Lifestyle-Beamer mit Android-TV

Cosmos Nebula Max von Anker im Test

22.3.2022 von Roland Seibt

Der Cosmos Nebula Max von Anker ist ein Lifestyle-Beamer mit Android-TV und raumfüllendem Vierkanalsound. Die leistungsstarke RGB-Lichtquelle für den 4K-DLP könnte sogar exzellentes HDR liefern. Wie der Beamer von Anker abschneidet, lesen Sie in unserem Test.

ca. 3:45 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Anker Cosmos Nebula Max im Test
Schon die ovale Form ist ungewöhnlich für einen Beamer. Verarbeitung, Verpackung und Look erscheinen unglaublich hochwertig.
© Anker / Montage: video
EUR 1119,99
Jetzt kaufen

Pro

  • Kombigerät
  • simple Aufstellung und Inbetriebnahme
  • satte LED-Farben für HDR
  • Android-TV mit vielen Apps
  • guter Klang
  • kaum Regenbogenartefakte

Contra

  • Bildsetup unlogisch
  • kein Netflix
  • maues Schwarz
  • Testgerät hatte kein 4K (vermutl. defekt)

Fazit

video-Gesamturteil: gut (448 von 650 Punkten)


69,0%

Schnell mal ein riesiges Bild an die Wand werfen, um mit Freunden einen Kinofilm zu streamen, bei der Fußballübertragung in Fanrausch zu verfallen oder mit vollem Blickfeld Games zu zocken: Das sind tolle Szenarien, für die man einen im Idealfall portablen Wohnzimmerbeamer braucht.

Der Cosmos Nebula Max von Anker ist so ein Gerät, und er wurde stärker auf ein maximales audiovisuelles Erlebnis getrimmt als andere Geräte seiner Gattung. Lifestyle wird nämlich gern mit qualitativ oberflächlichem Spaß assoziiert, bei dem es auf Design und erstaunlich kreative Features ankommt, weniger aber auf penibel hochwertig umgesetzte Produktqualität.

Schon vorweg sei gesagt, dass das gute Konzept von Ankers Hardware und Betriebssystem genauso überzeugt wie der erste Eindruck beim Auspacken.

Technische Details: Anker Cosmos Nebula Max

Vollbildansicht
Detail: Wert:
Abmessungen in cm (B × H x T): 35 × 10 × 25 cm
Gewicht: 3,3 kg
Auflösung / Seitenverhältnis: 3840 × 2160 / 16:9
Farbraumabdeckung HDTV / HDR: 100% / 78%
Kontrast ISO / in-Bild / dynamisch: 234 / 362 / 390
Schwarzwert /Weiß- / Weiß-Eco: 2,2 / 859 / 542
lm Gamma /Abweichung zur Idealkurve: 2,1 / 4,8%
Farbtemp. kalibriert / Abweichung: 6464 K / 2,3%
Abstand pro Meter Bildbreite / Zoom: 1,2 m / –
Verbrauch / Film / Eco / Standby: 115 / 65 / 0,2 W

Wie ist der erste Eindruck des Cosmos Nebula Max von Anker?

Der Cosmos Max kommt schon einmal in einem viel hübscheren Paket als teurere Heimkinobeamer an. Die Verpackung ist innen keineswegs von Pappe, sondern so schön gegliedert, wie man es von teuren Smart Devices angesagter Marken kennt. Mit ihnen hat der Beamer ja auch einiges gemeinsam.

Da gibt es positive Dinge wie sein Android-TV 9 Betriebssystem, das Zugriff auf Googles Universum der multimedialen Lieferdienste erlaubt, genauso wie die Steuerung über eine moderne Fernbedienung mit Spracheingabe für den Google Assistant. Auf der Seite der Nachteile fragt man sich, ob nicht auch das 180 Watt starke externe Netzteil in das hübsche Gehäuse hätte integriert werden können. Schaltet man den Cosmos ein, sind negative Gedanken aber ganz schnell verflogen.

Cosmos Nebula Max von Anker im Test: Anschlüsse
Zwei HDMI-Buchsen und USB unterstützen die unsichtbaren Eingänge WLAN und Bluetooth. Das leistungsstarke Netzteil muss extern angeschlossen werden.
© video

Wie läuft die Einrichtung des Cosmos Nebula Max von Anker ab?

Stellt man das Gerät im Abstand der 1,2-fachen gewünschten Bildbreite vor eine weiße Fläche, kann es mit dem Film- oder Sportspaß nämlich besonders schnell losgehen. Der Beamer stellt sich automatisch knackscharf und kann Lagefehler mittels elektronischer Trapezkorrektur wunderbar einfach ausgleichen.

Erst mit dem WLAN und danach dem persönlichen Googlekonto verbunden, lädt der Anker schnell alle unsere Lieblingsapps in sein großes ROM (12 GB verfügbar) – natürlich erst, nachdem eine neue Firmware mit Sicherheitspatches installiert wurde.

Welche Streaming-Portale sind vorhanden?

Das Angebot an VoD kann wirklich überzeugen. Sogar

  • Apple,
  • MagentaTV,
  • Joyn und
  • Disney+

sind darunter. Allein die Zertifizierung von Marktführer Netflix hat unser Modell wohl noch nicht bekommen – äußerst schade.

Weil TV-Dienste wie Waipu.tv und Pluto dabei sind, kann man auch komfortabel fernsehen, ohne einen Tuner oder externe Lautsprecher zu besitzen. Der Cosmos klingt nämlich aus seinen vier 10-Watt-Boxen erstaunlich angenehm und räumlich.

Anker Cosmos Nebula Max im Test: Screenshot
Android-TV wird richtig toll, wenn nicht nur Amazon Prime, sondern auch Apple, Disney und Magenta, dazu TV-Apps wie Pluto und Waipu laufen. Nur Netflix fehlt.
© video

Welche Hardware nutzt der Cosmos Nebula Max von Anker?

Der Anker Cosmos erhielt seinen Beinamen „Max“, weil er aus einem DLP-Chip projiziert, der mittels Pixelshift Ultra-HD-Auflösung erzeugt. Als Lichtquelle fungieren langlebige RGB-LEDs, aufgrund derer das Gerät auf ein Farbrad verzichten kann und die gefürchteten Regenbogenartefakte sehr gut unterdrückt.

Die LED-Technik stellt lupenreine, schmalbandige Grundfarben zur Verfügung, eignet sich also perfekt zur Darstellung von HDR-Inhalten mit erweitertem Farbraum. Und tatsächlich: Der Cosmos Max bringt im Labor waschechte 850 Lumen auf die Leinwand, in HDR wie in HDTV, sogar mit vollstem Volumen normgerechter Farben, also ohne BrillantColor-Tricks. Leider tut er dies aber nicht direkt nach dem Auspacken.

Aus dem Messlabor

Bildmessung HDR Ultra-HDBT.2100

Die LEDs für Blau und Rot erzeugen wahnsinnig satte Grundfarben, Grün hinkt etwas hinterher. Mit 92 % wird der DCI-Farbraum super abgedeckt, doch die EOTF clippt zu früh bei 60 % ( ca. 300 Nit).

Cosmos Nebula Max von Anker im Test: Messlabor
Aus dem Messlabor: Cosmos Nebula Max von Anker - (links) Bildmessung HDR Ultra-HD BT.2100 (rechts) Bildmessung HDTV Blu-ray BT.709
© video

Bildmessung HDTV Blu-ray BT.709

Die Graumischung von „Film“ ist okay, aber die Farben erheblich zu bunt. Man bekommt den Cosmos sehr gut kalibriert, beim Zurückschalten von HDR-Inhalten gingen unsere Werte jedoch verloren.

Welche Bild-Einstellungen kann man bei der Cosmos Nebula Max von Anker vornehmen?

Die Farbtemperaturen von „Standard“ (9000 K) und „Film“ (7000 K) liegen wie erwartet, es wird jedoch die heftige LED-Buntheit in voller Blüte auch auf HDTV-Inhalte losgelassen.

Dabei gibt es eine echte Farbraumanpassung nebst Farbtemperaturabgleich. Und damit bekommt der Profi wirklich exzellente Farben hin – leider nur mit Messequipment. Enttäuscht waren wir, als unsere mühselig gefundenen Referenzeinstellungen nicht ordentlich gespeichert wurden: Nach dem zwischenzeitlichen Aktivieren von HDR oder einem Firmwareupdate waren die Einstellungen weg.

Im Endeffekt hätte die gute Hardware bessere Einstellungen verdient. Es gibt nicht einmal eine Anpassung der klassischen Helligkeit. Der betreffende Menüeintrag ändert die Lichtenergie, nicht den Schwarzpegel.

Und wer denkt, über „Kontrast“ könnte man vielleicht grob das Clipping von HDR anpassen, wird enttäuscht. Die Korrektur wirkt symmetrisch, ändert also auch Dunkles. Letztendlich werden die wunderbaren Farben vom mauen Schwarzwert des Chips etwas ausgebremst.

Die LED-Power lässt sich manuell schön abgleichen, eine automatische dynamische Absenkung in dunklen Szenen wäre aber von großem Vorteil für den Kontrasteindruck. So bleibt das Ergebnis der Bildqualität ab Werk in HDTV erstaunlich frisch und knackig, aber übersättigt – in HDR für Düsteres etwas ausgewaschen.

Am Ende entdeckten wir noch einen vermutlichen Defekt: Der eingangs erwähnte, knackscharfe Autofokus wirkte optisch hart, aber deutlich gröber als erwartet. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, dass unser Gerät gar nicht in 4K lief, sondern seinen DLP-Chip nur in Full-HD betrieb.

[Testsiegel] video Magazin Testurteil gut
video Magazin Testurteil: gut
© video Magazin / Weka Media Publishing GmbH

Testergebnisse: Anker Cosmos Nebula Max

Vollbildansicht
Kategorie Punkte
Bildqualität: 286 von 435
Ausstattung: 78 von 100
Bedienung: 40 von 55
Verarbeitung: 44 von 60
Gesamt: 448 von 650 - Note: "gut"

Fazit

Ein wahrer Alleskönner für umfassenden Film- und Spielspaß. Etwas Feintuning wäre aber bitter nötig.

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