4K-Beamer

BenQ TK850i im Test: Mehr Power für HDR

15.4.2021 von Roland Seibt

Für eine optimale HDR-Wiedergabe braucht man höchste Lichtstärken und die sattesten Farben. In der Beamertechnik widersprechen sich diese Maximen allerdings. Wir testen, welcher Kompromiss BenQ im neuen 4K-Projektor TK850i gelingt.

ca. 3:45 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
BenQ TK850i im Test: Mehr Power für HDR
Elegant designt, hinterlässt der TK850i einen hübschen Eindruck, wenn man ihn schnell im Wohnzimmer aufstellt. Dank weißem Gehäuse fällt er an der Decke weniger auf.
© BenQ

Pro

  • Android Streaming-Stick im Lieferumfang
  • schön hell
  • Bewegungskompensation
  • zwei Fernbedienungen
  • etwas vertikaler Lensshift
  • Irisblende

Contra

  • Pulldown bei 24p
  • Farbbrillanz eingeschränkt
  • kleiner (naher) Zoombereich

Fazit

video-Testurteil: gut; Preis/Leistung: sehr gut


76,0%

BenQ weiß, worauf es ankommt, um versierte Beamerfreunde, die stark auf den Preis schauen, für sich zu gewinnen. So konnte der neue W2700i (hier unser Test) im Projektions-Special ein „Kauftipp“-Siegel verbuchen.

Das Gerät besitzt für einen Preis unter 2000 Euro mehr Spezialitäten als jedes andere dieser Klasse, die ihn für eine ausgezeichnete Wiedergabe von HDTV und 4K-HDR vorbereiten.

Und wir würden diesen Fakt nicht so ausführlich erwähnen, wenn der hier getestete TK850i ihm nicht so unglaublich ähnlich wäre – bis auf ein paar entscheidende Unterschiede in der Basistechnik und der Farbe der Frontblende.

BenQ TK850i im Test: Fernbedienung & Screenshot
Die bekannte BenQ-Fernbedienung ist beleuchtet und besitzt viele Sondertasten. Für optimale Messungen mussten wir die Sättigung reduzieren.
© Josef Bleier / Screenshot & Montage: video

2019 brachte BenQ den Ultra-HD HDR-Beamer W2700 (hier unser Test) auf den Markt, der mit DCI-Kinofilter, Irisblende, Lensshift, Bewegungskompensation und feinfühliger Werkskalibration die sehnlichsten Wünsche der Heimkinogemeinde erfüllte.

Offensichtlich aufgrund einiger Unkenrufe, dass die Helligkeit, speziell mit heruntergelassenem Kinofilter für satteste Farben, nicht ausreiche, wurde 2020 der TK850 (hier unser Test) nachgeschoben, ein fast baugleiches Gerät, das jedoch im Farbrad Weißsegmente besaß und so bei klassischen Messungen fast doppelt so viel Lichtstärke hervorbrachte.

Und nicht nur beim banalen Wohnzimmereinsatz, sondern auch im knallharten Geschäft mit maximalen Marketingzahlen sehen 3000 Lumen Lichtstärke in den technischen Daten super aus. Die durchaus im Labor nachvollziehbaren Messwerte gelten dann auch nur für farblose Bildinhalte.

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Dieser Trick kommt von den Präsentationsbeamern und liefert dort auch kaum Nachteile, da Excel-Tabellen oder Präsentationen auf weißem Hintergrund super lichtstark erscheinen, und eingespielte Filmchen, die vielleicht in QVGA aus Youtube kopiert wurden, eh qualitätstechnisch keine Hollywood-Erwartungen erfüllen müssen.

Je nach Unterteilung des Farbrads werden durch den Weißboost satte Grundfarben bis zu Zweidrittel dunkler, als sie es sein sollten. Das sieht man dann auch leicht in unseren Messdiagrammen. Die HDTV-Farbmessung gibt auch die Helligkeit der Grundfarben wieder.

Die Messung wird bei 80% Sollpegel durchgeführt und hier erwarten wir, dass die Leuchtkraft der Grundfarben im richtigen Verhältnis zu Weiß steht. Ausreißer nach links (Farbe zu dunkel) sind etwa in der Mitte des Diagramms gut erkennbar.

BenQ TK850i im Test: HDTV Bildmessung
Bildmessung HDTV Blu-ray BT.709: Schon bei 80% Signalpegel ist die Brillanz von Reinfarben im Verhältnis zu Weiß zu dunkel, die theoretische Sättigung trifft den Messnagel aber auf den Kopf. Es überzeugt die Gesamthelligkeit.
© Weka Mediapublishing GmbH

Wir nutzen im Labor die Farbmesssoftware Calman Ultimate von Portrait Displays, siehe www.portrait.com

BenQ lässt dem Kunden also die Wahl, ob er zum vergleichbaren Preis maximale Lichtstärke (TK850) oder astreine Farben (W2700) vorzieht. Kürzlich bekamen beide Modelle noch ein tolles Update, das ihnen ein kleines „i“ hinter ihrem Produktnamen bescherte.

Für einen längst vorbereiteten Steckplatz im Gehäuse wird jetzt ein HDMI-Stick mitgeliefert, der waschechtes Android-TV via WiFi liefert. Das ist ein enormer Bonus, was die Interaktivität, TV-Integration und Medienvielfalt betrifft.

BenQ TK850i im Test: Anschlüsse
Das Gerät ähnelt technisch seinem Heimkinobruder W2700i. Die starken 2×5 Watt Lautsprecher reichen fürs Gaming erst mal.
© BenQ

Ausstattung

Die Unterschiede der Geräte sind schnell aufgezählt: Während den W2700i eine dezent kupferfabene Frontblende ziert, kommt der TK850i in kalt glänzendem Grau. Der DLP-Chip, der seine Ultra-HD-Auflösung durch vierfaches Pixelshifting (XPR) erzielt, wird durch ein Farbrad beleuchtet, das sich 120 mal pro Sekunde dreht und aus RWGBWG-Segmenten besteht – im Gegensatz zu RGBRGB des W2700i.

Die klassische Lampe dahinter soll wieder durchschnittlich 15.000 Stunden durchhalten. Vor allem die beiden Weißsegmente bringen ordentlich Lichtpower auf die Leinwand.

Sehr positiv fällt dabei auf, dass auch im Bildmodus „Hell“ keine völlig abwegigen Farben produziert werden, sondern hübsche 2500 Lumen bei einer Farbtemperatur von 6700 Kelvin.

BenQ TK850i im Test: Streaming-Stick
BenQ liefert den Streaming-Stick QS01 mit, der voll lizenziertes Android-TV bietet. Die Integration in Hardware und Bedienung gelingt perfekt.
© BenQ

Eigentlich verzichtet der TK850i darüber hinaus nur auf den DCI-Kinofilter und die detaillierte Werkskalibration inklusive Zertifikat. Sowohl die kontrastoptimierende Irisblende, eine ISFccc-Kalibrationsoption, als auch die Bewegungskompensation bleiben an Bord.

Die sollte man auch zumindest in der kleinsten Stufe aktivieren, wenn man nicht auf das Stottern eines 2:3-Pulldowns steht, das ansonsten 24p Kinofilme mit sich bringen. Elektronik und auch die Optik sind absolut vergleichbar. Mit einem 1,3-fachen Zoom auf alltagstaugliche Wohnzimmer-Projektionsabstände wird ein erstaunlich scharfes Bild erzielt.

Die Pixelshift-Technologie steht ja in der Kritik, kann aber messbar und sichtbar erheblich mehr Details als ein orginaler Full-HD-Chip preisgeben. Dass 6000-Euro-Beamer mit drei 4K-Chips etwas schärfer sein können, sollte nicht überraschen.

[Testsiegel] video Magazin Testurteil gut
video Magazin Testurteil: gut
© video Magazin / Weka Media Publishing GmbH

Erstaunlich, dass die Optik des TK850i diese Auflösungen am Bildrand nicht stärker verfälscht. Es mag an der Serienstreuung liegen, doch unser Mustergerät lieferte sogar in der Bildmitte dünnere Farbkränze als der W2700i, den wir im direkten Vergleich begutachten konnten. Details erschienen dadurch etwas sauberer.

Wer das Gerät im Wohnzimmer am besten mit einer Kontrastleinwand einsetzt und keine Neutralität der Farben auf Studioniveau verlangt, ist mit dem TK850i besser dran.

Den geringeren Farbpegel versucht BenQ damit auszugleichen, dass Farben bei der Sättigungseinstellung 50 bereits deutlich zu bunt sind. Pegel wird sozusagen durch Sättigung simuliert. Besser, als wäre alles einfach nur zu flau.

BenQ TK850i im Test: Fernbedienung & Screenshot Android-TV
Der Streaming-Stick besitzt einen eigenen Controller – mit Spracheingabe. Er steuert nicht nur das Android-TV, sondern auch Beamerfunktionen.
© Josef Bleier / Screenshot & Montage: video

Android-TV

Positiv überrascht wurden wir vom TV-Stick. Die Installation, auch mit Autosetup via Handy, klappte reibungslos. Danach war der Goggle Playstore verfügbar und Apps wie Amazon Prime Video, MagentaTV oder Zatoo bringen frischen Wind ins Wohnzimmer. Allein für eine Zertifikation von Netflix hat es wohl nicht gereicht. Dieser interaktive Bonus zahlt sich natürlich auch im Präsentationseinsatz aus.

Fazit

Mehr Licht! Das ist gut für messerscharfe Ultra-HD-Präsentationen im taghellen Besprechungsraum, aber auch für Spitzlichter von HDR- Filmen. Nur im direkten Vergleich fällt auf, dass vor allem starke Farben speziell der buntesten Filme schneller ausbleichen. Der TK850i stellt somit den interessantesten 4K-Hybridbeamer weit und breit dar.

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