Sichern und Wiederherstellen

Windows 10: Backups mit Bordwerkzeugen

8.10.2015 von Tim Kaufmann

Wie Sie mit Windows 10 Backups machen können: ohne kostenpflichtige Zusatztools - dafür mit Werkzeugen, die Nutzer von Windows 7 und 8 schon vermisst haben.

ca. 4:20 Min
Ratgeber
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windows 10: Backup
So einfach machen Sie Backups mit Windows 10!
© vege - Fotolia.com

Windows 10 enthält viele verschiedene Backup-Werkzeuge. Es bringt den von Windows 8 gewohnten Dateiversionsverlauf mit, der an Apples Time Machine erinnert. Außerdem enthält es wieder das Backup-Werkzeug “Sichern und Wiederherstellen", das viele Nutzer von Windows 7 unter Windows 8 vermisst hatten. Außerdem können Sie mit Windows 10 Image-Dateien Ihrer Installation erzeugen und Dateien auch in der Cloud speichern.

Der Dateiversionsverlauf

Mit Windows 8 hat Microsoft den Dateiversionsverlauf eingeführt. Er sichert Ihre Daten automatisch und regelmäßig im Hintergrund. Auch unter Windows 10 halten wir ihn deshalb für den besten Weg, um Dateien zu sichern. Microsoft scheint das ähnlich zu sehen und hat die Funktion sowohl in die Einstellungen-App als auch in die Systemsteuerung integriert.

Lesetipp: Windows 10 oder Windows 7?

Der Dateiversionsverlauf bringt lediglich solche Dateien in Sicherheit, die Sie in Ihrem eigenen Benutzerkonto gespeichert haben. Wenn Sie wissen möchten, welche das sind, dann öffnen Sie dazu als erstes den Explorer. Klicken Sie mit der rechten Maustaste in die linke Seitenleiste und wählen Sie „Zeige Bibliotheken“. Anschließend sehen Sie sich den Inhalt der Bibliotheken an. Er entspricht dem, was der Dateiversionsverlauf sichert.

Dateiversionverlauf - Windows 10
Daten werden automatisch und regelmäßig im Hintergrund gesichert.
© Screenshot PC-Magazin

Die Begrenzung auf Bibliotheken legt den Verdacht nahe, dass sich der Dateiversionsverlauf nicht zur Sicherung von Ordnern eignet, die sich außerhalb Ihres Benutzerprofils befinden. Es gibt aber eine Hintertür. Klicken Sie einen Ordner mit der rechten Maustaste im Explorer an, dann finden Sie im Menü die Funktion „In Bibliothek aufnehmen“. Mit deren Hilfe machen Sie den Ordner zum Teil einer der vorhandenen oder einer neuen Bibliothek. Und weil Bibliotheken vom Dateiversionsverlauf erfasst werden, sichert Windows künftig auch diesen Ordner.

Lesetipp: Windows 10 – praktische Tipps und Tricks

Um den Dateiversionsverlauf in Gang zu setzen, öffnen Sie die Einstellungen. Am schnellsten gelingt das, indem Sie in das Suchfeld in der Windows-Taskleiste „Dateiversionsverlauf“ eingeben und den entsprechenden Treffer auswählen. Dann wählen Sie das Laufwerk aus, auf dem Windows das Backup speichern soll. Neben einer zweiten, internen Festplatte kommt auch ein USB-Laufwerk infrage. Zudem kann Windows Dateien auf Netzwerklaufwerken sichern. Nachdem Sie das Ziel ausgewählt haben können Sie den Dateiversionsverlauf einschalten. Am linken Rand der Systemeinstellungen finden Sie den Menüpunkt „Persönliche Dateien wiederherstellen“. Über ihn gelangen Sie an die gesicherten Dateien und können sie auf Ihr System zurückspielen.

Sichern und wiederherstellen

Neben dem Dateiversionsverlauf stellt Microsoft auch die aus Windows 7 bekannte Funktion „Sichern und wiederherstellen“ unter Windows 10 bereit. Sie können damit aber nicht nur unter Windows 7 erstellte Backups zurückspielen, sondern auch unter Windows 10 neue Sicherungen anlegen. Wer sich (noch) nicht an den neuen Dateiversionsverlauf gewöhnen mag, der kann deshalb erst mal bei der alten Funktion bleiben.

Sicherun und wiederherstellen - Windows 10
Mit „Sichern und wiederherstellen“ kann man auch eine Komplettsicherung aller Dateien des PCs, inklusive Windows und installierten Programmen vornehmen.
© Screenshot PC-Magazin

Außerdem können Sie mit „Sichern und wiederherstellen“ auch eine Komplettsicherung aller Dateien Ihres PCs, inklusive Windows und installierten Programmen, vornehmen. Das ist mit dem Dateiversionsverlauf nicht möglich. Klicken Sie einfach auf „Systemabbild erstellen“ links oben. Um ein Systemabbild zurück zu spielen starten Sie Windows im erweiterten Modus. Das geht genauso wie unter Windows 8.

Sie finden "Sichern und Wiederherstellen" in der Systemsteuerung. Suchen Sie einfach nach „sichern“. Nutzen Sie dazu das Suchfeld in der Windows-Task-Leiste.

OneDrive

Auch Microsofts Cloud-Speicherdienst OneDrive ist Teil von Windows 10. Natürlich gelten Cloud-Dienste nicht als Backup im klassischen Sinne. Schließlich können sie ausfallen. Aber immerhin werden Dateien, die Sie im OneDrive-Ordner auf Ihrer Festplatte ablegen, automatisch auf die Microsoft-Server kopiert. Insofern entsteht dort so etwas ähnliches wie eine Sicherheitskopie.

OneDrive - Windows 10
Dateien, die Sie im OneDrive-Ordner auf Ihrer Festplatte ablegen, werden automatisch auf die Microsoft-Server kopiert.
© Screenshot PC-Magazin

In vielen Fällen wird OneDrive bereits bei der Installation von Windows 10 aktiviert. Ist das auf Ihrem PC noch nicht geschehen, können Sie es leicht nachholen. Geben Sie dazu das Stichwort „OneDrive“ in das Suchfeld in der Windows-Task-Leiste ein. Anschließend öffnen Sie die so gefundene OneDrive-App. Erscheint dadurch einfach der Explorer, dann sind Sie bereits mit OneDrive verbunden und können Dateien einfach in dem entsprechenden Ordner ablegen.

Diesen PC zurücksetzen

Mit der Funktion „Diesen PC zurücksetzen“ sollten Sie besonders vorsichtig umgehen. Sie können damit ein ruiniertes Windows in vielen Fällen retten, ohne es neu installieren zu müssen. Aber Sie verlieren dabei die auf Ihrem PC installierten Programme und müssen sie anschließend von Hand neu einspielen. Ihre Dateien und Windows-Einstellungen sowie die aus dem Windows-Store installierten Apps behält Windows hingegen bei. Trotzdem raten wir zu einem zusätzlichen, externen Backup, bevor Sie die Funktion nutzen.

PC zurücksetzen - Windows 10
Sie können damit ein ruiniertes Windows in vielen Fällen retten, ohne es neu installieren zu müssen.
© Screenshot PC-Magazin

Aus Benutzersicht ist die Funktion „Diesen PC zurücksetzen“ etwas komfortabler als eine Windows-Neuinstallation, aber weniger komfortabel als das Zurückspielen eines Systemabbildes, wie Sie es zum Beispiel mit „Sichern und wiederherstellen“ erstellen können. Schließlich enthält das Systemabbild neben der Windows-Installation auch Ihre Programme, wodurch Sie um die Neuinstallation von Anwendungen und Spielen weitgehend herum kommen. Allerdings müssen Sie beim Zurückspielen des Systemabbildes aufpassen, dass Sie nicht versehentlich Ihre eigenen Dateien mit einer älteren Version überschreiben.

Übrigens können Sie „Diesen PC zurücksetzen“ auch dazu verwenden, Ihren PC vor dem Verkauf von allen Daten zu befreien und lediglich Windows zu behalten. Das Beibehalten der eigenen Dateien und Einstellungen ist nämlich optional.

Die Funktion „Diesen PC zurücksetzen“ finden Sie am schnellsten, indem Sie in das Suchfeld in der Windows-Task-Leiste den Begriff „zurücksetzen“ eingeben.

Hier finden Sie das große Franzis Handbuch für Windows 10.

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