Version 2004

Windows 10 Mai 2020 Update: Neuerungen und Änderungen

Das erste große Windows-Update im Jahr 2020 bringt viele kleine Neuerungen und einige vertraute Funktionen fallen weg. Wir zeigen Ihnen, was sich ändert.

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Cortana, WSL2, Editor und mehr: Welche Neuerungen bringt das Windows 10 Mai 2020 Update?

Wie schon das Herbst-Update 2019 bietet auch das Frühjahrs-Update 2020 hauptsächlich viele kleine Verbesserungen. Offiziell handelt es sich übrigens um Windows 10 in der Version 2004. 

Neue Cortana App

Hinsichtlich des digitalen Assistenten Cortana hat Microsoft schon vor längerer Zeit einen Kurswechsel angekündigt. Anders als die Konkurrenz von Amazon, Apple und Google entwickelt sich Cortana weg vom Universaltalent. Dementsprechend hat Microsoft Funktionen wie die Steuerung der Musikwiedergabe und des Smart Homes gestrichen.

Für Nutzer hierzulande ist das kein Verlust, die Funktionen waren ohnehin nur in den USA freigeschaltet. Den Schwerpunkt legt Microsoft bei Cortana nun auf Produktivität. Cortana soll Aufgaben vorschlagen, Termine anzeigen und auf Microsoft 365 zugreifen. 

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Die neue Cortana-App wird mit dem Windows 10 Mai 2020 Update verteilt.

In Windows 10 2004 ist Cortana eine eigenständige App, die Sie über den Microsoft Store aktualisieren. Das hat den Vorteil, dass Sie die App frei auf dem Desktop platzieren können - sie ist nicht mehr an die Startleiste angedockt. Optisch erinnert der Dialog an ein Chat-Fenster.

Lesetipp: Windows 10: Aktuelle Version und Updates

Deutsch ist erst in der jüngsten Beta-Version zu einer der unterstützten Sprachen geworden. Grundlegende Befehle wie die Abfrage des Wetters und die von Sportinfos funktionieren aber schon. 

Verbesserter Editor

Der Editor, besser bekannt als Notepad, gehört zu den ältesten Bestandteilen von Windows und gilt als wenig "anfällig" für Änderungen. In Windows 10 2004 hat Microsoft aber dann doch wieder einmal Hand angelegt: 

  • Die Suchfunktion übernimmt vor ihrem Aufruf markierten Text als Suchbegriff und findet Text auch über Zeilenumbrüche hinweg.
  • Dateien werden endlich standardmäßig als UTF-8-Dateien gespeichert (ohne Byte Order Mark), das sich längst als Format für die Kodierung von Zeichen etabliert hat.
  • Notepad weist auf ungespeicherte Änderungen in der Titelleiste des Fensters hin. 
  • Neue Tastenkürzel erleichtern das Öffnen neuer Fenster (STRG+Shift+N), das "Speichern unter" (STRG+Shift+S) und das Schließen des aktuellen Fensters (STRG+W).

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Der Editor von Windows 10 hat mit dem aktuellen Update einige kleine neue Features erhalten.

Suchfunktion

Nach dem jüngsten Update steckt auch im Explorer die aktuelle Suchtechnik von Windows 10. Das hat zum Beispiel den Vorteil, dass Treffer schon erscheinen, während Sie den Suchbegriff noch eingeben. Außerdem wird OneDrive von der Suchfunktion des Explorers erfasst. 

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Durch das Windows 10 Mai 2020 Update erhält die aktuelle Suchtechnologie auch im Explorer Einzug.

Nebenbei hat Microsoft die Suchfunktion auch verbessert. Die Indexierung von Dateien stoppt bei hoher Systemlast und bei Mobilgeräten auch wenn der Akkustand unter 50 Prozent fällt. So will der Hersteller verhindern, dass die Suchfunktion sich mit Ihren Anwendungen ins Gehege kommt beziehungsweise den Akku rasch leert. 

Windows Subsystem for Linux 2

Zum Beispiel bei der Entwicklung von Software und Websites kann es praktisch sein, wenn man bei Bedarf auf Linux zurückgreifen kann. Zu diesem Zweck hat Microsoft schon vor längerer Zeit das Windows Subsystem for Linux (WSL) integriert. Dank ihm können Sie ein Linux-Betriebssystem wie Ubuntu aus dem Microsoft Store herunterladen. Anschließend läuft Linux in einem eigenen Fenster unter Windows. 

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Das neue Windows Subsystem for Linux 2 soll bis zu 20mal schneller sein.

In der jetzt neuen Version 2 hat Microsoft das WSL deutlich beschleunigt. Bis zu 20mal schneller als bislang soll es unter Windows laufen. Es wird mit einem vollständigen Linux-Kernel ausgeliefert, den Microsoft per Windows Update aktualisiert. Dabei finden auch Wirtsysteme mit ARM64-basierter CPU Unterstützung. Dadurch läuft das WSL2 zum Beispiel auch auf dem Surface Pro X. ​

Updates und Zurücksetzen des Betriebssystems

Wer einen etwas eingehenderen Blick auf die Einstellungen für Windows Updates wirft, der entdeckt dort eine neue Einstellungsmöglichkeit. Sie können nun konkret einstellen, wieviel Bandbreite Ihrer Internet-Verbindung Sie an Windows Update abtreten. Das fühlt sich zumindest deutlich präziser an als die bisherige Steuerung auf Basis von Prozentsätzen. 

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Ein Zurücksetzen von Windows 10 ist nun auch ohne Installation zusätzlicher Tools möglich.

Komfortabler hat Microsoft das Zurücksetzen des Betriebssystems gestaltet. Der Download einer frischen Windows-Kopie ist nun aus der Wiederherstellungs-Funktion heraus möglich, die Teil der Windows-Einstellungen ist. Der bislang notwendige Rückgriff auf ein zusätzliches Microsoft-Werkzeug entfällt.

Sicherheit

​Auf der Reise in eine Zukunft ohne Passwörter kommen Windows-Nutzer mit der neuen Version wieder ein Schrittchen weiter. Erstmals ermöglicht Microsoft den vollständigen Verzicht auf das Passwort bei der Anmeldung. PIN beziehungsweise biometrische Verfahren wie Fingerabdruck und Gesichtserkennung treten an seine Stelle. Dazu passt, dass die PIN-Anmeldung nun auch im abgesicherten Modus funktioniert. ​

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Kostbare Kleinigkeiten

Die Diktierfunktion ermöglicht die Texteingabe per Sprache. Sie steht in Windows 10 2004 auch auf Deutsch zur Verfügung. Starten können Sie das Diktat über die Tastenkombination Windows+H. 

Lesetipp: Windows 10 Mai Update 2020: Diese Verbesserung beschleunigt alte PCs

Die Netzwerkeinstellungen zeigen nun auch den Datenverbrauch jeder Verbindung an. Sie können einen Grenzwert pro Verbindung erfassen. Das kann beim Management des mobilen Datenverbrauchs helfen. 

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In den Netzwerkeinstellungen wird nun auch der Datenverbrauch jeder Verbindung angezeigt.

Mehr Übersichtlichkeit gibt es jetzt auch bei Virtuellen Desktops. Diese lassen sich auf Wunsch etwa umbenennen. Dazu genügt ein Klick auf die Bezeichnung des Desktops.

Die Windows Sandbox ist ein vom eigentlichen Windows isoliertes Windows, in dem Sie zum Beispiel verdächtige Downloads gefahrlos ausprobieren können. Geht etwas schief, dann hat das keine Auswirkungen auf das Haupt-Betriebssystem. Nach dem Update auf das aktuelle Windows können Sie die Sandbox über Konfigurationsdateien konfigurieren. Außerdem lässt sich der Zugriff auf vGPUs und Mikrofone steuern. 

Der Taskmanager von Windows 10 2004 zeigt neben der Art des Permanentspeichers (Festplatte beziehungsweise SSD) auch die Temperaturen dedizierter GPUs an. 

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Der Taskmanager hat mit dem neuen Windows-Update einige Verbesserungen erhalten.

Nutzer mit körperlichen Einschränkungen profitieren von vielen Verbesserungen der entsprechenden Steuerungstechniken. Unter anderem können sie Dateien nun per Augensteuerung ziehen und fallen lassen. 

Das fällt weg

Einmal mehr bedeutet ein Windows-Update auch den Verzicht auf vertraute Funktionen: 

  • Die App Mobilfunktarife ist kein fester Bestandteil von Windows mehr. Sie können sie aber über den Microsoft Store installieren. Relevant ist sie ohnehin nur für Windows-PCs mit Mobilfunkchip.
  • Die Messaging-App ging vor Jahren aus dem Versuch hervor, Skype in drei Programme aufzuteilen. Microsoft hat den Schritt längst rückgängig gemacht und die anderen damals entstandenen Programme (Telefon und Skype Video) abgeschafft. Da ist es nur konsequent, dass nun auch Messaging den Weg alles Irdischen geht.
  • Windows To Go: Die Funktion ermöglichte das Anlegen eines Nutzerkontos, das Sie per USB-Stick von PC zu PC mitnehmen konnten. Weil das aber Windows 10 Enterprise und Education vorbehalten war hat sich diese Funktion nie besonders weit verbreitet. 

Als "veraltet" hat Microsoft den Browser Edge in seiner bisherigen Form gekennzeichnet. Das bedeutet, dass das Programm perspektivisch nicht mehr unterstützt wird. Der Nachfolger, der ebenfalls Edge heißt, nun aber auf Googles Browser Chrome basiert, wird in den nächsten Tagen per Mini-Update ausgeliefert.

Ebenfalls als veraltet gilt nun das Companion Device Framework. Es ermöglichte Geräte, durch deren Tragen sich Nutzer an Windows anmelden können, zum Beispiel die Smartwatch Microsoft Band

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