Prozessor mit integriertem Grafikchip

AMD Ryzen 5 5600G im Test: Gute Option für Mini-Rechner

3.12.2021 von Alana Friedrichs

Mit dem Ryzen 5 5600G bietet AMD eine APU für unter 300 Euro an. Besonders für Mini-ITX-Rechner kann sich der Prozessor lohnen. Aber wie schlägt er sich als Übergangslösung für alle, die auf günstigere Grafikkarten warten?

ca. 2:45 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Ein Ryzen 5000 Prozessor zwischen schwarzen Blöcken, darüber ein goldener Kreis
Mit dem Ryzen 5 5600G schließt AMD die Lücke am unteren Ende der Ryzen-Prozessoren
© AMD
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Pro

  • günstiger Preis
  • gute Option für Mini-ITX-Rechner

Contra

  • ältere Vega-iGPU
  • keine PCIe-4.0-Unterstützung

Fazit

Mit dem Ryzen 5 5600G schließt AMD eine Lücke am unteren Rand des Prozessor-Angebots. Als APU für Mini-PCs und als Überbrückungslösung für alle, die auf günstigere Grafikkarten warten, kann der Ryzen 5 5600G eine gute Option sein. Einen dauerhaften Ersatz zu dedizierten Grafikkarten im Einstiegssegment stellt der 5600G aber nicht dar.


Gut

AMD Ryzen 5 5600G im Test: Spezifikationen und Kompatibilität

Nachdem AMD bei den 5000er-Modellen lange Zeit nur Prozessoren ohne integrierter Grafikeinheit anbot, erweitert man mit dem Ryzen 5 5600G und seinem großen Bruder, dem Ryzen 7 5700G, das Lineup um zwei APUs (Accelerated Processing Units), also Prozessoren mit Grafikchip.

Der 5600G stellt dabei das Einstiegsmodell dar. Im Inneren des Prozessors verbaut man 6 Kerne, also 12 Threads. Der Basistakt beträgt laut Hersteller 3,9 GHz, im Boosttakt geht es hoch bis auf 4,4 GHz. Im Vergleich zur gleichwertigen CPU ohne Grafikchip, dem Ryzen 5 5600X, halbiert man den L3-Cache auf 16 MB. Damit schafft man vermutlich den notwendigen Platz für die interne Vega-Grafikeinheit.

Kompatibel ist der 5600G, der auf der Zen-3-Architektur basiert, mit Mainboards der 400er- und 500er-Serie. Beim RAM wird DDR4-3.200 unterstützt.

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AMD Ryzen 5 5600G im Test: Benchmark-Ergebnisse

In den Benchmarks liefert der Ryzen 5 5600G ein gemischtes Bild. Während er bei der Video-Kompression keine besonders gute Figur macht, sehen wir bei den synthetischen Benchmarks Y-Cruncher, Cinebench 15 und CPU-Z deutlich positivere Ergebnisse. Besonders im Multi-Thread gefällt uns der 5600G. In den Single-Core-Benchmarks merkt man ihm den beschnittenen L3-Cache an, auch hier sind die Ergebnisse aber solide.

Bei der Umwandlung eines 4K-Videos mit der Software Handbrake benötigt der 5600G 205 Sekunden. Mit diesem vergleichsweise hohen Wert bleibt die APU hinter dem Ryzen 5 5600X mit 178 Sekunden und sogar dessen Vorgänger, dem Ryzen 5 3600X (200 Sekunden) zurück. Besser sieht es bei den klassischen Benchmarks aus.

So erreicht der 5600G im Y-Cruncher einen Wert von 59,3. Auch das ist bedeutend weniger als beim 5600X (40,4), immerhin schlägt man damit aber das Vorgängermodell 3600X (61,6) und bietet eine vergleichbare Leistung zu Intels Topmodell 2020, dem i9-10900K (58,9).

Auch im Cinebench 15 kann man mit 1768 Punkten im Multi-Thread-Benchmark und 236 Punkten im Single-Core-Benchmark den 5600X mit 1991 bzw. 249 Punkten nicht schlagen, sich aber erneut vor dem 3600X (1628 und 200 Punkte) platzieren. Im Single-Core-Benchmark schlägt man immerhin Intels i7-10700K (208 Punkte).

In unserem letzten Benchmark, dem CPU-Z, erreicht der 5600G eine Punktzahl von 4749. Damit gelangt man in greifbare Nähe zum 5600X mit 4841 Punkten, im Vergleich zur Konkurrenz siedelt man sich zwischen i5-10600K und i7-10700K an.

Produktfoto des Ryzen 5 5600G
In den Benchmarks schlägt sich der Ryzen 5 5600G besonders in den Single-Core-Tests passabel.
© AMD

AMD Ryzen 5 5600G im Test: Was kann die APU?

Für einen Preis von aktuell rund 270 Euro bietet AMD mit dem 5600G einen günstigen Einstiegspunkt in die Welt der Ryzen-Prozessoren. Gerade für kleine Rechner mit Mini-ITX-Format, in denen kein Platz für eine dedizierte Grafikkarte ist, kann der Ryzen 5 5600G eine kluge, den Geldbeutel schonende Wahl sein.

Leider muss man bei der iGPU auf RDNA verzichten. Stattdessen verbaut AMD eine älteren Vega-Grafikeinheit. Somit hält sich die Leistung in anspruchsvolleren Spielen wie Final Fantasy XV auch bei 1080p in Grenzen. Wer auf der APU Titel mit geringem graphischen Anspruch bei 720p oder Full-HD spielen möchte, sollte dazu aber in der Lage sein.

Auch auf PCIe 4.0 muss man mit dem 5600G verzichten. Stattdessen unterstützt man aufgrund des monolithischen Designs nur PCIe 3.0. Das sollte insofern bedacht werden, als dass man sich damit in naher Zukunft Aufrüstoptionen bei dedizierter Grafikkarte oder SSDs verbaut. Bei preiswerten Mini-PCs ist das kein Beinbruch. Für einen günstigen Gaming-Rechner stellt das aber möglicherweise einen Negativpunkt dar, der im Auge behalten werden sollte.

AMD Ryzen 5 5600G im Test: Fazit

Mit dem Ryzen 5 5600G schließt AMD eine Lücke am unteren Rand des Prozessor-Angebots. Als APU für Mini-PCs und als Überbrückungslösung für alle, die auf günstigere Grafikkarten im Einstiegssegment warten, kann der Ryzen 5 5600G eine gute Option sein.

Einen langfristigen Ersatz zu dedizierten Grafikkarten im Einstiegssegment stellt der 5600G aber nicht dar.

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