Von Betamax bis Blu-ray-Disc

Wird die Blu-ray ein Flop? 30 Jahre Systemkriege

8.6.2009 von Redaktion pcmagazin und Stefan Schickedanz

Was wäre die Unterhaltungs-Elektronik ohne ihre System-Kriege? In den letzten 30 Jahren kamen viele Innovationen, doch nur ein Teil von ihnen setzte sich am Markt durch. Der Rest endete als Rohrkrepierer. Hier die spektakulärsten Tops und Flops.

ca. 1:40 Min
Ratgeber
  1. Wird die Blu-ray ein Flop? 30 Jahre Systemkriege
  2. Dolby Digital
30 Jahre Video-HomeVision
30 Jahre Video-HomeVision
© Archiv

Qualität allein entscheidet nicht darüber, ob sich ein Standard durchsetzt. Sämtliche Experten bescheinigen Video 2000, der Weiterentwicklung des 1971 vorgestellten VCR-Systems, überlegene Bildqualität. Und auch Betamax war VHS keinesfalls von der Qualität unterlegen.

Trotzdem setzte das von JVC entwickelte, von der Mehrzahl der meist japanischen Hersteller unterstützte, sogenannte Video Home System (VHS) den Standard für Videogeräte mit Bandaufzeichnung. Dank einer cleveren Lizenzpolitik konnte es die beiden Rivalen aus dem Feld schlagen.

Böse Zungen behaupten, es habe nicht zuletzt am reichlichen Nachschub mit Pornofilmen gelegen, dass ausgerechnet VHS das Rennen machte. Hinter Video 2000 standen Philips und Grundig, die eine Wendekassette mit längerer Spielzeit (bis zu 16 Stunden) und für damalige Verhältnisse überzeugendem Bild und fortschrittlichem dynamischen Trackingverfahren entwickelt hatten.

Auf der anderen Seite der VHS-Gegner stand Sony, deren 1976 in Europa eingeführtes Betamax-Format nur von wenigen wie Fisher, NEC, Sanyo, Toshiba und Wega übernommen wurde.

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30 Jahre Video-HomeVision

Von Betamax bis Blu-ray-Disc

30 Jahre Systemkriege in Bildern

Das Aus für das nach anfänglichen Entwicklungsmängeln als störanfällig geltende Video-2000-System kam 1984. Letztlich stellte auch Sony die Betamax-Produktion ein und schwenkte wie Grundig und Philips ins VHS-Lager über.

JVC-Prozessor
Zu seiner Zeit wahres High-End: der JVC-Prozessor arbeitete mit 64-fachem Oversampling in der A/D-Wandlung und kostete 2.500 DM.
© Archiv

Dort schnitten sich die konvertierten Verlierer noch ein gutes Stück vom großen Kuchen ab, bevor die DVD Ende der 90er-Jahre mit digitalem Bild und Mehrkanalton auch diesem Klassiker den Garaus machte. Mit diesem Vorhaben waren zwei weitere 12-cm-Scheiben, die Video-CD und die CD-i, Anfang der 90er noch in erster Linie wegen der unbefriedigenden Qualität der MPEG-1-Videos gescheitert.

1994 gingen die Verkäufe der von Philips unter Mithilfe von Sony entwickelten CD Interactive deutlich zurück, 1998 kapitulierten die hauptsächlich in Eindhoven angesiedelten Befürworter. Die Video-CD (VCD) wurde allmählich von der in jeder Hinsicht qualitativ überlegenen Digital Versatile Disc (DVD) verdrängt.

Dabei hätte auch die bis heute äußerst beliebte Scheibe beinahe einen Fehlstart erster Güte hingelegt. Der ehemalige video-Chefredakteur Hans Martin Burr erinnert sich noch Jahre später an die grotesken Streitigkeiten um das Format der Tonspur. Während die DVD 1996 in Übersee schon zunehmend Freunde fand, zog sich die Ton-Diskussion in Deutschland bereits ein ganzes Jahr in die Länge. Ein Ende war nicht in Sicht. Da beschloss Burr bei einem Gespräch mit der Chefetage von Concorde Video, endlich Fakten zu schaffen: "Wenn die großen Majors keine DVD bringen, dann machen wir das eben." Gesagt, getan.

Auch die DVD hatte Konkurrenz: Welche, erfahren Sie auf Seite 2...

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