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Home Entertainment System

Rolf Richter: Kraftvoller Klang

Komplettiert wird unser Lesertest des Bose Lifestyle 535 Series III Home Entertainment Systems durch den Beitrag von Rolf Richter aus Teltow.

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© Rolf Richter

Vorwort

Ich möchte mich für die Möglichkeit bedanken, solch ein hochwertiges System wie das Bose Lifestyle 535 Serie III testen zu dürfen. Diese Kategorie von Klang, Ausstattung und Verarbeitung war mir bisher fremd. Ich habe vor ca. acht Jahren bereits Erfahrungen mit einem 5.1 System von AEG mit passiven Subwoofer gemacht, aber die Einrichtung war grauenhaft und die silbernen Plastikboxen klangen schlecht. Wegen seltener Nutzung wurde dieses recht schnell wieder entfernt. Seit dem ist der Fernseher die Hauptklangeinheit, wenn es um Film und Fernsehen geht. Es wurden auch bereits mehrerer flache Fernsehgeräte genutzt wobei keines durch seine Toneigenschaften glänzen konnte, der Sound wirkte immer flach und strahle manchmal auch in die falsche Richtung ab. Nun findet eine Revolution im Wohnzimmer statt, die bisher nur Kopfhörer annährend erreichen konnten.

Verpackung

Der große und schwere Karton des Home-Video-Systems lässt kaum erahnen, welch ein kompaktes Hi-Fi System sich in ihm verbirgt. Natürlich sind alle Einzelteile mit ausreichend Pappe und Plastik verpackt um eventuellen Transportschäden vorzubeugen, doch kann der große anfallende Verpackungsmüllberg auch kritisch gesehen werden. Um sich über die einzeln verpackten, gut beschriftet und nummerierten Kartons einen Gesamtüberblick zu verschaffen, sollte ausreichend Platz zur Verfügung stehen. Die Installationsanleitung hilft zusätzlich den Überblick nicht zu verlieren.

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© Rolf Richter

Design

Hier bleiben keine Wünsche an die Verarbeitung und Optik offen. Die Receiver-Einheit besticht durch schlichte Eleganz, ihr Oberflächenmaterial besteht aus einem schönen rauen Metall und das Display wurde auf die Fernbedienung verlegt, was für eine einheitlich geschwungene Optik sorgt. Die Schnellanschlüsse für Camcorder, die Bedientasten und der USB-Anschluss für Bild-Dateien verschwinden hinter einer einfachen Plastikklappe. Zusätzlich könnte sich dieses schöne Stück auch komplett verstecken da die Fernbedienung auf Funk statt auf Infrarot setzt.

Die Acoustimass-Tieftoneinheit lässt sich mit ihren Abmessungen nicht so leicht verstecken. Mit ihrer Breite im Stand und ihrer Höhe im Liegen von fast 21 Zentimetern sind Plätze unter Schränken und Sitzgelegenheiten schwer zu finden. Die wuchtige aber ansprechende schwarze Optik, welche nach dem Downfire Prinzip arbeitet, würde sich auch frei im Raum positioniert gut behaupten.

Die vier Jewel Cube Serie II Satelliten sind als Weiterentwicklung der drehbaren Direct/Reflecting-Cube-Satelliten zu sehen und sind jetzt zu einer ansprechenden fest verbundenen Einheit geworden. Trotzdem strahlen die integrierten Lautsprecher noch zu gedrehten verschiedenen Winkeln ab, was das Räumlichkeitserlebnis mit mehr Kraft versorgt. Es ist bei jedem Einschalten wieder ein Erlebnis wieviel Energie in einer solch kompakten Metallhülle steckt. Einen mehr oder weniger unauffälligen Platz für die Satelliten und den Center zu finden stellt bei diesen geringen Abmessungen kein Problem dar.

Die multifunktional konzipierte Fernbedienung fällt durch ihr relativ hohes Gewicht auf. Ein längeres halten erfordert deutlich mehr Aufwand, aber das integrierte Display und die Anordnung der vielen Tasten sind gelungen. Eine sinnvolle Tastenbeleuchtung mit einstellbarer Laufzeit ist ebenfalls vorhanden.

Anschluss / Inbetriebnahme

Da das Bose Heimkinosystem ohne zusätzliche Geräte nur analoges Radio auf Basis von FM und AM beherrscht, kommt man nicht drum herum, es mit weiteren Geräten zu verbinden. Als Grundlage dienen die gut nummerierten Einzelkartons und das Handbuch. Das Handbuch beschreibt den Anschluss der einzelnen Satelliten-Lautsprecher zur Acoustimass-Einheit welche den Tieftonbereich abdeckt. Zu erwähnen wäre noch, dass die Satellitenanschlusskabel nicht variabel in der Länge sind, da Bose einseitig Bose-eigene Stecker verwendet werden.

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© Rolf Richter

Zusätzlich wird der Anschluss an das Fernsehgerät per HDMI beschrieben auf welchem dann ein Anschlusshilfesystem namens Unify dargestellt wird, um weiter Komponenten richtig zu integrieren. Eine tolle automatische Schaltung erkennt, wo Kabel am Gerät angeschlossen werden und ordnet diese zu. Für die kompakten Maße der Receiver-Einheit wird eine erfreulich große Anzahl von externen A/V-Zuspielgeräten mit verschiedensten Kabelsystemen unterstützt.

Umfangreich fällt auch beiliegendes Kabelwerk auf, von HDMI zum Fernsehgerät über Digital-Optisches Kabel für Tonübertragungen bis zu den Radioantennen liegt eine komplette Ausstattung bei. Vermisst habe ich lediglich ein Cinch zu 3,5 mm Klinkensteckerkabel zum Anschluss von tragbaren, MP3-fähigen Kleingeräten. Solch ein Kabel würde aber auch an der Rückseite einen vollen Steckplatz für ein anderes A/V Gerät belegen. Zu jedem neu angeschlossenem Zuspielgerät bietet das Installationsmenu die  Möglichkeit, die jeweiligen Fernbedienungen durch erlernen der Tastensignale zu ersetzen. Diese Funktion ist sehr gut beschrieben, leicht umzusetzen und es funktionierte stets einwandfrei.

Test: Fernsehen

Als Fernsehtuner verwende ich einen Geräteinternen DVB-T, welcher recht schwer zu konfigurieren war. Bei dieser Konstellation erhält der Bose-Receiver lediglich das Tonsignal per Digital-Optischen Kabel vom Fernsehgerät. Da das Einrichtungsmenu per HDMI am Fernseher ankommt, musste man zur Einrichtung immer zwischen Fernsehbild und HDMI wechseln. Das Papierhandbuch gibt hier für Laien der Anschlussmaterie nur recht ungenaue Anweisungen.

Nach erfolgtem Anschluss stellte sich als weiteres Problem, dass man für Veränderungen am Fernsehton jedes Mal auf den HDMI-Kanal wechseln muss um an die Tonoptionen zu gelangen. Das führt zwangsläufig zum Verschwinden des Fernsehtones was die Feineinstellung deutlich erschwert. Dieses Problem ist natürlich nicht Bose-spezifisch, sondern unumgänglich. Bose hat das noch recht gut gelöst, indem die Fernsehbild-HDMI Umschalttaste von der Fernseher-Fernbedienung auf die Multifunktionale Bose-Fernbedienung umgelegt wurde und dadurch der Wechsel der Kanäle schnell zu bewerkstelligen ist.

Nun aber zum Ton: Der ankommende digitale Stereoton wird sehr gut von Bose in die einzelnen Surround-Kanäle zerlegt und auf Wunsch sauber aus allen sechs Lautsprechern wieder gegeben. Je nach Vorliebe oder an das Filmgenre angepasst können die einzelnen Lautsprechergruppen noch in ihrer Intensität justiert oder deaktiviert werden. Die Stärke-Einstellung hat mir beim Tieftöner besonders gut gefallen, die Maximal-Einstellung ist nicht Mitmieter-tauglich. Klangvoreinstellungen für bestimmt Szenarien gibt es leider keine.

Test: Videomaterial

Das Heimkinosystem ist mit dem aktuellen 3D-fähigem HDMI Standard ausgerüstet. An der Durchschleifung der HDMI Signale von den maximal 3 HDMI-Zuspielern gibt es keine erkennbaren Mängel, das war erwartungsentsprechend. Videosignale werden noch zusätzlich von zwei YPbPr-Quellen entgegengenommen, aber die eigentliche Ausrichtung liegt in der Verarbeitung der Tonsignale welche übertragen werden.

Unterstützt werden 5.1 Decoding und DTS, die auf aktuellen Blu-ray Medien zu finden sind. Bei der Verifizierung von Unterschieden fielen mir positiv die 5.1 Audiospur auf. Dort waren die Wiedergabe der Rückwärtigen Kanäle und die Frequenztrennung auf dem Center und Subwoofer (Acoustimass) besonders genau und differenziert zu hören. Verstärkt werden kann der Effekt noch durch die Einmessung der Hörerposition zu den Lautsprecherpositionen mit dem mitgelieferten AdaptIQ-Mikro. Um diese Klangverbesserung für alle Tonquellen nutzen zu können empfiehlt sich die Einrichtung bei der Erstinbetriebnahme, es kann aber auch später vorgenommen werden.

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© Rolf Richter

Trotz Suche konnte ich keinen Nachtmodus mit reduzierter Laustärke und reduziertem Tieftonbereich finden. Für späte Filmabende wäre solch ein Modus wünschenswert, um nicht jedes Mal die kompletten Toneinstellung ändern zu müssen.

Test: Musik

Am Klang des integrierten UKW-Tuners zusammen mit der enthaltenen Antenne gibt es nichts auszusetzen. Der Klang war klar, deutlich und man kann wieder Feineinstellungen in den Optionen vornehmen. Die Frequenzwahl erfolgt über das Fernbedienungsdisplay, weshalb man auch größtenteils ohne Fernsehbild auskommt. Einen Standard Stereo Radiosender per 5.1 Kanäle ausgeben zu lassen ist schon mächtig Raumfüllend, per Einstellungsmenu kann aber nur auf die Front-Lautsprecher umgestellt werden.

Bei Verwendung des SoundTouch Modules in Verbindung mit einem WLAN kann das System per Android-App auch Internetradiosender abspielen, was sehr gut klappte. Dafür stehen innerhalb der App sechs Speicherplätze zur Verfügung. Die Wiedergabe von lokal auf dem Mobilgerät vorhandener Musik beherrscht die App allerdings nicht. Die Wiedergabe von Server- und iTunes Playlisten konnte wegen Android-Verwendung und Hotspot-WLAN leider nicht getestet werden, soll aber dennoch, wie die Multiroom-Steuerung, existieren.

Da sich - bei nur Audio an Front Cinch Input - nach einer halben Stunde der Receiver von selbst deaktivierte, musste ich auf die Rückseite ausweichen, um meinen MP3-Player anschließen zu können. Dort belegt dann, wie bereits erwähnt, ein nicht im Lieferumfang enthaltenes Kabel einen A/V Steckplatz. Dabei hätte Bluetooth Abhilfe schaffen können, sodass Musik vom Smartphone oder Tablet den Weg leichter zu den Lautsprechern findet. Auch die ausschließlich für Bilder verwendete USB-Frontbuchse hat bei der Musikkategorie leider versagt.

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© Rolf Richter

Der Autor des Lesertests: Rolf Richter.

Musik und MP3s bekommt man also neben einem DVD- oder Blu-ray-Player mit USB-Anschluss oder einem guten WLAN, nur sehr eingeschränkt über die Soundanlage ausgegeben. Wenn man aber doch eine CD oder einen USB-Stick extern einlegt, bekommt man durch die HDMI Übertragung einen tollen kraftvollen Klang der je nach Vorlieben den gesamten Raum durchflutet.

Bose Lifestyle 535 Series III HES: Fazit

  • +hochwertiger Klang, egal von welcher digitalen Quelle
  • +gute Klangoptimierungsoptionen, am Fernseher und per Einmessung
  • +lernfähige multifunktionale Fernbedienung mit Display
  • +kompakte und kräftige Satelliten
  • +große Anschlussauswahl, sogar per WLAN
  • +vollständiges Kabelsortiment enthalten
  • -kein Bluetooth
  • -Front-USB kann bloß Bilder
  • -groß geratene Acoustimass-Einheit
  • -MP3-Fähigkeit bloß per iPod-Dockingstation

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