Ohne Hürden

WCAG 2.0 - Neue Standards für Barrierefreiheit

Mit den WCAG 2.0 steht ein neuer Standard für Barrierefreiheit fest. Erweitert und an neue Technologien angepasst löst er den zehn Jahre alten Vorgänger ab.

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Barriere Blockade Baustelle

Barrierefreiheit oder zumindest Barrierearmut ist ein Ziel, das mittlerweile viele Websites verfolgen. Nicht mehr nur Behörden und staatliche Einrichtungen müssen barrierearm denken. Und oft genügt schon ein modernes, gut angelegtes und suchmaschinenfreundliches CSS-Layout den meisten Anforderungen zur Barrierearmut.

Rechtlich, praktisch, technisch

Ein kleiner Ausflug in die Grundlagen hinter der Barrierefreiheit sei gestattet, denn dies macht klar, wieso ein neuer Standard überhaupt notwendig wurde. Die Web Accessibility Initiative ist die Untergruppe beim W3C, die für Barrierefreiheit zuständig ist. Sie hat mehrere Spezifikationen veröffentlicht: Authoring Tool Accessibility Guidelines und User Agent Accessibility Guidelines.

Den Anfang machte allerdings die wichtigste Spezifikation: Web Content Accessiblity Guidelines. Diese Regeln für Webinhalt sind es, die die bekannten Regeln wie zum Beispiel den strukturierten Einsatz der Überschriften <h1> bis <h6> bedingen. Die ursprüngliche Spezifikation mit der Versionsnummer WCAG 1.0 besteht schon seit 1999.

Dieser erste Wurf in Sachen Barrierefreiheit im Web wurde in Deutschland als Standard anerkannt und schließlich für die Umsetzung des Gesetzes zur Gleichstellung behinderter Menschen im Jahr 2002 verwendet. Die Verordnung, in der das geregelt wird, heißt BITV oder in der Langform Verordnung für barrierefreie Informationstechnologie. Die WCAG sind dort als Anlage 1 hinterlegt.

Allerdings ist die BITV nicht vollständig auf dem Stand von WCAG 1.0 geblieben, sondern wurde immer wieder aktualisiert (). Dort wird sowohl auf aktuelle technische Entwicklungen als auch auf praktische Anforderungen beispielsweise von Screenreadern Bezug genommen.

WCAG 2.0

WCAG 2.0 erblickte im Dezember 2008 endlich als Recommendation das Licht der Welt (). Dem gingen viele Jahre an Diskussionen voraus. Eine Menge anteils sehr berechtigter Kritik - hat Joe Clark hervorgebracht (, auf Deutsch unter ). Der Dialog, der sich durch diese teils harsche Kritik entwickelt hat, trug wesentlich zur Verbesserung bei.

Diese Diskussion ist mittlerweile abgeschlossen und die WCAG-2.0-Dokumente können als der neue Webstandard zur Barrierefreiheit gelten. Und damit lohnt es sich natürlich für jeden Webentwickler, sich mit den Inhalten und den Unterschieden zum bisherigen Vorgehen zu beschäftigen.

Die WCAG 2.0 bestehen aus mehreren Dokumenten. Normativ und quasi unveränderlich ist der Standard selbst: . Dieses Dokument enthält die Grundprinzipien und grundlegenden Regeln für Accessibility. Wie diese zu verstehen sind, erklärt ein ausführlicheres Dokument zum Verstehen der Regeln ().

Für uns Webentwickler am wichtigsten ist das technische Dokument, das erklärt, wie die Regeln umzusetzen sind (). Die Quickref () führt beides zusammen und verweist für die einzelnen Erfolgskriterien auf das technische Dokument.

Der große Vorteil dieser Trennung ist, dass der Standard an sich und die Grundprinzipien bestehen bleiben, die Anforderungen an die Umsetzung sich aber an den technischen Fortschritt und eventuell neu auftauchende Technologien anpassen können.

Wichtig für die Arbeit mit den Dokumenten ist, die Systematik zu verstehen. Es gibt vier Grundprinzipien, die zugänglichen Inhalt definieren. Die englischen Begriffe sind perceivable, operable, understandable und robust. Als Übersetzung bieten sich wahrnehmbar, bedienbar, verstehbar und beständig an. Sie sind in allen Dokumenten als 1, 2, 3 und 4. durchnummeriert.

Darunter finden sich die sogenannten Guidelines, die eigentlichen Richtlinien. Dabei handelt es sich um zwölf Richtlinien, die alle keine expliziten technischen Anforderungen stellen, aber aus denen sich die technischen Anforderungen ableiten.

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