Außenaufnahmen optimal gestalten

Workshop: Landschaftsaufnahmen

13.12.2007 von Redaktion pcmagazin

Aufnahmen in freier Natur sind lohnenswert, stellen aber besondere Anforderungen an Technik und fotografisches Können. Profifotograf Josef Bleier gibt nützliche Tipps.

ca. 4:35 Min
Ratgeber
  1. Workshop: Landschaftsaufnahmen
  2. Teil 2: Workshop: Landschaftsaufnahmen
Landschaft
Landschaft
© Josef Bleier

Beim Vorzeigen meiner Landschaftsbilder wird mir oft die Frage gestellt: ??Welche Kamera verwenden Sie als Berufsfotograf fü?r Ihre Aufnahmen? Das hängt ganz von der Situation ab. Bei einem kleinen Spaziergang oder einer Radtour nehme ich eine Kompaktkamera mit, die leicht in der Hosentasche Platz hat. Für einen Schnappschuss reicht das, falls ich ein lohnendes Motiv entdecke.

Abendstimmung
Abendstimmung: Direkt bei Sonnenuntergang ist die ganze Landschaft in Rot-Orange-Tönen gefärbt.
© Josef Bleier

Groß oder klein?

Für größere Wanderungen oder im Urlaub, wenn ich keine große Ausrüstung mitnehmen will, benutze ich eine Sony F 828. Diese Kamera besitzt ein fest eingebautes Zoomobjektiv von Carl Zeiss mit einer Brennweite von 28 bis 200 mm und ist mit seiner Blendenöffnung von 2-2,8 recht lichtstark. Mit dieser Kamera kann man schon recht ordentliche Landschaftsaufnahmen anfertigen. Ein Vorteil dieser Kamera ist, dass man wenig Gewicht mit sich schleppt. Man ist jedoch in seinen fotografischen Möglichkeiten etwas eingeschränkt.

Für hochwertige Landschafts- und Naturaufnahmen benutze ich Spiegelreflexkameras. Die Marke der Kamera ist eigentlich eher eine Glaubenfrage. Manche Fotografen bevorzugen Canon, andere Nikon oder Pentax. Technisch ausgereift sind alle diese Kameras. Viel wichtiger sind die Objektive und das Zubehör, welches die Kamerahersteller anbieten -?? und vor allem zu welchem Preis. Die technische Ausstattung der Kameras sollte nicht überbewertet werden. Die Technik ersetzt nicht den Fotografen. Wer ein Motiv nicht erkennt oder nicht richtig ins Bild setzen kann, dem nutzt die beste Kameraausrüstung nichts.

Fotografieren bei Sonne
Die durchdringenden Sonnenstrahlen bringen eine schon fast mystische Stimmung ins Bild.
© Josef Bleier

Obwohl ich Berufsfotograf bin, benutze ich die Amateurspiegelreflexkameras von Nikon und Canon. Für meine Produktaufnahmen im Fotostudio, die ich ausschließlich im manuellen Modus anfertige oder die Landschaftsaufnahmen, benötige ich keine teure Profikamera mit extrem schnellen Prozessoren zur Bildspeicherung und auch keine schnelle Bildserien-Einstellung. Die Lebensdauer der Amateurkameras ist bei meiner Auslastung der Geräte zwar kürzer als die einer Profikamera, dafür ist der Preis wesentlich geringer. Also kaufe ich lieber alle zwei bis drei Jahre eine neue Amateurkamera, die dann auf dem neuesten technischen Stand ist. Für Landschaftsaufnahmen braucht man auch keine riesigen Megapixelauflösungen von 10 oder 12 Megapixeln. Schon mit 6 Megapixeln lassen sich gute Vergröß?erungen von 30x40 cm herstellen.

Fotos mit Licht und Nebel
Licht und Nebel: Im richtigen Licht fotografiert, präsentieren sich auch abgeblühte Sträucher als attraktives Motiv.
© Josef Bleier

Das richtige Objektiv

Wichtiger als die Kamera sind die Objektive, die ja das Bild auf den Sensorchip projizieren. Es muss nicht immer ein teures Originalobjektiv sein, auch Fremdhersteller haben gute Geräte. Meist kommen bei Landschaften Weitwinkelobjektive zum Einsatz. Durch den großen Aufnahmewinkel lässt sich ein weiträumiges Gebiet abbilden. Weitwinkelobjektive strecken die Perspektive. Motive die weiter weg sind, werden kleiner abgebildet, die Landschaft erscheint weitläufiger, groß?zü?giger. Objekte im Vordergrund werden hervorgehoben, wenn man sehr nahe an den Gegenständen dran ist, oft sogar ü?berbetont.

Die Aufnahme des Baumes mit den Bergen im Hintergrund zeigt dies eindeutig. Bei der Weitwinkelaufnahme wird der Baum im Nahbereich zum Hauptmotiv, während die restliche Landschaft zum Beiwerk wird. Auf diese Weise kann aber das Bild interessant gestaltet werden. Oft empfiehlt es sich, von einem Motiv verschiedene Aufnahmen aus unterschiedlicher Perspektive anzufertigen, auch mit unterschiedlichen Brennweiten. Die Aussage der Bilder kann dadurch sehr differenziert ausfallen.

Wolkenstimmung
Guten Abend: Kurz vor Sonnenuntergang wird die Wolkenstimmung durch
© Josef Bleier

Mit Teleobjektiven kann man entfernte Objekte nah heranholen. Sie raffen die Perspektive. Die Distanz zwischen den Objekten wird scheinbar verkleinert, entfernte Objekte rücken näher an die Bildteile im Nahbereich heran.

Fotografiert man zum Beispiel einen Berg aus der Entfernung mit einer langen Brennweite, erscheint das Motiv unverzerrt, in einer normalen ausgeglichenen Perspektive. Fertigt man dieselbe Aufnahme mit einer kurzen Brennweite an, muss man nah an das Motiv herangehen. Durch den kurzen Aufnahmeabstand ist man gezwungen, die Kamera nach oben zu richten. Die schräge Haltung des Weitwinkelobjektivs bewirkt eine Verzerrung der Fotografie. Es entstehen so genannte stürzende Linien. Das heißt, parallel verlaufende Linien werden nach oben zusammenlaufend abgebildet. Derselbe Effekt wie bei Bahnlinien, die sich scheinbar am Horizont verjü?ngen und zusammenlaufen. Der Fuß des Berges wird dominant, wuchtig abgebildet, während der Gipfel verkleinert dargestellt wird. Durch diese Aufnahmesituation erscheint der Berg viel größ?er und der Gipfel viel weiter entfernt.

Motiv im Nebel
Wetterkapriolen: Der Nebel verdeckt den sonst unruhigen Hintergrund. Das Motiv wird dadurch freigestellt.
© Josef Bleier

Standardzoom

Mit Standardzoomobjektiven lassen sich Landschaftsaufnahmen gut bewerkstelligen. Solche Universalobjektive haben oft einen Brennweitenumfang von 18 bis 200 mm. Damit decken sie einen Großteil der Fotografie ab. Sie sind relativ preiswert und man braucht im Urlaub nur ein Objektiv, muss also kein schweres Equipment mit sich schleppen.

Nachteil dieser Objektive ist aber eine geringe Lichtstärke. Möchte man also bei Sonnenaufgang oder in der Dämmerung eine schöne Lichtstimmung einfangen, reicht oft die größtmögliche Blende nicht aus, um die Aufnahme verwacklungsfrei zu fotografieren. Man kann zwar die Lichtempfindlichkeit der Kamera heraufsetzen, aber die Erhöhung der ISO-Zahl führt auch oft zu einer Verschlechterung der Bildqualität.

Luftperspektive
Tiefenwirkung: Die Luftperspektive lässt die Farben im Hintergrund ausbleichen.
© Josef Bleier

Stative stützen

Abhilfe schafft hier ein Stativ. Stative gibt es in den unterschiedlichsten Ausfü?hrungen, von sehr kompakten, ultraleichten bis hin zu äuß?erst stabilen, aber auch sehr schweren Modellen. Für Spiegelreflexkameras braucht man schon ein mittelschweres Dreibein.

Wichtig ist auch ein Drahtauslöser, sofern die Kamera diesen Anschluss noch bietet. Die modernen, elektronisch gesteuerten Digitalkameras benötigen meist einen elektronischen Auslöser. Löst man eine Kamera auf dem Stativ mit der Hand aus, wird durch den Druck auf den Auslöser die Kamera erschüttert und die Aufnahme kann, trotz eines Stativs, verwackelt sein. Bei der Benutzung eines Draht- oder Fernauslösers ist dies nicht der Fall.

Eine andere Art, verwacklunsfrei auszulösen, ist mit Hilfe des Selbstauslösers. Sie richten die Kamera auf dem Stativ auf das Motiv ein und stellen den Selbstauslöser ein, der die Kamera zeitverzögert auslöst. Nach dem Auslösen hat die Kamera mehrere Sekunden Zeit sich auszupendeln, bevor die Aufnahme ausgeführt wird.

Vielleicht ist Ihnen das Mitschleppen eines Stativs bei Landschaftsaufnahmen zu anstrengend. Dann empfiehlt sich die Anschaffung lichtstarker Objektive. Diese Objektive haben eine sehr groß?e Blendenöffnung. Dadurch lassen sie auch bei schlechten Lichtverhältnissen genuügend Licht durch. Diese hochwertigen Objektive haben aber auch den Nachteil, dass sie bedingt durch die Bauweise sehr groß, schwer und zudem recht teuer sind. Eine andere Alternative sind Objektive mit Antiverwacklungsstabilisatoren. Bei dieser Konstruktion sind die Linsen im Inneren der Objektive an Gummiseilen befestigt und elektrisch gesteuerte Motore gleichen die Verwacklung des Fotografen aus. Das funktioniert in der Praxis sehr gut und es können auch längere Belichtungszeiten mit Teleobjektiven ruhig aus der Hand fotografiert werden.

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