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BenQ W5700 im Test

Die meisten DLP-Beamer sind für den Einsatz im echten Heimkino zu weitwinkelig ausgelegt, und überhaupt: weiß. Wird es anspruchsvoll, braucht es ein hochwertiges Shiftobjektiv, Geräuschdämmung und Farbfilter, um bei HDR zu punkten. Ob der W5700 von BenQ hiermit punkten kann, lesen Sie in unserem Test.

BenQ W5700 im Test

© BenQ

BenQ W5700: 4-K-Beamer im Test

EUR 2.690,00

Pro

  • großer Farbraum
  • gute HDR-Optimierung
  • Iris und Farbfilter
  • sauber kalibrierbar

Contra

  • lautes DLP-Shifting

Fazit

video-Testurteil: sehr gut (526 von 650 Punkten); Preis/Leistung: sehr gut;
81,0%

Es ist nur ein paar Ausgaben von video her, da definierte BenQ mit dem W2700 (unser Test)  den Projektormarkt unter 2000 Euro neu. Besonders in puncto Ultra-HD-Wiedergabe mit HDR und erweitertem Farbraum stellte das Gerät eine neue Referenz in seiner Preisklasse dar. 

Knackpunkt: Das hübsch verarbeitete Gehäuse war vielmehr fürs Wohnzimmer konzipiert denn für den Einsatz im Heimkino. Der 1,3-fache Zoom war eher für kurze Distanzen gedacht und der immerhin zehnprozentige vertikale Lensshift konnte nur die gröbsten Aufstellungsszenarien befriedigen. 

Damals wurde jedoch schon kommuniziert, dass es einen großen Bruder fürs Heimkino geben wird, der eine erheblich variablere Optik und weitere semiprofessionelle Merkmale bekommen soll. Und jetzt steht er auf unserem Labortisch, der schwarze W5700.

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Das deutlich voluminösere Gehäuse lässt tatsächlich mehr Platz für leisere Lüfter inklusive längerer Saugwege für weniger Lichtaustritt. Es wiegt gut die Hälfte mehr als der W2700. Beim Objektiv hat BenQ natürlich Wort gehalten. 

Es besteht laut Hersteller aus elf Glaslinsen in sechs Gruppen, die in einem Metallrahmen präzise geführt werden. Das ist prinzipiell nur eine Linse mehr als der W2700 hatte, doch wurde der Zoom von 1,3-fach auf 1,6-fach erweitert und deutlich länger ausgelegt.

In ganz anderen Dimensionen befindet sich jetzt der Lensshift. Der wurde vertikal auf ± 60% erweitert, also mehr als verzehnfacht. Horizontal gab es gar keinen, jetzt liegt er bei ± 23%. Für eine Motorisierung hat das Budget allerdings dann doch nicht gereicht. 

BenQ W5700 im Test - Optik

© BenQ

Ein großer Zoom mit zweidimensionaler Shiftmöglichkeit verlangt komplexe Optiken. BenQ setzt im W5700 elf Glaslinsen zur erhöhten Präzision in ein Metallgehäuse. Nur so kann die Schärfe von Ultra-HD adäquat und farbneutral transportiert werden.

Mit seinen Objektivwerten sollte der neue BenQ für die meisten Heimkinos das optimale Projektionsverhältnis bieten. Das System besitzt jedoch weitere Vorteile. Bei identischer Herstellerangabe von 1800 Lumen Lichtleistung und von uns gemessenem vergleichbarem Stromverbrauch bietet der W5700 fast 20% mehr InBild-Kontrast. 

Nebenbei kommt im HDR-Modus deutlich mehr Licht auf der Leinwand an, und die Farbfilter wurden überarbeitet, sodass auch ohne DCI-Zusatzelement viel stärkere Farben geliefert werden. Im Spektrum fällt eine kleine Delle bei Cyan auf, die ein Manko des W2700, nämlich ein schwaches Blau, mindert.

BenQ W5700 im Test - Anschlüsse

© BenQ

Bildsignale mag der BenQ nur über HDMI akzeptieren, wenn da nicht noch vier USB-Buchsen wären, von denen drei Medieninhalte verarbeiten. Netzwerkkontrolle und Trigger sind wichtige Extras für gute Installationen.

So liefert der W5700 bei 1200 Lumen tatsächlich 90% DCI-Farbraum. Mit DCI-Filter geht es über die Kinonorm hinaus in Richtung BT.2020, was einen guten Headroom für zukünftige Filmproduktionen bietet. Entscheidend dabei ist, dass BenQ die Signale gut im Griff hat, was man durchaus behaupten kann.

Für HDR gibt es eine manuelle Anpassung der Clippingkurve, klassisches HDTV ist längst keine Herausforderung mehr, sogar HLG versteht das Gerät. Dem Projektorpaket liegt ein individueller Bericht der Werkskalibration bei. Gut, wenn ein Hersteller sich solche Mühe gibt. Für spätere Drifts ist eine Korrektur per ISFccc möglich.

BenQ W5700 im Test - Menü-Screen

© Screenshot & Montage: video

BenQ liefert viele Möglichkeiten, vor allen die kritischen HDR-Filme an den Chip anzupassen.

Konzept gelungen 

Als Basis wird wieder die zweite Generation des 0,47-Zoll-DLP-Chip mit vierfachem XPR-Shift verwendet. Der schaltet so schnell, dass in HDR Banding nicht auffällt, jeder Mikrospiegel stellt also mehr als 8 Bit auf den vier UHD-Positionen sauber dar. 

Dabei ist die Auflösung in der Mitte detailreicher als beim vielen Konkurrenten, zum Bildrand hin wird es je nach Optikeinstellung deutlich unschärfer. Zudem liefert die Bildverbesserung „Cinema Master“ einen Schärfegewinn und verstärkte Farben. 

Zusätzlich ist eine vierstufige Bewegungsglättung möglich, die bei Filmen sofort von nativen 24 auf 60 Hertz schaltet und somit etwas ungleichmäßig wirkt. Neben den durchdachten Bildoptionen liefert BenQ erweiterte Steuermöglichkeiten über LAN und RS-232 sowie den USB-Mediaplayer, der sogar UHD-Formate wiedergeben kann.

[Testsiegel] video Magazin Testurteil sehr gut

© video Magazin / Weka Media Publishing GmbH

video Magazin Testurteil: sehr gut

Fazit

BenQ bringt mehr HDR-Spaß ins Mittelklassen-Heimkino denn je. Die mehr als 1000 Euro Aufpreis zum W2700 werden durch eine deutlich variablere Optik und viel Feintuning beim letzten Quentchen Farbqualität teuer erkauft.

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