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UHD-Beamer

BenQ TK800 im Test

BenQ bringt die Ultra-HD-Auflösung nebst HDR in immer freundlichere Preisregionen. Zur WM startet nun der TK800, der durch besondere Leuchtkraft zum Meister des Public Viewings avanciert. Hier unser Test.

BenQ TK800 Test

© BenQ

Public Viewing für jedermann: Der BenQ TK800 zielt auf Fußballfans.

EUR 1.278,98

Pro

  • hohe Leuchtkraft
  • Ultra-HD mit HDR
  • alles kalibrierbar

Contra

  • Farbhelligkeit
  • XPR-Pixelshifting aus Full-HD-Panel
  • Quantisierung

Fazit

video Magazin Testurteil: sehr gut; Preis/Leistung: sehr gut; Kauftipp
73,0%

Wäre da nicht die hübsche Einfärbung der Front in Aquamarin, könnte man den BenQ TK800 kaum von BenQs Heimkinogerät W1700 unterscheiden, das für 1.800 Euro angeboten wird. Vergleicht man die Datenblätter, ist die Ähnlichkeit nochmals frappierender. DLP-Chip, Objektiv, Abmessungen, Anschlüsse, Stromverbrauch, Lampenleistung, Fernbedienung, ja sogar das RGBRGB-Farbrad und die ISFccc-Kalibrierung sollten identisch sein. Unterschiede seien einzig, dass der Neue stolze 3000 statt 2200 Lumen und einen Fußballmodus biete, dafür einen etwas geringeren Farbraum besäße.

Bei unseren Messungen zeigte sich allerdings wieder einmal, dass man Datenblättern nicht vertrauen darf. Alles sollte anders kommen als erwartet. Aber nun erst einmal die Rahmendaten. Der kompakte formschöne BenQ TK800 ist ein 1-Chip-DLP-Beamer. Der native 0,47”-DMD besitzt Full-HD-Auflösung, wird aber durch vierfachen XPR-Shift auf Ultra-HD aufgewertet.

Eine 240-W-Lampe, die durch Smart-Eco die Bilddynamik erhöht, soll 4.000 (Normal) bis 15.000 (Eco)Stunden halten. Das Objektiv des BenQ TK800 ​besitzt einen 1,2-fachen Zoom. Eine Motorik oder Lensshift kann man zu diesem Preis nicht er warten. Der schnelle Aufbau in Wohnzimmer oder Garten wird jedoch durch eine (automatische) Keystone-Korrektur unterstützt. Dank 4K-Auflösung ist der dadurch entstehende Schärfeverlust bei Full-HD-Quellen geringer als sonst. Heimkinofans ist eine solche Trapezkorrektur trotzdem zuwider. Die würden auch den eingebauten 5-Watt-Lautsprecher niemals nutzen, der beim portablen Public Viewing jedoch durchaus eine Relevanz hat.

Zwei HDMI-Anschlüsse sind vorhanden, einer davon besitzt maximale Bandbreite für UHD mit HDR, der andere ist auf Version 1.4 getrimmt. Der Beamer unterstützt laut Hersteller 3D, und wir finden im Menü passende Einträge, jedoch war unser Vorserienmodell hier noch nicht freigeschaltet. Vielleicht verhält das Gerät sich aber genauso wie der W1700, indem sein HDMI-Anschluss per EDID-Daten ein klassisches 3D Full-HD-Gerät imitiert.

benQ TK800 anschluesse

© BenQ

Die Anschlüsse des BenQ Tk800: Zweimal HDMI, einer davon UHD/HDR-tauglich, passen für den Filmspaß. Durch VGA und Audiodurchleitung ergeben sich weitere Einsatzmöglichkeiten.

Durch einen VGA-Anschluss und Audiobuchsen wird auch analoges Equipment unterstützt. Ein 12-V-Triggerausgang ist dagegen als heim-kinofreundlich anzusehen, die USB-Stromversorgung ideal für Zuspieler wie den Amazon Fire-T V-Stick oder BenQs Wireless-Empfänger QCast.

Die Realität

Dass der TK800 mit derselben Lampe und dem gleichen Farbrad wie der W1700 deutlich mehr Helligkeit bieten soll, war uns schon etwas suspekt. Beim ersten Anschluss fiel die hohe Lichtleistung von Weiß allerdings sofort ins Auge. Dabei konnten wir nachmessen, dass sich beim Stromverbrauch, also der Lampenleistung tatsächlich nichts verändert hat.

Mithilfe unserer Oszilloskopmessung mit Lichtfarbsensoren und der Highspeed-Kamera fanden wir dann heraus, dass wie vermutet das Farbrad auch ein farbloses Segment besitzt, um die Leuchtkraft von Weiß drastisch zu erhöhen. Bei DLP-Beamern nennt man diesen Trick „BrilliantColor“.

Es handelt sich genauer gesagt um ein Sechssegment-Farbrad, das sogar zwei weiße Flächen besitzt. Es dreht sich mit 120 Hz (oder 100) und liefert damit weniger Regenbogenprobleme als bei vielen Businessbeamern üblich. Die hellen Partien Grün und Weiß sind doppelt vorhanden, Rot aber deutlich breiter als Blau. So bekommt das Lampenlicht nach dem Farbrad eine warme Temperatur, die der D65-Norm schon gut angepasst ist. Dass bei so viel Weiß-boostern sich die Leuchtkraft von Vollfarben nahezu halbiert, muss man nicht weiter erklären. Hier liegt der große Vorteil vom RGBRGB-Farbrad des großen Bruders W1700.

BenQ TK800 Bedienung

© BenQ

Ein Bedienfeld am Gerät lässt sich auch BenQ nicht nehmen.

Von Beamern mit so viel Brilliant-Color ist man grundsätzlich blasse oder dunkle Farben gewohnt. Laut Datenblatt soll er ja auch nur magere 92 % Abdeckung des HDT V-Farbraums schaffen. Umso erstaunlicher ist es, wie der TK800 in der komplexesten Paradedisziplin aufspielt: Ultra-HD HDR mit gigantischem BT.2020-Farbraum. Dort messen wir bei 60 % Signalstärke, was am TV ca. 300 Nits Helligkeit entspricht. Dabei schafft der BenQ stolze 87 % des DCI P3-Farbraums, mehr als der W1700 mit 83 %, und mehr als der Optoma UHD65 mit 79 %. Wenn es an Spitzlichter geht, verliert der BenQ natürlich letztendlich seine Farbenpracht.

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Besser als geplant

Bei HDT V-Quellen konnten wir im Labor übrigens den vollen Farbraum abrufen. Dazu kann man neben dem Weißabgleich auch den Farbraum kalibrieren. Einen ISFccc-Modus haben wir allerdings nicht gefunden. Der Beamer gibt sich keine Blöße, was Farbnuancen und die Umsetzung der Gammakurve angeht. Alles bleibt schön normgerecht. Schaltet man BrilliantColor ab, wird der TK800 sehr deutlich dunkler als der W1700.

Ein in den diversen Foren kontrovers diskutierter Effekt ist der Rand des 4K-Bildes. Es ist zu lesen, durch die Verwendung eines eigentlich größeren Chips gäbe es einen hellen Rahmen rund um das eigentliche Projektionsbild. Dies ist hier wieder auszumachen, es störte jedoch überhaupt nicht, da die Stewart-Leinwände in unseren Labors und Screeningräumen eine Maskierung besitzen. Sie dämpft das Restlicht um den Screen. Es handelt sich auch nicht um einen wie behauptet hellen Rand, sondern er besitzt den Schwarzpegel, den der Beamer auch auf die Leinwand wirft. Dieser ist allerdings nicht zu vernachlässigen. Insgesamt bringt der BenQ mit 1,5 Lumen ein nur mäßiges Schwarz, das nach einer getönten Leinwand schreit. Ohne die Smart-Eco-Steuerung der Lampe halbiert sich dieser dynamische Kontrast abermals. Dafür knallt Weißes umso heftiger durch die 3000 Lumen, die wir ohne große Farbverschiebungen messtechnisch verifizierten.

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Insgesamt zeigte sich der Cinema-Modus exzellent voreingestellt. Das Preset „Football“ (nicht Soccer), brachte mehr Farbsättigung ins Spiel, bildete den REC.709-Farbraum komplett ab, schaltete aber auf eine Gammafunktion namens „BenQ“, die in S-Kurvenform mittelstarke Inhalte deutlich auf hellt. Sport bekommt nochmals mehr Leuchtkraft. Eine Bewegungskompensation gibt es nicht, 24- und 50-Hz-Inhalte werden jedoch hübsch framegenau interpretiert.

Etwas nervig waren die langen Sync-Zeiten, die vielleicht hierdurch entstehen. Es dauert schon mal bis zu 20 Sekunden, bis ein HDMI-Bild kommt. Der Start einer Blu-ray, wo gerne zwischen FSK-Warnung und Firmentrailern umgeschaltet wird, kann so komplett verloren gehen, bis man bei der Filmauswahl angelangt ist. Dafür gibt es kein Pulldown-Ruckeln, was für den Filmfan zählt.

Der BenQ TK800 zeigt 4K-Material wie versprochen in einer sagenhaften Schärfe, die es in dieser Preisklasse bislang nicht gab. Dass der Farbraum in HDR gut bunt erscheint ist eine absolut positive Überraschung. Spitzlichter knallen ordentlich, und die sind in der Regel ja auch nicht zu farbig. Hier passt die BrilliantColor-Strategie, die Bildpuristen ja strikt ablehnen. Die HDR-PQ-Kurve (EOTF) lässt sich anpassen, um Überstrahlen und Schwarzverlust etwas zu beeinflussen. Ein Manko ist die schwache Quantisierung. Mehr als 8 Bit konnten wir nicht identifizieren, gerade beim besten HDR-Material kommt es zu Banding. Insgesamt macht das Bild dieses günstigen BenQ aber besonders im hellen Wohnzimmer mit getönter, maskierter Bildwand enorm viel Spaß – nicht nur bei Fußball.

BenQ TK800 Kauftipp video

© video Magazin

Der BenQ TK800 erhält vom video Magazin die Auszeichnung "Kauftipp".

Fazit

BenQ zielt auf Fußballfans mit großen Brillanzbedarf und macht das Tor mit Bravour. Dabei zeigt das neue Farbrad ungeahnte Fähigkeiten. Die gute Abstimmung schafft enorme Lichtstärken für Public Viewing.

Erklärung: Echtes Ultra-HD?

DLP-Projektoren erreichen ihre Ultra-HD-Auflösung durch Pixelshift. Das bedeutet, nachdem sie ein Filmbild erzeugt haben, wird der Chip minimal diagonal versetzt und es wird ein ergänzendes Bild mit weiteren Pixeln gezeichnet. Dabei überlappen sich die Bildpunkte jedoch ein wenig. Für die erste auf den Markt gekommene Variante wurden 0,66 Zoll große DMDs (Digital Mirror Device) eingesetzt, die nativ 4 Megapixel besitzen. Ultra-HD braucht acht. Das „XPR“ genannte Shiften klappt hier gut.

Preiswertere Beamer wie dieser BenQ setzen neue Chips ein, die 0,47 Zoll groß sind und nur 2K auflösen (Full-HD). Hier muss viermal geshiftet werden, um Ultra-HD zu erreichen. Das gelingt immer noch erstaunlich gut, jedoch benötigt das doppelt so lange. Zeit, die ebenso dafür verwendet werden könnte, mehr Bits, also Farbtiefe, zu produzieren. Das Bild wird entweder etwas weniger scharf oder bekommt Banding.

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