Tempo Tempo!

Wissen: LCDs mit 200 Hertz - So funktioniert die Technik

28.8.2009 von Redaktion pcmagazin, Volker Straßburg und Roland Seibt

200 Hertz ist in aller Munde und auf den neuesten LCD-Schirmen zu finden. Was bringt der flotte Bildwechsel und wie funktioniert der Beschleuniger?

ca. 1:55 Min
Ratgeber
  1. Wissen: LCDs mit 200 Hertz - So funktioniert die Technik
  2. Format-Einmaleins
  3. LCD-TV: Hintergrundbeleuchtung dimmen
  4. Messergebnisse
Leichtathletik Sport
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© Archiv

Bereits der Sprung von 50 auf 100 Hertz Bildwechselfrequenz hat bewiesen: Je mehr Bilder pro Sekunde einen Bewegungsablauf darstellen, desto schärfer wirken Motivkonturen auf LCD-Schirmen. Inwieweit dies auch für 200 Hertz gilt, hat der Test im Abschnitt "Messergebnisse" gezeigt. Warum das so ist und welche Konzepte die jeweiligen Hersteller verfolgen, erfahren Sie hier en detail. Denn nicht nur die Bildzahl ist das, was zählt.

Augen-Blick!

Dass die zusätzlichen Bilder mehr Schärfe bescheren, liegt an den Darstellungseigenheiten von LCD- Schirmen. LCD-Zellen bilden die dargestellten Informationen ab, bis neue sie "überschreiben". Das Bild bleibt daher für einen Moment stehen. Dies entspricht jedoch keinem natürlichen Bewegungsablauf - und den entsprechend angelernten Sehgewohnheiten des Auges. Es erwartet vielmehr eine kontinuierliche Fortsetzung der Bewegung. Daher hält es nicht gemeinsam mit dem dargestellten Bild inne, sondern bewegt sich langsam weiter (siehe Abbildung links). Das Resultat kennt jeder aus dem Alltag: Streift der wandernde Blick einen still stehenden Gegenstand, verwischen dessen Konturen und werden unscharf wahrgenommen. Dies geschieht zum einen, da das Auge aufgrund seiner Eigenbewegung die Konturen nicht mehr definieren kann. Zum andern, weil das menschliche Auge einen nur sehr kleinen Sichtbereich aufweist, in dem es wirklich scharf sieht - der Gegenstand wandert also schnell aus dem Fokus des Auges wieder heraus. Genau dieselben Probleme ergeben sich mit den 50-oder 100-mal pro Sekunde kurz verharrenden Motiven auf dem Bildschirm.

Motivbewegungstypen
Die senkrechte Zeitachse gibt an, wie lange das Bild pro Motivbewegung (Balken) sichtbar ist. Der "Impuls-Typ" (etwa ein Röhren-TV) zeigt das jeweilige Bild nur einen Augenblick lang. Beim "Halte-Typ" (etwa LCD) bleibt das jeweilige Bild auf dem Schirm sichtbar. Je kürzer der Fall ist, desto schärfer nimmt das Auge die Motivkanten wahr.
© Archiv

Dem Problem wird man Herr, indem man den Zeitraum, für den das LCD-Bild einfriert, so kurz wie möglich hält. Die Art und Weise, in der das geschieht, kann sehr unterschiedlich ausfallen. Zwei grundverschiedene Methoden haben die Hersteller entdeckt: die Zwischenbildberechnung und das pulsierende Schirmlicht (Blinking Backlight). Für Letzteres gibt es mehrere Varianten (siehe Kasten). Sie werden möglich, da der Schirm in der Vertikalen von einzeln steuerbaren, waagerecht liegenden Leuchtröhren erhellt wird.

Plasma-Turbo 600 Hertz

Panasonic bringt noch mehr Tempo ins Rennen. Der Hersteller wirbt, seine Plasmas arbeiteten mit 600 Hertz. Mit dieser Geschwindigkeit pulsieren die einzelnen Zellen maximal - je öfter, desto heller wirkt ein Bildpunkt. Auf diese Weise bauen Plasmas sogenannte Subframes (Unterbilder) auf, aus denen sich, schnell hintereinander dargestellt, die fürs Auge wahrnehmbaren Gesamtbilder zusammensetzen. Mit 600 Hertz pulsieren die Plasmazellen allerdings seit einigen Jahren und kreieren so bereits traditionell scharfe Motivbewegungen.

Verbesserungspotenzial liegt vielmehr darin, mehr Subframes genauer als bisher zu bestimmen und ihnen Zwischenbildberechnungen zur exakten Bewegungsdarstellung zugrunde zu legen. So und mit 100Hz-Glättung gelingt es Panasonic, mehr Bewegungsschärfe aus den Plasmas zu kitzeln. Alles andere sind reine Werbeaussagen.

Welche Formatsprachen es gibt und wie 200-Hertz-LCDs arbeiten, lesen Sie auf Seite 2...

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