Apples kleinster Desktop-PC mit schneller Leistung

Apple Mac Mini M1 im Test: Klein, aber Oho

Im Gegensatz zu Microsoft hat Apple schon mehrfach die CPU-Architektur seiner Rechner gewechselt. Der neue M1 ist eine Weiterentwicklung der iPhone-Prozessoren. Lesen Sie in unseren Test zum Mac Mini M1 2020.

© Apple

Nicht nur platzsparend, auch im Stromverbrauch punktet das Mac Mini M1
EUR 675,53

Pro

  • leistungsstark
  • stromsparend
  • kompakt

Contra

  • Software begrenzt

Fazit

Schon der Erstlingswurf M1 liefert deutlich mehr Leistung als alle bisher im Mac Mini eingesetzten CPUs – und das bei weniger Stromverbrauch und Geräusch. Außerdem kostet er weniger.
95,0%

Bislang galten Smartphone-Prozessoren als leistungsschwächer als Desktop CPUs. Dieses Bild revidiert der M1. Wir hatten den neuen Mac Mini mit M1-Prozessor im Testlabor.

Der M1 hat acht CPU-Kerne, vier davon auf Höchstleistung und vier auf minimalen Stromverbrauch getrimmt. Dazu kommen acht GPU-Kerne (als integrierte Grafikkarte) sowie 16 KI-Chip-Kerne für Machine-Learning-Anwendungen (zum Beispiel für Foto- und Video-Optimierungen).

Der Hauptspeicher sitzt ebenfalls auf dem CPU-Sockel – er steht damit direkt auch den Grafik- und KI-Prozessor-Kernen zur Verfügung. Die Level-1-Caches sind mit 64 KByte für Befehle und 128 KByte für Daten pro Kern enorm groß.

Weniger Schnittstellen, aber 6K

Die Anzahl der Schnittstellen hat Apple im Vergleich zum bisherigen Mac Mini reduziert. Es gibt nur noch zwei USB-CAnschlüsse (vorher waren es vier). Dazu gesellen sich ein Gigabit-Ethernet, zwei USB-3.0-A-Anschlüsse, HDMI und Audio.

Für die Funkanbindung gibt es Wi-Fi-6 und Bluetooth 5.0. Über USB-C und HDMI lassen sich bis zu zwei Monitore mit 6K (der zweite mit 4K über HDMI) bei 60 Hz anschließen. Über DisplayLink-Adapter lassen sich bis zu sechs Monitore anbinden. Die Treiber dafür gibt es bereits für den M1 .

© Apple

Anschlüsse auf der Rückseite: Mit 2 USB-C, HDMI, 2 USB-A, Gigabit Ethernet und Audio ist für Kommunikation gesorgt. Maximal lassen sich zwei Monitore direkt betreiben

Intel-Anwendungen ohne Probleme

Nach der ersten Einrichtung merkt man nicht, dass kein Intel-Chip im Inneren werkelt. Beim ersten Start einer Intel-Anwendung fragt er einmalig nach, ob er Rosetta-2 installieren soll. Danach übersetzt diese Systemkomponente Intel-Anwendungen vor dem ersten Start automatisch in M1-Code. Viele Mac Software-Hersteller haben angepasste Anwendungen herausgebracht. In einer Datei existieren dann Versionen für x86 und M1.

© PC Magazin / Weka Media Publishing GmbH

PC Magazin Testnote: sehr gut

Äußerst flott und stromsparend

Wir haben den Mac Mini M1 mit seinem Intel-Pendant mit Core i5 8500B (sechs Kerne mit 3 GHz) verglichen, wie er aktuell noch angeboten wird (die Intel-Version kostet allerdings gut 220 Euro mehr).

Bei CPU-lastigen Benchmarks wie Geekbench ist der M1-Mac 60% schneller als der Intel-Mac. Beim 3D-Benchmark Cinebench R23 sind die Ergebnisse ähnlich (plus 50%). In Grafiktests ist der M1-Mac um den Faktor 4 (400%) schneller. Bei der Umkodierung eines 2-minütigen HD-Trailers mit Handbrake konnte der M1-Mac aber nur noch 10% gegenüber dem Intel-Gerät rausholen.

Wahrscheinlich ist der Code für den M1 noch nicht auf die neue CPU optimiert. Auch wenn man die Intel-Versionen von Anwendungen unter Rosetta-2 einsetzt, ist der M1-Mac-Mini flotter als der Intel-Mac.

Die SSD des neuen Mac Mini arbeitet beim Lesen großer Datenmengen in etwa gleich schnell (3,3 GByte/s), beim Schreiben liefert sie mit 2,2 GByte/s deutlich mehr als der Intel-Mac (1,2 GByte).

Auch wenn die Benchmarks teilweise alle CPU-Kerne auf Volllast hochfahren, bleibt der M1-Mac immer leise. Der Stromverbrauch liegt bei normaler Nutzung bei 5 bis 6 Watt. Nur Maximallast treibt den Verbrauch auf bis zu 24 Watt hoch, was immer noch sehr wenig ist.

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