Action-Adventure

Assassin’s Creed Odyssey im Test: Mehr Action-Rollen spielen?

Assassin’s Creed: Odyssey ist der Nachfolger von AC: Origins. 2017 noch Ägypten, dieses Jahr also Griechenland. Bleibt da Qualität auf der Strecke? Der Test.

Assassin's Creed Odyssey im Test

© Ubisoft

Assassin's Creed Odyssey im Test
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EUR 39,97

Pro

  • Große Spielwelt
  • Spektakuläre Kämpfe
  • Dynamisches Kampfsystem
  • Entscheidungen während der Story
  • Viele Missionen
  • Mehr als 100 Stunden Spielzeit

Contra

  • Recht chaotische Schlachten

Fazit

Assassin’s Creed: Odyssey ist qualitativ ganz weit vorn im Bereich der Action-Rollenspiele.
Hervorragend

Im Test zu Assassin’s Creed: Odyssey haben wir auf die Playstation 4 Version des Action-Abenteuers gesetzt. Wobei? Ist Assassin’s Creed: Odyssey nicht eher ein Rollenspiel? Auf den Gedanken sind wir ein ums andere Mal gekommen.

Assassin’s Creed: Odyssey im Test: Rollenspiel?

Assassin’s Creed: Odyssey setzt konsequenterweise da an, wo Origins im Jahr 2017 aufgehört hatte. Denn im vergangenen Jahr verpassten die Entwickler der Spieleserie nach zweijähriger Pause einen neuen Touch. Mehr Rollenspiel, lautete die Devise. Aber fangen wir vorne an. Und zwar ganz vorne.

Denn Assassin’s Creed: Odyssey spielt rund 400 Jahre vor der Gründung des Assassinen-Ordens. Wir geraten – wahlweise als Alexios oder Kassandra – zwischen die Fronten. Athener und Spartaner fetzen sich mächtig, der Peleponnesische Krieg tobt. Wir selbst sind Söldner. Daher ist es uns eigentlich völlig schnuppe, welche Partei sich durchsetzt. Hauptsache, unser Auftraggeber schafft die Kohle rüber.

Zuvor hat uns das Leben aber weniger gut mitgespielt. Schon in der Kindheit wird unser Charakter von seinen Eltern getrennt. Auf ziemlich fiese Art und Weise. Mehr verraten wir an dieser Stelle nicht. Jedenfalls könnte man meinen, dass sich daraufhin die typische Rache-Story entspinnt. Doch das wäre fatal. Denn Assassin’s Creed: Odyssey bietet so viel mehr. Wir haben gelacht, wir hatten Klöße im Hals, wir haben uns geärgert und wurden wütend - Assassin’s Creed: Odyssey spielt mit den Gefühlen des Spielers und sorgt während der langen, langen Story für zahlreiche Überraschungen.

Assassin's Creed Odyssey im Test

© Ubisoft

Im Vergleich zu Origins hat Assassin’s Creed: Odyssey noch einmal an Größe zugelegt. Während manch einer schon die ägyptische Welt enorm groß fand, der wird von Griechenland – und all seinen Inseln – quasi überrannt! Die Welt bereisen wir wahlweise zu Fuß, auf dem Rücken von Pferden oder auf unserem ganz eigenen Schiff.

Assassin’s Creed: Odyssey übernimmt die besten Tugenden von Origins und baut das Quest-, Fortschritts- und Kampfsystem an zahlreichen Stellen aus. Neu sind zum Beispiel bestimmte Manöver. So reicht reine Waffengewalt nicht mehr aus. Wir lernen auf drei Fortschrittsbäumen (Jäger, Krieger und Attentäter) unterschiedliche Moves und können sie in passenden Situationen einsetzen. Das verleiht den sowieso schon großartigen Kämpfen eine neue Dynamik.

Auch neu: das Interaktionssystem. Denn in Assassin’s Creed: Odyssey können wir Entscheidungen treffen! Und diese beeinflussen nicht nur die Hauptstory, sondern auch die diversen Nebenquests. Die Entscheidungen sind teils krass – vor allem in Nebensträngen der Geschichte. Da kann eine falsche Entscheidung zum Beispiel den Tod eines geliebten Partners bedeuten! Auch neu: Wir können Beziehungen zu bestimmten Charakteren eingehen. Mass Effect lässt grüßen. Zwar sind die Entscheidungen niemals so bahnbrechend wie beispielsweise in Detroit: Become Human, dennoch verleihen sie dem Spiel eine ansprechende Würze.

Assassin’s Creed: Odyssey - alter Wein in neuen Schläuchen?

Na klar, Assassin’s Creed: Odyssey erfindet das Rad nicht neu. Die meisten Quests laufen wie schon Assassin's Creed: Origins ab (Vogel fliegen lassen, Burg auskundschaften, Schätze sammeln und so weiter). Dennoch stellt sich schnell das „Bloß eine Quest noch“-Verlangen ein. Denn so repetitiv die Aufgaben manchmal auch sind, sie motivieren ungemein!

Assassin's Creed Odyssey im Test

© Ubisoft

Für noch mehr Abwechslung sorgen die Gefechte auf hoher See, die Ubisoft in vielen Punkten aus Assassin’s Creed: Black Flag übernommen hat. Damit haben die Entwickler auf ihre Fans gehört, denn kaum ein Wasserschlachten-System wurde so gefeiert wie das aus Black Flag.

Ebenfalls interessant: Wir sind nicht der einzige Söldner Griechenlands. Denn auf uns werden immer wieder fiese Söldner angesetzt, die uns den Garaus machen sollen. Mies! Vor allem steigt unser Kopfgeld, wenn wir Sachen stehlen, ein Lager angreifen oder Soldaten töten – ansatzweise dürfte das aus GTA bekannt sein. Interessant wird es aber, wenn wir auf die – je nach Kopfgeld – starken, sehr starken oder übermenschlich starken Söldner treffen. Besiegen wir sie nämlich im Kampf, so können wir sie entweder über den Jordan schicken oder sie wiederum selbst rekrutieren. Das erinnert an das System aus Mittelerde: Schatten des Krieges. Mit den rekrutierten Söldnern verbessern wir die Kraft unseres Schiffs, zum Beispiel durch eine besondere Durchschlagskraft oder einen verbesserten Pfeilhagel.

Assassin’s Creed: Odyssey im Test: Fazit

Wow! Assassin’s Creed: Odyssey ist ein echtes Brett geworden. Ein Action-Rollenspiel, das Seinesgleichen suchen kann. Denn Kampfsystem, Questsystem, zahlreiche Anleihen bei anderen Action- und Rollenspielen, die riesige Welt, die Charaktere und die Story – alles begeistert. Die Grafik ist ganz hervorragend, der Sound teils herausragend. Doch ... etwas fehlt. Und das ist relativ entscheidend. Es fehlt das Assassinen-Gefühl der ersten Teile, vor allem weil Odyssey VOR der Gründung des Assassinen-Ordens spielt. Wir würden gerne wieder Opfer auskundschaften und unsere Attentate genau planen, ehe wir zuschlagen. Assassin’s Creed: Odyssey ist und bleibt ein wirklich gelungenes Action-Rollenspiel – aber es ist spielerisch mittlerweile weit von dem entfernt, was Assassin’s Creed einmal war. Das wird neue Fans – die erst seit Kurzem dabei sind – kaum stören. Fans, die aber schon seit Anbeginn dabei sind, sollten das beim Kauf unbedingt beachten

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