Datenträgerbereinigung und Co.

Windows 10 Speicher bereinigen: 7 Tipps für mehr Platz

Windows entwickelt sich zu einem immer fetteren Brocken. Dabei läuft ein schlankes System stabiler und Updates rufen weniger Probleme hervor. Wir geben 7 Tipps, wie Sie unter Windows 10 Ihren Speicher bereinigen.

Inhalt
  1. Windows 10 Speicher bereinigen: 7 Tipps für mehr Platz
  2. Windows Installations-DVD verschlanken mit WinReducer EX
Daten löschen - Datenmüll (Symbolbild)

© Zerbor - fotolia.com


Bei einer vollen Datenpartition kann man einfach nur keine Daten mehr speichern. Wird dagegen der Platz auf der Systempartition (üblicherweise C:) knapp, kann es zu den verschiedensten Fehlern kommen. Manchmal wird nicht einmal ein Fehler angezeigt, sondern einzelne Windows-Funktionen fallen einfach aus.

Wann ist die Festplatte zu voll?

Zunächst stellt sich die Frage, wann der Festplattenplatz wirklich knapp ist. Im normalen Betrieb von Windows reichen etwa 10 GByte freier Festplattenplatz auf der Systempartition aus. Steht ein Funktionsupdate an, wie Microsoft sie zweimal im Jahr liefert, können selbst 20 GByte knapp werden. Diese Updates sind bis zu 5 GByte groß, die erst einmal heruntergeladen werden müssen. Zum Entpacken und Installieren wird noch einmal der doppelte Platz benötigt, zumal Windows auch die letzte installierte Version speichert, um bei Problemen auf diesen Stand zurückzuschalten.

Der Windows Explorer zeigt in den Ansichten Kacheln und Inhalt an, wie viel Speicherplatz auf jedem Laufwerk noch frei ist. Dabei sollten Sie sich nicht von der Farbe täuschen lassen. Diese springt auf rot, wenn nur noch 10 % des Laufwerks frei sind, was bei großen Festplatten sehr viel ist. Bei einer kleinen SSD kann es schon kritisch werden, lange bevor der Balken rot wird.

windows speicherplatz festplatte

© PC Magazin

Farbige Balken zeigen den Füllstand der Laufwerke im Explorer an. Diese sind aber nur begrenzt hilfreich.

Tipp 1: Eigene Datenpartition anlegen

Die meisten PC-Hersteller machen bei vorinstallierten Systemen den Fehler, die Festplatte nicht sinnvoll zu partitionieren. Eine einzige große Partition ist zwar nicht so schnell voll, birgt aber die ständige Gefahr, dass bei Systemfehlern oder Updates die eigenen Daten beschädigt werden. Bei einer Neuinstallation des Betriebssystems müssen diese sogar vorher auf ein externes Laufwerk gesichert werden.

Legen Sie auf jedem PC mit der Datenträgerverwaltung, die Sie im Systemmenü beim Rechtsklick auf das Windows-Start-logo finden, eine Partition an, auf der Sie persönliche Dateien ablegen. Oft finden Sie hier noch vorinstallierte weitere Partitionen, die der PC-Hersteller zur Systemwiederherstellung angelegt hat. Diese sind aber viel zu klein oder gar versteckt und daher zum Speichern eigener Daten in der Regel nicht geeignet.

Tipp 2: Programme deinstallieren oder auf andere Partition verschieben

Wenn der Platz auf C: knapp wird, sollte man überlegen, welche Programme man braucht und nicht benötigte deinstallieren. Die Liste Apps & Features in den Einstellungen unter System zeigt den Speicherbedarf aller installierten Apps. Wenn der Speicherplatz auf der Festplatte knapp wird, können Sie hier die größten unnötigen Speicherfresser finden und deinstallieren.

In Windows 10 werden sowohl die Windows Store-Apps wie auch die meisten Anwendungen auf dem klassischen Desktop angezeigt. Die Systemsteuerung zeigt unter Programme hingegen nur klassische Programme an.

Klicken Sie auf ein Programm, um es zu deinstallieren. Einige Windows Store-Apps unterstützen die Option Verschieben. Damit können sie auf ein anderes Laufwerk, etwa eine zweite Festplattenpartition, verschoben werden, auf der noch genügend Speicherplatz vorhanden ist. Verschieben Sie Store-Apps nicht auf externe Laufwerke. Bei klassischen Desktop-Programmen und System-Apps ist das Verschieben nicht möglich. 

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Wenn der Speicherplatz auf Laufwerk C: knapp wird, können Sie festlegen, dass künftig installierte Apps aus dem Windows Store auf einem anderen Laufwerk installiert werden. Wählen Sie dazu das gewünschte Laufwerk für neue Apps in den Einstellungen unter System / Speicher / Speicherort für neuen Inhalt ändern aus.

Dies gilt nicht für Programme, die auf klassischem Weg installiert werden. Hier bietet das Installationsprogramm üblicherweise die Möglichkeit, Laufwerk und Verzeichnis für die Installation zu wählen. An der gleichen Stelle ändern Sie auch die Speicherorte für neue Dokumente, Musik und Fotos, damit neue Dateien automatisch auf der Datenpartition abgelegt werden.

Tipp 3: Die Windows-Datenträgerbereinigung

Die Datenträgerbereinigung in Windows ist dazu da, überflüssige Dateien zu beseitigen um freien Speicherplatz zu schaffen. Das Tool wird über die Schaltfläche Bereinigen in den Eigenschaften eines Laufwerks im Windows-Explorer aufgerufen. Die Datenträgerbereinigung sucht überflüssige Dateien und bietet an, diese zu löschen.

Die Suche erfolgt in typischen Verzeichnissen, die bei normaler Verwendung von Windows häufig übrig gebliebene Dateien enthalten. Darunter sind im Normalfall keine Dateien, die zum Betrieb des Systems nötig sind. In den vorgeschlagenen Verzeichnissen sollten Benutzer keine eigenen Dateien ablegen.

windows datentraegerbereinigung

© PC Magazin

Die Datenträgerbereinigung von Windows räumt die Systempartition gründlich auf. Die Schaltfläche Systemdateien bereinigen schaltet eine Registerkarte frei, um unter anderem ältere Wiederherstellungspunkte zu löschen.

Sicherheitshalber vertrauen Sie aber Windows trotzdem nicht blind. Markieren Sie in der Liste die anzuzeigende Kategorie und klicken dann auf Dateien anzeigen. Die Datenträgerbereinigung löscht die Dateien unwiderruflich und legt sie nicht in den Papierkorb.

Einige Kategorien werden nur dann angezeigt, wenn in diesem Bereich auch Dateien vorliegen; oder wenn Sie auf die Schaltfläche Systemdateien bereinigen geklickt und die Benutzerkontensteuerung bestätigt haben. Dies bedeutet einfach, dass die Datenträgerbereinigung mit Adminrechten ausgeführt wird, und so weitere Daten löschen kann.

Datenträgerbereinigung - löschen oder lieber nicht?

Datentypen Empfehlung
Setup-Protokolldateien (Hinweise auf Installationsfehler ) löschen
Windows Defender  (temporäre Dateien) löschen
Heruntergeladene Programmdaten (ActiveX- und Java-Applets v. Websites) löschen, wenn Platz knapp wird
Temporäre Internetdateien (Cache von Edge und Internet Explorer) löschen
Systemfehler-Speicherabbilder (Bluescreen-Speicherabbilder) löschen (sehr groß)
Alte CHKDSK-Dateien (Reste früherer Festplattenüberprüfung) löschen
Übermittlungsoptimierung (Verteilung von Updates im LAN) löschen, wenn Platz knapp wird
Gerätetreiberpakete (heruntergeladene Gerätetreiber) behalten, falls Probleme auftreten
Vorherige Windows-Installation (zuvor installiertes Windows ) löschen, wenn es problemlos läuft
Temporäre Dateien (durch Systemvariable TEMP bestimmt) vor dem Löschen prüfen
Miniaturansichten (Minibilder zur Darstellung im Explorer) werden immer neu erstellt
Fehlerberichterstattungsdatei (automatisch generierte Fehlerberichte) löschen

Tipp 4: Festplattenplatz alter Systemwiederherstellungspunkte freigeben

Klicken Sie in der Datenträgerbereinigung auf Systemdateien bereinigen, wird die Registerkarte Weitere Optionen angezeigt. Hier löschen Sie ältere Systemwiederherstellungspunkte. Der Neueste bleibt immer erhalten. Dadurch kann sehr viel Speicherplatz freigegeben werden. Allerdings lässt sich der PC dann nur auf den letzten Systemwiederherstellungspunkt zurücksetzen.

Tipp 5: Festplatte automatisch mit der Speicheroptimierung aufräumen

Da die Datenträgerbereinigung nicht gerade anwenderfreundlich ist, hat Windows in den Einstellungen unter System / Speicher die neue Speicheroptimierung eingeführt, mit der sich häufig auftretende Dateireste einfach oder sogar automatisch löschen lassen. Hier lassen sich auch Dateien, die seit mehr als 30 Tagen im Papierkorb liegen, automatisch entfernen – eine Möglichkeit, die der altbekannte Menüpunkt zum Löschen des Papierkorbes nicht anbietet.

Auf Wunsch können auch Dateien im Ordner Downloads nach diesem Zeitraum automatisch gelöscht werden – vorausgesetzt, Sie lagern hier keine Daten, die Sie irgendwann noch einmal brauchen könnten.

windows automatische freigabe von speicherplatz

© PC Magazin

Die Speicheroptimierung löscht automatisch oder manuell temporäre Dateien, Papierkorb und Downloads, wenn der Platz knapp wird.

Noch mehr Platz sparen Sie, wenn Sie die vorherige Windows-Version, die nach großen Updates auf der Festplatte bleibt, löschen. Versuchen Sie nicht, den Ordner windows.old zu löschen, da das zu Problemen beim nächsten Update führen kann.

PCgo Campus: "Windows.old"-Ordner löschen

Quelle: PCgo
Um Speicherplatz freizugeben, können Sie alte Windows-Backup-Versionen löschen - so funktioniert's.

Tipp 6: Maximalen Festplattenplatz des Papierkorbs begrenzen

Begrenzen Sie den Speicherplatz, den der Papierkorb belegen darf. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf das Papierkorbsymbol auf dem Desktop und wählen im Kontextmenü Eigenschaften. Hier können Sie für jede Festplattenpartition die Papierkorbgröße getrennt festlegen.

Tipp 7: Systemdienste und nicht verwendete Komponenten deinstallieren

In den Einstellungen finden Sie unter Apps & Features / Optionale Features verwalten eine Liste deinstallierbarer Systemkomponenten. Hier entfernen Sie Eingaben und Spracherkennung nicht genutzter Sprachen. Auch Internet Explorer, Media Player, XPS-Viewer, OpenSSH-Server und Schriftarten für asiatische Sprachen werden auf vielen PCs nicht benötigt.

In der Systemsteuerung unter Programme / Windows Features aktivieren oder deaktivieren finden Sie eine weitere Liste optionaler Komponenten. Diese werden beim Deaktivieren zwar nicht von der Festplatte gelöscht, sorgen aber für ein schlankes Windows, da viele dieser Komponenten Hintergrunddienste ausführen, selbst wenn sie nicht wirklich genutzt werden.

Auf den meisten privaten PCs ohne serverbasiertes Netzwerk können abgeschaltet werden: Active Directory Services, Container, Data Center Bridging, Dienste für NFS, einfache TCPIP-Dienste, hostfähiger Webkern, Internetinformationsdienste, Message Queue-Server, Multipoint Connector, RIP-Listener, SNMP, Telnet, TFTP, Windows Hypervisor-Plattform und Windows Subsystem für Linux.

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