Musikwelt im Wandel

Web-Musik grenzenlos

14.5.2009 von Redaktion pcmagazin und Wolf Hosbach

Die Musikwelt bewegt sich: Kein Kopierschutz mehr, rasant steigende Umsätze beim Musik-Download und immer mehr legale, kostenlose Plattformen im Netz.

ca. 2:40 Min
Ratgeber
  1. Web-Musik grenzenlos
  2. Weniger Abmahnungen
  3. Legal und umsonst
Musik - Audio - Kopfhörer - Aufmacher
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© www.istockphoto.com

Apples iTunes hat das Digital Rights Management (DRM) komplett abgeschafft und viele andere Musikdownload-Dienste folgen derzeit. Das Ende von DRM ist eine gute Nachricht sowohl für Musikfreunde und Käufer als auch Musikhändler, Künstler und Verleger, die keine echten Nachteile vom befreiten Klanggenuss erfahren. DRM steht für Probleme.

Zu verzwickt sind die Funktionen, um Geräte zuzuschalten oder die Geräteliste neu zu aktivieren. Zu schlecht entwickelte sich der Ruf für die Branche dadurch und zu leicht lässt sich der Schutz umgehen, so dass er keinen wirklichen Sinn ergab.Der Musicload-Kunde hatte nur ein begrenztes Recht auf Downloads der Lizenzen, dann war ein Song für immer verloren. ITunes kommuniziert nur mit dem iPod, daran ändert sich nichts, aber ohne DRM lässt sich die Musik simpel auf anderen Wegen mit anderen Geräten synchronisieren. Der Höhepunkt des DRM- Ärgers und der von Gegnern immer wieder angekündigte Super-GAU ereignete sich letzten Herbst, als Walmart seinen Musikvertrieb einstellte und die DRM-Server kurz danach abschaltete.

Alle Songs gingen den Anwendern verloren, wenn sie sie nicht entsprechend der offiziellen Aufforderung von Walmart auf CD gebrannt hatten. Dieser Formatwandel bedeutet aber einen Qualitätsverlust, und das war immer ein Argument für DRM. So beißt sich die Katze in den Schwanz, und die Verbraucher standen dem digitalen Kopierschutz zu Recht immer misstrauisch gegenüber.

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DRM Kopierschutz

Web-Musik grenzenlos

Digitale Medien im Wandel

Für den Müll: DRM bei Musikdateien.

Download ohne DRM

Vom Ende des DRM profitieren neben den Kunden die Musikshops selbst, "dreiviertel aller Anrufe bei der Hotline zielten immer auf das Thema Handlings-Probleme mit DRM", berichtet Marion Kotterba, Sprecherin von Musicload. "Unsere Kunden honorieren es sehr, dass das legale Angebot immer einfacher und attraktiver wird. Sie wollen sich so wenig Gedanken wie möglich machen müssen, auf welchem Player, Handy oder Gerät sie ihre legal erworbene Musik abspielen können."

Apple-Chef Steve Jobs hatte schon länger angekündigt, DRM los sein zu wollen, aber die Verhandlungen mit den Plattenbossen zogen sich. Ende letzen Jahres wurde ein Durchbruch erreicht, und Apple verzichtet im Gegenzug auf den Einheitspreis. Einzelne Songs kosten bei iTunes nun zwischen 69 Cent und 1,29 Euro, je nach Marketingpolitik der Verleger, etwas teurer die aktuellen Hits, günstiger dafür die Oldies.

Musicload hatte schon immer gestaffelte Preise zwischen 79 Cent und 1,99 Euro, an denen sich auch ohne DRM nichts ändern wird. Die alten, noch mit DRM versehenen Songs lassen sich nicht befreien oder, bei iTunes, nur gegen einen Aufpreis.

Bei Musicload entfällt DRM ersatzlos, es wird also beispielsweise kein Wasserzeichen geben. Apple wollte sich über weitere Schutzmaßnahmen uns gegenüber nicht äußern. Im Streitfall sind Wasserzeichen ein zweifelhaftes Beweismittel, denn jeder Käufer darf die Stücke legal im privaten Kreis tauschen und hat keine Kontrolle mehr über die von ihm erworbene Musik.

In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob Musik ohne DRM einen Download-Boom auslösen wird. Viele Gegner von DRM sahen in den Nutzungseinschränkungen ein Hindernis für den Online-Vertrieb.

Das sieht der Bundesverband Musikindustrie zurückhaltender "Wir werden sehen ob DRM-freie Musik wirklich solch einen Schub bringen wird", sagt Stefan Michalk, Geschäftsführer des Bundesverbands Musikindustrie, und verweist auf die sowieso schon starken, jährlichen Zuwachsraten von dreißig bis vierzig Prozent im deutschen Musik-Download-Markt. Weltweit stiegen die Umsätze mit digitaler Musik im Jahr 2008 um 25 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar. Download-Dienste machen dabei mittlerweile rund 20 Prozent des Verkaufs von Musikaufzeichnungen (nicht Konzerte) aus.

Eine Berechtigung hat DRM nach wie vor, nämlich in Mietmodellen wie bei Napster. Hier bekommt der Anwender einen Zugang per Flatrate zu allen Titeln des Dienstes, aber hat nicht das Recht, diese zu brennen oder zu kopieren. Das wäre ohne DRM nicht denkbar.

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