Digitale Fotografie - Test & Praxis
Testbericht

Canon EOS 1000D

Die EOS 1000D ist eine Symbiose aus dem ehemaligen Einsteigermodell EOS 400D und der etwas höher angesiedelten EOS 450D mit 12-Megapixel-Sensor und etwas griffigerem Gehäuse.

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Im Vergleich zu den Modellen von Nikon und Pentax fühlt sich der Kunststoff der EOS noch mehr nach "Plastik" an, was allerdings wenig über seine mechanische Belastbarkeit aussagt. Der Spiegelsucher der Canon ist mit einer effektiven Vergrößerung von 0,48 der kleinste im Testfeld, das Gesichtsfeld von 95 Prozent entspricht dem Klassenstandard. Ein mit Ultraschallschwingungen arbeitendes Reinigungssystem gehört bei Canon ebenfalls zum Standard.

Mit maximal sieben AF-Sensoren (ohne zentralen Kreuzsensor) stellt die EOS 1000D automatisch scharf. Auch beim Live-View wird der Phasen-AF auf Wunsch aktiv, wenn man es nicht vorzieht, den Kontrast-AF zu wählen, der langsamer, aber ohne störende Dunkelpause seinen Dienst versieht. Wer lieber manuell fokussiert, kann eine 5- oder 10-fach vergrößernde Bildschirmlupe zu Hilfe nehmen. Wobei das manuelle Scharfstellen bei allen billigen Set-Objektiven kein reines Vergnügen ist, da die Fokussierschnecken zu leichtgängig und der Griffbereich für die Fokussierung am Frontglied zu klein sind. Bei der Auslöseverzögerung erreicht die EOS 1000D hervorragende Werte von 0,23/0,38 s bei 3000/30 Lux. Die Einschaltverzögerung ist mit 0,3 s ebenfalls angenehm kurz.

Aufnahmerelevante Daten lassen sich am 2,5-Zoll-Monitor zwar anzeigen, dort aber nicht direkt verändern - wenn man von Zeit, Blende und Belichtungskorrektur absieht. Die Tasten des 4-Wege-Schalters sind doppelt belegt und erlauben im Aufnahmemodus direkte Zugriffe auf verschiedene Einstellmenüs, darunter Belichtungsmessmethode (Matrix, mittenbetont, selektiv), AF-Funktion (Einzelbild, kontinuierlich, dynamisch), Bildstil (5 RGB-Presets, Monochrom, 3 Anwender definiert) und Betriebsart (Einzel-/Serienbild, Selbstauslöser).Für die Wahl der Weißabgleichsmethode und die ISO-Einstellung besitzt die Kamera zwei separate Tasten. Diese sind auch im Live-View-Modus aktiv, während man den 4-Wege-Schalter in diesem Fall zum Verschieben des AF-Felds verwendet und die zuvor erwähnten Direktzugriffe auf bestimmte Einstellmenüs somit entfallen. Dafür bekommt man beim Live-View ein Histogramm und Belichtungssimulation geboten.

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Ingesamt wirkt das Tastenaufgebot bei der EOS 1000D etwas unübersichtlich, was eigentlich nicht canontypisch ist - man vergleiche etwa mit der EOS 40D. Klar ist dagegen die Menüstruktur: Sieben horizontal angeordnete Registerkarten lassen sich per Drehrad oder Links-rechts-Tasten schnell anwählen, wobei man jede Seite ohne Scrollen überblicken kann. Was auffällt: Wichtige Funktionen wie den AF-Modus im Live-View oder die Spiegelverriegelung versteckt Canon unter den Individualfunktionen, obwohl man sie eher im Aufnahmemenü sucht. Auch dass man die Live-View-Funktion erst im Werkzeugmenü vorab aktivieren muss, bevor man das Live-View mit der Set-Taste aktivieren kann, bleibt letztlich rätselhaft. Positiv wiederum: Über "My Menu" kann sich der Anwender das Menü nach Belieben konfigurieren. Auf Bearbeitungsfunktionen hat Canon bei der EOS 1000D verzichtet.

Bildqualität Canon EOS 1000D

Mit einer Grenzauflösung von 1151/1073 LP/BH bei ISO 100/1600 liegt die Canon EOS 1000D knapp vor den Konkurrentinnen von Nikon und Pentax, ist beim Texturverlust mit maximal 1,4 aber unterlegen. Beim Rauschen ist sie zwar besser als die Pentax, der Nikon bei höheren Empfindlichkeiten aber nicht ebenbürtig. Die Dynamik fällt bei ISO 100 mit 9,0 Blenden eine halbe Blende geringer aus als bei der Konkurrenz, während mit 7,0 Blenden bei ISO 1600 unter den Kandidaten Einigkeit herrscht.

Detaillierte Testergebnisse - Canon EOS 1000D

 

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Im Aufnahmefenster kann man bei der EOS 1000D nur wenige Werte (wie Zeit oder Blende) verändern.

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Beim Live-View erlaubt die EOS wahlweise Phasen-AF (QuickModus) oder Kontrast-AF ohne Dunkelphase.

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Das Programmwahlrad im Qualitätsmenü zeigt, welche Einstellungen bei welchem Modus möglich sind.

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Die grafische Korrektur des Weißabgleichs lässt sich bei der EOS mit einer Bracketingfunktion kombinieren.

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