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55-Zoll-UHD-TV

Bang & Olufsen BeoVision Eclipse 55 im Test

Der BeoVision Eclipse 55 ist das Ergebnis jahrelangen Know-hows des dänischen HiFi-Herstellers Bang & Olufsen und der aktuellen OLED-Technologie. Der Test!

Bang & Olufsen BeoVision Eclipse 55

© Bang & Olufsen

Dank massivem, motorbetriebenen Standfuß lässt sich der BeoVision Eclipse 55 per Knopfdruck elegant im Kreis bewegen – wenn gewünscht auch bei jedem Einschaltprozess. Zusätzlich können wir das Display nach rechts oder links justieren.

Pro

  • herausragender Sound
  • individuelle Klang-Einstellungen
  • Musik-Streaming
  • Dolby Vision
  • exzellente Farben

Contra

  • FB etwas ungewohnt
  • kein Dolby Atmos

Fazit

video Magazin Testurteil: überragend; Preis/Leistung: gut
91,0%

Schon beim ersten Anblick wird klar, dass es beim Beo- Vision Eclipse um mehr geht, als „nur“ ein gutes TV-Bild. Denn dem Betrachter sticht sofort das integrierte Audiosystem ins Auge, das prominent im unteren Drittel des Fernsehers platziert ist. Für Bang & Olufsen steht, wie sollte es anders sein, der Sound im Vordergrund. Oder anders gesagt: „Der Klang macht mehr als die Hälfte des Bildes aus.“ Zugegeben, bei unserem Testmuster in 55 Zoll nimmt das Display physisch nach wie vor den größten Part ein, spielt aber eine fast untergeordnete Rolle. Denn sowohl in den technischen Informationen sowie im gemeinsamen Gespräch mit Produkttrainer Christian Herzig wird nur knapp auf die Bildeigenschaften des Fernsehers eingegangen. Kaum verwunderlich, diese kennen wir bereits zu gut. Für den ersten OLED-TV in der Unternehmensgeschichte haben sich die Dänen nämlich in der Display- Technik keinen Unbekannten mit ins Boot geholt: LG Electronics. Wie Stefan K. Persson, Executive Vice President B&O Home so schön sagt, ermöglicht jene Zusammenarbeit das Aufeinandertreffen „zweier außergewöhnlicher Objekte, die etwas noch Spektakuläreres und Schöneres erschaffen.“ Schön ist er allemal. Wie spektakulär das TV-, Film- und Musikerlebnis mit dem Eclipse ist, haben wir exklusiv getestet.​

Ästhetik und Komfort 

Was die Größe des hauchdünnen OLED-Panels angeht, können wir zwischen 139 und 164 Zentimeter Bilddiagonale wählen. In beiden Fällen wird die Glasoberfläche als schickes Design-Element unter dem „SoundCenter“ weitergeführt. Dieses ragt rechts und links ein gutes Stück über den Bildschirmrand heraus, was den einen oder anderen etwas ungewöhnlich anmuten mag. Doch das Team rund um Designer Torsten Valeur setzt hier bewusst auf den Kontrast zwischen Bild und Klang sowie Schlankheit und Volumen. Bereits seit Jahren arbeitet das Unternehmen mit Firmensitz im dänischen Struer ganz bewusst mit externen Designern zusammen, um neuen Schwung und kreative Ideen in die Produktentwicklung einzubringen. So bleibt man zwar der Philosophie und Tradition treu, setzt aber gleichzeitig neue Impulse. 

Die Frontabdeckung des Sound- Systems kann in eloxiertem Aluminium (B&O verwendet hier ein eigenes, aufwendiges Verfahren) oder verschieden farbigen Textilbespannungen gewählt werden. Die komplette Technik an der Rückseite bleibt dank geschickter Kabelführung und zusätzlichen Abdeckungen aus anthrazitfarbigem Kunststoff für den Betrachter nahezu unsichtbar. 

Wir nehmen den Fernseher in Betrieb und führen erste Schritte wie die Einbindung ins Netzwerk oder den Sendersuchlauf durch. Das LG-typische Bohnenvögelchen wurde eliminiert, die moderne, horizontale Bedienebene am unteren Bildschirmrand zur Auswahl von Apps oder Favoriten wurde zu unserer großen Freude beibehalten. Als Signalgeber fungiert die zugehörige, außerordentlich edel anmutende Fernbedienung oder alternativ in einer abgespeckten Version die Bang & Olufsen sowie sogar die LG TV Remote App. Die Einstellungen umfassen vier große Menüpunkte, wovon der erste „Bild und Sendungen“, mit deaktiviertem Klang-Unterpunkt an zweiter Stelle, exakt von LG übernommen wurde. Dafür gibt es eben einen umfangreichen „Audio & BeoLink“ Menüpunkt, der zusätzlich Kategorien wie den Drehfuß, die Quellen oder Service beinhaltet. 

Bang & Olufsen BeoVision Eclipse 55 Sound-Anschluss

© Bang & Olufsen

Am SoundCenter stehen vier zusätzliche HDMI-Eingänge (HDCP2.2 nach Update) sowie Line-in zur Verfügung. Via PUC lassen sich bis zu drei externe Geräte mit der B&O FB steuern, Powerlink ermöglicht das Verkabeln von Lautsprechern.

Der HiFi-OLED 

BeoVision Eclipse ist also sowohl Fernseher als auch Audiosystem, heißt es in den Presseunterlagen. An der (einzigen) HDMI-ARC-Buchse ist das Herzstück des TVs, das 3-Kanal SoundCenter mit einer Gesamtleistung von 450 Watt angeschlossen. Dieses setzt sich aus drei mittig platzierten 4-Zoll-Tief-Mitteltönern sowie einem 1-Zoll-Hochtöner und je einem rechts und links positionierten 2,5-Zoll-Fullrage-Treiber zusammen. Jeder der sechs Speaker wird von einer eigenen Verstärker-Einheit angetrieben. Um etwaigen Beschädigungen am Display vorzubeugen, ist die Sound-Einheit baugruppentechnischaber vom restlichen Gerät abgekoppelt. Nicht ganz unwichtig, denn eines kann der Eclipse schon mal sehr gut: Laut! Doch dazu später mehr.

Zu Beginn können wir die drei Kanäle einpegeln und ihre Abstände zur Hörposition einstellen (0,1-Meter Schritte). Dann legen wir eine „Programmstart“-Speaker-Gruppe fest, die in unserem Fall alle drei Kanäle des SoundCenters umfasst. Insgesamt stehen sieben Sound-Modi, darunter Film, Musik oder Drama zur Verfügung, die sich allesamt als sehr gut vorkalibriert erweisen. Lediglich im Sprach-Modus nehmen wir umfangreichere Änderungen an der Intensität ebendieser vor. Individuelle Justagen sind zugelassen, es gibt auch einen achten „Benutzerdefiniert“- Modus. Dank der Treiber- Anordnung und Bestückung des Center- Channels profitieren wir von einer guten Sprachverständlichkeit und breitem Abstrahlwinkel. Stimmen werden sehr natürlich und authentisch wiedergegeben. 

Dank True-Image-Algorithmus lassen sich 5.1-Quellen auf die aktiven Kanäle (in unserem Fall 3.0) umlegen, eine direkte 1:1-Wiedergabe bietet sich wiederum für Musik-Content an, da sie das Signal unbearbeitet lässt. Wer also nicht auf zusätzliche Rear-Speaker zurückgreifen kann, muss beim Zuspiel von Film-Content TrueImage aktivieren, da entsprechende Surround- Effekte sonst verloren gehen. Doch auch alleine zaubert der Eclipse eine sehr breite und tiefe Klangbühne in unseren Testraum und beeindruckt mit kräftigem, lebendigen Sound. Selbst hohe Pegel können ihn nicht überfordern. Da können die bisher getesteten TV-Lautsprecherlösungen nur hinten anstehen. 

Bang & Olufsen BeoVision Eclipse 55 TV-Anschluss

© Bang & Olufsen

Die TV-Aschluss- Sektion fährt vier HDMI-Buchsen mit HDCP2.2 Kompatibilität auf – am Audiorückkanal ist das SoundCenter angeschlossen.


Der SoundCenter arbeitet aber auch gerne im Ensemble mit weiteren B&O-Komponenten. Mittels Verkabelung funktioniert das mit acht weiteren Speakern, dank Wireless Transmitter ist auch die kabellose Ansteuerung weiterer acht Boxen möglich. So lassen sich beispielsweise zwei BeoLab 50 als Front R/L einstellen, das Eclipse SoundCenter nimmt dann die bloße Rolle des Centers ein. Das Setup lässt sich dank integriertem 7.1 Surround-Decoder auch entsprechend ausbauen. Interessant und denkbar wäre auch eine Integration der neuen BeoShape Wand-Lautsprecher als Surround-Kanäle. Die Verteilung der jeweiligen Signale erfolgt stets über den Eclipse, er dient als AVSteuergerät, das sogar Rücksicht auf individuelle Klangeinstellung (wie beispielsweise der akustischen Linse bei BeoLab 50) nimmt.

Der User hat Zugriff auf Streaming- Dienste wie Spotify, Deezer oder TuneIn, kann Musik aus dem Netzwerk (NAS), via AirPlay, vom USB-Stick oder per Bluetooth sowie Chromecast direkt vom Smartphone abspielen. Das klappt im Test auch mit Hi-Res Dateien bis zu 24bit/192kHz. Mitten und Höhen löst das Sound- Center sehr fein auf, die Solo-Stimme steht mittig und stabil im Raum. Auch kleine Details können wir dabei perfekt orten, Instrumente werden akkurat platziert. 

Bang & Olufsen BeoVision Eclipse 55 Screens

© Bang & Olufsen

In puncto individuelle Klangeinstellung lässt B&O dem Nutzer freie Wahl (links). Im B&O-Menü lassen sich unterschiedliche Lautsprecher-Gruppen konfigurieren, die auch kabellose Speaker mit einbinden können (rechts).

Exzellente Bildqualität 

Wie ein kleiner Aufkleber an der Geräte- Rückseite schon verkündete und unsere Mess-Ergebnisse schließlich belegen, handelt es sich, was Bild, Ausstattung und smarte Funktionen angeht, um einen original LG OLEDTV, genau gesagt aus der C-Serie. Standard sind hier Vierwege-Doppeltuner mit HEVC-Option für UHD und DVB-T2. Für Aufzeichnungen stehen drei USB-Buchsen bereit. 3D Video ist kein Thema mehr. Sämtliche Vorzüge des LG OLED-Panels dürften bekannt sein: ein fast unendlich sattes Schwarz, kräftige, aber natürliche Farben, die hohe Dynamik, eine überaus vorbildliche HDR-Daten-Verarbeitung...

Als ab Werk fast perfekt kalibirierter Modus zeigt sich „Experte heller Raum“. Nur verwunderlich, dass scheinbar am isf-Zertifikat gespart wurde. Wiederum an Bord: HDR10 und Hybrid Log Gamma (für zukünftige TV-Übertragungen von Bedeutung) sowie die dynamische Variante Dolby Vision. Ein weiterer Pluspunkt des Eclipse ist die web OS 3.5 Platform, die Zugriff auf so gut wie alle angesagten App-Dienste (Netflix, Amazon Video oder YouTube) bietet und diese nutzerfreundlich anordnet. Im Vergleich zum „Original“ LG OLED müssen wir auf die Vorzüge der Magic Remote Control, eine Sprachsteuerung, die ISF-Zertifizierung sowie Dolby Atmos Sound verzichten. 

Fazit 

Nicht nur HiFi-Liebhaber, die bereits in den einen oder anderen Bang & Olufsen Lautsprecher investiert haben, werden vom Eclipse begeistert sein. Denn zum kräftigen, fein auflösenden Klang in Kombi mit edlem Design gesellen sich sämtliche Vorteile der OLED-Technologie. Auch LG-typische Eigenschaften wie eine moderne Menü-Führung oder zahlreiche App-Services zählen zu den Pro-Faktoren. Angesichts des Preises dürften aber wohl nur wenige dieses grandiose Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen den Dänen und den Koreanern je zu Hause erleben können. Nichtsdestotrotz steht fest: Aktuell gibt es keinen besser klingenden OLED-TV am Markt!

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