Schnittstellen-Trends von USB 3.0 bis SATA III

Wireless USB

1.3.2008 von Redaktion pcmagazin und Guido Lohmann

ca. 2:30 Min
Ratgeber
  1. Wireless & SuperSpeed USB, QuickPath/CSI, neues PCI Express und SATA
  2. USB 3.0
  3. Wireless USB
  4. PCI Express 2.0
  5. SATA III / SATA 6 Gb/s

Wireless USB

D-Link DUB-2240
Eines der ersten Geräte, das die Zertifizierung als Wireless-USB-Gerät bekommen hat: D-Link DUB-2240, ein Wireless-USB-Hub mit 4-Ports.
© Archiv

So erfolgreich USB auch ist, eines stört bisweilen immer noch -- der Kabelsalat. Aus diesem Grund -- und um auch den lukrativen Bluetooth-Markt bedienen zu können-- wurde Anfang letzten Jahres Wireless USB als protokollkompatible Lösung vorgestellt.

Wireless USB liegt im Ultra Wide Band (UWB) Frequenzbereich, der sich in 14 Frequenzbänder mit jeweils 528 MHz Bandbreite unterteilt. Die ersten drei dieser Frequenzbänder werden von Wireless USB genutzt, wobei jedes Frequenzband bis zu 480 MBit/s übertragen kann, spezifiziert sind für die Architektur und das Protokoll sogar Raten von über 1,1 GBit/s.

Das entspricht der Transferrate, die auch das kabelgebundene USB 2.0 derzeit erreicht. In der Praxis erwartet sich das USB-Forum eine tatsächliche Datenrate von rund 45 MByte/s bei einem Teilnehmer, was einer Nettorate von etwa 75 Prozent entsprechen würde.

Die Hub-Architektur, wie sie von den bisherigen USB-Versionen bekannt ist, wird auch für die drahtlose Variante von USB gelten. So können bis zu 127 Geräte an einem Wireless-USB-Host "angeschlossen" werden. Der Protokoll-Overhead wirkt sich allerdings etwas stärker aus, wenn mehrere Geräte gleichzeitig Daten an denselben Host übertragen. Von den theoretischen 30 MByte/s (=240 MBit/s) pro Gerät (bei zwei Geräten) werden laut der Spezifikation etwa 20 MByte/s übertragen, was einer Effizienz von 66% entspräche.

Wie schnell Wireless USB in der Praxis sein wird, hängt aber auch von der Verbindung und hier vor allem der Entfernung zwischen Host und Gerät ab. Die vollen 480 MBit/s gelten laut Spezifikation nur bis zu einer Entfernung von drei Metern. Das hört sich zunächst nach wenig an, allerdings ist das nicht wesentlich kürzer als bei USB-2.0-Kabeln. Die wenigsten USB-Kabel erreichen Längen von drei Meter -- nicht zuletzt weil es selten nötig ist, ein Gerät derart weit entfernt vom Rechner zu betreiben.

D-Link DUB-1210
D-Link DUB-1210: Wireless-USB-Adapter
© Archiv

Als maximale Kabellänge sind für USB 2.0 fünf Meter spezifiziert (drei Meter bei USB 1.1). Geht man davon aus, dass ein Kabel selten in gerader Linie vom Port zum Gerät führt, bleibt netto nicht viel mehr übrig als die drei Meter, die für Wireless mit voller Geschwindigkeit spezifiziert sind. Was drahtlos geht, mit Kabel dagegen nicht: Notfalls kann man sich auch mal etwas weiter vom Host entfernen. Zu den Nachteilen gehört, dass Wireless USB naturgemäß keine Stromversorgung für die angeschlossenen Geräte zur Verfügung stellen kann.

Um die Datensicherheit zu gewährleisten, ist bei WUSB eine verschlüsselte Übertragung auf dem Interface Layer vorgesehen. Die Verschlüsselung erfolgt über einen 128-Bit-Schlüsel, der für die jeweilige Sitzung erzeugt wird. Jeweils ebenfalls 128-bittige Host- und Device-IDs sollen dafür sorgen, dass die Verbindung auch nur zwischen diesen beiden Geräten bestehen bleibt.

In der Praxis soll das wie folgt aussehen: Um die Verbindung herzustellen, muss der Benutzer zunächst auf jedem Gerät einen Knopf drücken, wobei dieser Knopf nicht zwingend als Hardware ausgeführt sein muss. Beide Geräte erzeugen zusammen einen Code und stellen ihn auf einem Display dar. Sind die Codes gleich, muss der Benutzer dies wiederum bestätigen.

Alles in allem also ein vertretbarer Aufwand, den der Anwender hinnehmen muss. Bleibt die Frage, wann sich WUSB durchsetzt. Das kann noch ein bisschen dauern und die bereits aufgelaufene Verzögerung stellt keinen Grund dar, nicht mehr an einen Erfolg zu glauben. Bis USB erfolgreich wurde, dauerte es auch Jahre.

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