung AWBW beseitigt den Farbstich bei Kunstlicht komplett ohne Rücksicht auf den Erhalt der Lichtstimmung.

Fazit

Im nur wenig modifizierten Gewand der EOS 5D Mark III bietet Canon mit der EOS 5DS und 5DS R zwei neue 50-Megapixel-Vollformatmodelle an. Bedienkonzept und Funktionalität folgen bewährten Mustern; eine eingebaute WLAN-Funktion wäre allerdings kein Luxus.

Die Bildqualität der 5DS und 5DS R ist so, wie man es von einer Kamera dieser Kategorie erwartet: hoch, mit Top-Auflösung bei guten Rauschwerten und überzeugender Feinzeichnung - sofern man den neuen Bildstil "Feindetail" wählt. Für beide Modelle gilt jedoch: Das Optimum an Auflösung erreicht nur, wer die derzeit besten Objektive verwendet - Empfehlungen von Canon stehen noch aus - und Verwacklungsunschärfen so weit wie möglich eliminiert. Wer vom Stativ fotografiert, sollte einen eventuell vorhandenen Bildstabilisator lieber ausschalten, weil dieser Mikroschwingungen verursachen kann, meint Canon.

Gesamtwertung:

  • Canon EOS 5DS: 68 Punkte
  • Canon EOS 5DS R: 72 Punkte

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