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USB-C-Format erklärt: Das müssen Sie wissen

Wer sich ein neues Smartphone oder externes USB-Gerät für den Rechner kauft, stoßt auf das USB-Format Type C. Was ist das? Wir verraten, was Sie wissen müssen.

USB Type C

© Алексей Голуб - Fotolia.com

USB Type C macht beim Anschluss vieles einfacher. Der Standard bringt neue Features mit, bei denen Nutzer einige Dinge beachten sollten.

Beim Kauf eines neuen Smartphones, einer externen Festplatte, eines Tablets, Notebooks oder eines PCs wird dem schon etwas IT-erfahrenen Käufer der etwas ungewöhnliche USB-Stecker oder eine neue USB-Buchse am Gerät auffallen. Das Format heißt USB-C bzw USB Type C  und soll als Alleskönner die gleichzeitige Übertragung von Strom, Daten, Videos und Audio-Signale in höchster Qualität ermöglichen. Denn der neue Standard verspricht Übertragungsraten bis 10 GBit/s. Kürzlich wurde sogar die zweite Generation mit Übertragungsraten bis zu 20 GBit/s auf den Weg gebracht. Diese Geschwindigkeiten sind natürlich als Brutto-Werte anzusehen. Je nach Gerät, Geräteleistung und Unterstützung des Standards muss man mit niedrigeren Netto-Werten rechnen.

Das USB-C-Steckerformat 

Gleich zu Anfang eine negative Nachricht: Das USB-C-Stecker- und -Buchsenformat ist nicht mehr abwärtskompatibel zu den vorherigen Standards USB 1.x bis USB 3.0. Wer ältere USB-Geräte am USB-C-Port betreiben möchte, der muss auf USB-C-Adapter​ zurückgreifen. Diese gibt es im Fachhandel oder diversen Online-Shops in allen Ausprägungen bis hin zu Multiadaptern. Über Letztere lassen sich verschiedene Eingabestandards, beispielsweise Speicherkarten, ältere USB-Stecker, HDMI- oder Audio-Stecker, auf einen USB-C-Anschluss vereinen. Was bei dem neuen Formtyp der USB-C-Verbindung positiv anzumerken ist: Der Stecker lässt sich in beide Richtungen einstecken. Damit sind Stecker und Buchse vor einem Defekt durch eine falsche Einsteckrichtung geschützt. Egal, wie herum man den Stecker in die Buchse schiebt: Die Datenübertragung oder der Stromfluss wird dadurch nicht beeinflusst.

USB-Stecker-Buchsen-Kombinationen

© Macrovector/ Shutterstock

Das Bild zeigt die aktuellen USB-Stecker-Buchsen-Kombinationen, wie sie an aktuellen Geräten und externem Zubehör verwendet werden.

Wer nun denkt, mit der kleinen, kompakten und verdrehungssicheren Verbindung auch gleichzeitig einen superschnellen, alles übertragenden Datenport zu besitzen, den müssen wir leider etwas ausbremsen. Denn wie schon die Überschrift andeutet, USB-C bedeutet nicht gleichzeitig auch neueste Übertragungstechnik. Denn dafür ist das Übertragungsprotokoll verantwortlich.

So kann der Stecker zwar die Ausprägung von USB-C besitzen, aber nur nach der USB-2.0- oder 3.0-Spezifikation arbeiten. Das Kabel kann dann nur Strom oder Daten übertragen; und Letzteres nur mit geringeren Datenraten als USB 3.1 der ersten oder zweiten Generation. Auch eine USB-C-Buchse in einem entsprechenden mobilen oder stationären Gerät kann somit eine Mogelpackung sein. Deshalb sollten Sie nicht blind draufloskaufen, sondern erst einmal einen Blick in die technischen Daten oder das Datenblatt des bevorzugten Gerätes werfen, ob es auch den neuesten Standard 3.1 Gen. 2 unterstützt.

USB_C Anschluss

© PCgo

In neuen Mainboards wird mehr und mehr der neue USB-C-Anschluss integriert. Hier die neue Buchse zusammen mit drei USB-3.0-Buchsen.

Die Stromübertragung von USB-C 

Produktabhängig ist der USB-C-Typ in der Lage, auch andere Technologien zu unterstützen. So ermöglicht der neue Chipset bei kompatiblen Geräten ein schnelleres Laden und eine verbesserte Leistung. Und das nicht nur bei Smartphones, sondern auch bei größeren Stromfressern wie Laptops, Monitore oder Druckern. Diese Stromversorgungstechnologie wird USB Power Delivery oder auch USB PD genannt. Sie kommt auf USB- Type-C-Anschlüssen und -Kabeln zum Einsatz. Die Technik sorgt bei jedem angeschlossenen Gerät für die optimale Stromversorgung. Eine Smartphone-Ladung ist dann mit 15 Watt um zirka 70 Prozent schneller erledigt als bei der alten USB-Stromversorgung mit 5 Watt. Allerdings sollte man darauf achten, dass das verwendete USB-C-Kabel auch für die jeweilige Stromübertragung geeignet ist. Höhere Spannungen und Stromstärken erhöhen auch die Anforderungen an die Steckverbindungen, Kabel oder Adapter. Hier sollen neue Logo-Elemente den Verbraucher bei der Wahl unterstützen. Nur wenn eine schwarze Batterie inklusive Tempo-Logo auf dem Adapter oder Kabel abgebildet ist, lässt sich über den USB-C-Anschluss bzw. das USB-C-Kabel USB PD nutzen.​

Der Alternate Modus über USB-C

Außerdem ermöglicht der neue USB-Formfaktor, über den so genannten Alternate Modus verschiedene Datenleitungen, wie etwa HDMi oder DisplayPort, über ein einziges USB-Type-C-Kabel abzudecken. Egal, ob Bild oder Audio: Über den Alternate Mode benötigt man nur noch ein USB-C-Kabel, einen passenden Monitor und ein Ausgabegerät wie Notebook oder PC, die HDMI- bzw. DisplayPort-Signale über ihre integrierten USB-C-Buchsen ausgeben.

USB C Universalport

© Axialtek

Hier ein USB-C-Universalport von Axialtek mit Adapterbuchsen für LAN-Kabel, Speicherkarten und ältere USB-Stecker.

Thunderbolt und USB-C

Bei der Thunderbolt-Schnittstelle handelt es sich technisch gesehen um eine Zusammenführung des DisplayPorts und einer PCI Express Schnittstelle. Thunderbolt wurde von Intel in Zusammenarbeit mit Apple entwickelt und 2011 offiziell vorgestellt. Mitte 2015 wurde die dritte Version von Thunderbolt veröffentlicht, die dem verdrehungssicheren USB-C-Formfaktor entspricht und Übertragungsraten von bis zu 40 GBit/s sowie Stromleistungen bis 100 W ermöglicht. Allerdings gilt es zu beachten, dass USB-3.1-Hardware immer an Thunderbolt 3 arbeitet, umgekehrt das jedoch nicht der Fall ist.

USB C- Buchse

© PCgo

Die neue USB-C-Buchse für die Stromversorgung und Datenübertragung, die in einer externen Festplatte integriert wurde.

Fazit

Der USB-Typ-C kann ein Allheilmittel für die Stromversorgung mobiler Geräte und die Datenübertragung aller denkbaren digitalen Signale sein. Schon der Formfaktor mit der verdrehungssicheren Kopplung, wie bei Apples Lightning-Anschluss, ist ein großer, längst fälliger Schritt. Die geringe Größe des Anschlusses ermöglicht die Integration des Anschlusses in die immer schmaleren Notebooks, Tablets und Smartphones. Somit entfallen wohl in naher Zukunft die verschiedenen USB-Steckergrößen wie A, B, mini oder micro.

Die Möglichkeit, je nach Ausführung große Datenmengen und Stromleistungen zu übertragen, ist bei der rasanten Entwicklung der benötigten Datenmengen, gerade im Video-Bereich, und dem Strombedarf mobiler Geräte sehr erfreulich. Allerdings gibt es auch noch die eine oder andere Hürde zu nehmen, als da wäre: eine ordentliche Aufklärung des Verbrauchers, was sein USB-C-Anschluss bzw. das angebotene USB-C-Kabel alles kann. Denn was nützt ein einheitlicher Formfaktor, wenn sich hinter diesem wiederum eine Vielzahl unterschiedlicher Spezifikationen versteckt.

USB-C-Format

© PCgo

In dieser Grafik sieht man, dass alle Pole beim USB-C-Format sowohl in der oberen als auch unteren Leiste vorkommen. Der USB-C-Stecker lässt sich also verdrehungssicher einstecken.

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