Die Revolution des Internets

Web 3.0 - Was ist das?

3.6.2022 von Laura Pippig

Aktuell wird viel über das Web 3.0 geredet. Es soll der nächste Schritt des Internets sein. Doch was ist Web3 überhaupt und wann können wir damit rechnen?

ca. 5:40 Min
Ratgeber
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Das Web 3.0 ist im Anmarsch!
© KanawatTH / Adobe.Stock.com

Das sogenannte "Web 3.0" ist neben Begriffen wie Krypto, Blockchain und Metaverse eines der größten Buzzwords unserer Zeit. Dahinter verbirgt sich eine Idee von einem ganz neuen Internet, die eine richtige Revolution bringen soll.

Doch was bedeutet Web 3.0 / Web3 überhaupt? Wie weit ist die Realität noch von der Idee entfernt? Und kann man das überhaupt alles so umsetzen? Wir klären die wichtigsten Fragen zum Thema Web 3.0 in dieser Übersicht.

Was ist Web 3.0?

Unter Web 3.0 oder auch Web3 versteht man die Gesamtheit des Internets, wie es in eigenen Jahren aussehen wird oder aussehen könnte. Es stellt die nächste Generation des World Wide Webs dar, nachdem sich dieses einige Jahre lang durch neue Technologien weiterentwickeln konnte.

Zu diesen Technologien gehören unter anderem Kryptowährungen und Blockchain, die wir in anderen Ratgebern bereits erläutert haben. Im Web3 werden diese Bausteine immer wichtiger und führen voraussichtlich eine Dezentralisierung des Internets herbei.

Das bedeutet, dass prinzipiell jeder im Web unabhängig von großen Unternehmen handeln kann. Das Internet wäre nicht mehr in Händen einiger weniger Firmen, die wichtige Seiten und die nötige Infrastruktur bereitstellen. Stattdessen könnte jeder Nutzer eigenständig agieren und steht im direkt Vordergrund.

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Im Gegensatz zum aktuellen Stand des Internets kann ein User dann nicht nur eigene Inhalte, sondern sogar eigene Plattformen erstellen und über diese beispielsweise Transaktionen stattfinden lassen. Unser Verhalten im Internet wäre sehr viel autonomer, personalisierter und auch freier als zuvor - und wir würden für unsere Mühen zum Teil auch finanziell entlohnt.

Weitere Mechaniken werden auch eine wichtige Rolle im Web 3.0 spielen. Das Konzept des "Metaverse" oder "Metaversums" ist etwa ein Ansatz, der direkt damit verbunden ist. Auch KI-Technologie und der Einsatz von Algorithmen wird voraussichtlich weiter ausgebaut werden, um Abläufe im Web3 zu automatisieren.

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Was versteht man dann unter Web 2.0?

Aktuell befinden wir uns noch in der Phase des Web 2.0, das vor allem durch Mitgestaltung gekennzeichnet wird. Ein großer Teil der Entwicklung trugen hier die sozialen Medien bei, die dafür sorgten, dass jede Person Inhalte erstellen, hochladen und weiterverbreiten konnte. Daher wird es auch als "Social Web" bezeichnet.

Dieses Maß an Partizipation stellte eine große Veränderung dar, nachdem User zuvor vor allem passiv im Internet agierten und Inhalte lediglich im "Web 1.0" konsumierten. Mit dem Web 2.0 übernahm der User dann eine weitaus aktivere Rolle ein, die im Web 3.0 noch erweitert werden soll.

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Wann kommt das Web3?

Aktuell ist noch nicht absehbar, wann wir uns vollständig im Web 3.0 wiederfinden werden. Auch wenn an einigen Stellen bereits davon geredet wird, dass wir schon mit einem Fuß in Web3 stehen, ist der Massenmarkt eindeutig noch nicht so weit.

Das liegt unter anderem daran, dass viele Strukturen in festen Händen bei Firmen wie Google, Microsoft oder Amazon liegen. Sollten diese Großunternehmen sich entscheiden, sich mehr in Richtung Web 3.0 zu entwickeln (wie es zuvor Meta getan hat), könnte der Fortschritt aber sicherlich schneller vonstatten gehen.

Allerdings müssen auch die User diesen Wandel annehmen und aktiv mitgestalten. Schließlich sind sie es, die die wichtigste Rolle im "neuen Internet" spielen sollen. Das Verständnis und die Bereitschaft in der Gesellschaft scheint aktuell aber noch nicht so weit zu sein. Frühestens in ein paar Jahren könnten wir an dem Punkt sein, an dem wir vollends im Web3 angekommen sind.

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Wozu braucht man Krypto im Web 3.0?

Das Web 3.0 ist ein Konzept, in dem Kryptowährungen nicht nur eine wichtige Rolle spielen, sondern auch eine Voraussetzung für die Umsetzung sind. Sie ermöglichen in vielen Aspekten erst die Dezentralisierung und schaffen Anonymität.

Ohne Krypto und Blockchain wäre es nur schwer möglich, abseits von etablierten Systemen zu handeln und beispielsweise auch mit NFTs zu handeln. Zumindest solange, bis eventuell ein besseres System gefunden wird.

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Wie dezentralisiert kann das Internet wirklich sein?

Die Idee eines dezentralisierten Internets ist an sich nicht abwegig. Die aktuelle Entwicklung in Richtung Krypto und Blockchain weisen zumindest darauf hin, dass ein größeres Interesse daran besteht als vielleicht erwartet.

Allerdings wären da immer noch Großkonzerne wie Google, die durch das Web 3.0 einiges an Macht und Mitspracherecht verlieren würden. Wäre das Internet allein in den Händen der Nutzerinnen und Nutzer, bräuchten diese in der Theorie keine Firmen mehr - was den Firmen wiederum nicht gefallen dürfte.

Auch die Tatsache, dass ein Unternehmen wie Meta einerseits große Schritte in Richtung Metaverse und Web 3.0 unternehmen möchte, aber sich zugleich feste Anteile an jeder Transaktion verspricht, spricht gegen eine echte Dezentralisierung.

Und auch die Kryptobörsen selbst stellen ein gewisses Hindernis dar. Denn wer Teil des Web 3.0 sein möchte, muss aktuell an einem dieser Tore vorbei, egal ob bei Binance oder Coinbase oder OpenSea. Ohne ein digitales Kryptowallet kommt man im neuen Internet nämlich nicht weit, und das kann sich in der Regel kein Durchschnittsmensch eigenständig erstellen.

Letztendlich scheint es so, als wäre die Dezentralisierung aktuell nicht so leicht umzusetzen. Daher weisen viele Experten darauf hin, dass Web 3.0 momentan nur ein Marketingbegriff sei, und kein echtes Versprechen auf ein freies Internet.

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Was ist der Vorteil von Web 3.0?

Der große Vorteil von Web3 wäre natürlich das immense Maß an Freiheit, das jeder einzelne User hätte. Viele Prozesse wären nicht mehr an große Firmen gebunden, sondern können über alternative Plattformen stattfinden.

Ein weiteres Ziel des Web 3.0 ist es, das Internet zu demokratisieren, also gleiche Rechte für alle zu schaffen und Entscheidungen auf Basis von Mehrheit und Konsens zu treffen. Im Grunde wäre jeder User also dazu in der Lage (die nötigen technischen Fähigkeiten vorausgesetzt), das Internet mitzugestalten.

In einem Blogeintrag von Ethereum, dessen Mitbegründer Gavin Wood den Begriff "Web3" maßgeblich prägte, steht zu den Vorteilen außerdem:

  • Jede Person im Netzwerk, hat automatisch die Erlaubnis, den Service zu nutzen. Eine explizite Erlaubnis braucht es nicht mehr.
  • Keiner kann den eigenen Zugriff blockieren oder ablehnen
  • Zahlungen sind direkt implementiert
  • Es ist universell programmierbar und kann alles erschaffen

Das bedeutet konkret, dass keinerlei Zensur stattfinden soll, weder von Inhalten noch von Personen oder Accounts. Für Zahlungen im Web3 werden zudem keine persönlichen Daten benötigt. Die Server des Web 3.0 sollen durch das dezentralisierte Netzwerk, das im Hintergrund weiterläuft, vor Ausfüllen geschützt sein.

Das Web 3.0 verspricht also nicht nur Freiheit, sondern gleichzeitig auch mehr Sicherheit - zumindest in der Theorie. Wer keine Daten bei Zahlungen herausgibt, läuft auch weniger Gefahr, dass diese gestohlen werden.

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Gibt es Risiken im Web 3.0?

Natürlich birgt das Web 3.0 auch Gefahren und nicht nur Chancen. So wird es beispielsweise umso schwerer, ein gewisses Maß an Kontrolle und Transparenz zu gewährleisten.

Denn auch wenn das Versprechen von absoluter Freiheit zunächst verlockend klingt, gibt es einige Bereiche, in denen bereits jetzt zu wenig unternommen werden kann. Bei der Strafverfolgung im Internet sind Behörden schon heute überfordert, wie zuletzt ein Experiment der Satire-Show ZDF Magazin Royale zeigte.

Besonders in punkto Belästigung, Mobbing und Betrug wird es umso schwerer, in diesem revolutionierten Internet ein gewisses Maß an Sicherheit für Einzelpersonen zu gewährleisten. Was zuvor zumindest teilweise von Firmen übernommen werden könnte, fiele also plötzlich in die eigene Verantwortung jedes Einzelnen.

Auch der Hype um "das neue Internet" birgt ein gewisses Risiko in sich, denn es könnte sich beim plötzlichen Aufschwung des Themas um eine Blase handeln, die bald zu zerplatzen droht.

Denn es wird zwar rege in die Idee investiert, doch die nötigen Technologien und Infrastrukturen müssen zum Teil noch erst geschaffen werden, um das Interesse entsprechend aufzufangen. Das Web 3.0 ist momentan also noch längst nicht Massenmarkt tauglich.

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