"Microsoft Fixit Center" ist ein schlampiger Handwerker

TEST: "Microsoft Fixit Center" floppt - schlampiger Handwerker

Microsofts Fixit Center will Windows-Reparaturen vereinfachen - und patzt grandios.

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Microsoft Fixit Center

Dank Microsofts neuer Software Fixit Center soll Jedermann typische Windows-Probleme mit wenigen Mausklicks beseitigen können. Wir haben einen ersten Blick auf die Beta-Version geworfen und wurden ziemlich enttäuscht.

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Fixit Center ist für Windows XP, Vista und 7 erhältlich, wobei wir es unter 7 getestet haben, denn dort bietet es die meisten Reparaturfunktionen. Das Programm ist nur wenige Megabyte groß. Schon während der Installation bietet es an, Zusatzprogramme für den Internet Explorer und die Wiedergabe von Videos ("Codecs") zu deaktivieren, die Microsoft als Ursache für instabil laufende Rechner erkannt haben will.

26 Reparatur-Assistenten

Anschließend präsentiert das Programm eine Liste von sechsundzwanzig Problemkategorien, die zum Beispiel "Anzeigequalität", "Freigegebene Ordner" oder "Programmkompatibilität" heißen. Ein Klick auf den "Details"-Pfeil fördert eine oberflächliche Erklärung der jeweiligen Reparaturfunktion zutage. Außerdem gibt es hinter jeder Kategorie einen "Ausführen"-Knopf, der einen Assistenten zur Problembehebung startet. Alle Assistenten kennen zwei Modi: Einen vollautomatischen und einen, in dem die Probleme lediglich identifiziert werden und man es dem Anwender überlässt, ob die vorgeschlagene Reparaturmassnahme durchgeführt werden soll oder nicht.

Wir haben verschiedene Assistenten im letztgenannten Modus getestet, um einen besseren Eindruck von ihrer Funktionsweise zu erhalten. Auf einem Rechner mit einer Grafikkarte, die die Aero-Funktionen von Windows 7 nicht unterstützt, haben wir den Aero-Assistent von Fixit Center gestartet. Er identifizierte das Problem "Aero geht nicht" korrekt und schlug zur Abhilfe ein Treiber-Update vor. Doch dann lässt Fixit Center den Nutzer alleine. Mehr als die Information, man möge sich beim Händler oder Hersteller des PCs nach einem "WDDM-kompatiblen Treiber" erkundigen, rückt der Assistent nicht heraus. Einsteiger, an die sich Fixit Center zweifelsohne richtet, können mit dieser Information nichts anfangen.

Mit dem Drucker-Assistent wollten wir einen Drucker reparieren, der nicht mehr druckte, nachdem wir die Netzwerkverbindung zum Gerät durch ein USB-Kabel ersetzt hatten. Dass nun keine Verbindung mehr zum Drucker bestand, entging dem Assistent aber. Er machte uns lediglich darauf aufmerksam, dass der Drucker nicht für die (nicht einmal existente) Heimnetzgruppe freigegeben sei und bot das Setup einer solchen Freigabe an.

Einigermaßen enttäuscht von den ersten beiden Assistenten riefen wir noch die Reparaturfunktion "Leistung" auf. Sie verspricht, die "allgemeine Geschwindigkeit und Leistung" des Computers zu steigern. Die Problemanalyse endete in der Erkenntnis, dass unser PC - wie wohl so ziemlich jeder Rechner überhaupt - beim Systemstart Programme automatisch startet. Der Lösungsvorschlag: Fixit Center startet das Windows-Bordmittel msconfig.exe, in dem man Autostart-Programme deaktivieren kann. Nur ist msconfig.exe dafür das falsche Tool, denn es deckt längst nicht alle Stellen ab, an denen sich Autostarts im System verankern können. Und eine Beratung, welche Autostarts verzichtbar sind, gibt es auch nicht.

Fazit: Glatt durchgefallen

Microsofts Assistenten zur Behebung von PC-Problemen haben seit jeher einen schlechten Ruf, weil ihnen Probleme entgehen und sie nur in Ausnahmefällen brauchbare Lösungsvorschläge liefern. Fixit Center reiht sich nahtlos in diese Tradition ein. Wie viele andere Windows-Assistenten sieht es nett aus und suggeriert Hilfe, ist in Wahrheit aber halbblind und entweder untätig oder schafft mit halbgaren Lösungsversuchen zusätzliche Probleme. Von einer Installation können wir nur abraten.

zm_timkaufmann

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