Weltrekord

Test: Dream Set-Top Box

11.9.2007 von Redaktion pcmagazin und Roland Seibt

Die brandneue Mini-Dreambox hat es in sich. Auf nicht einmal 20 Zentimeter Breite bietet sie Platz für eine Festplatte und die schon legendär erweiterbare Dream-Technologie.

ca. 3:10 Min
Ratgeber
Test: Dream Set-Top Box
Test: Dream Set-Top Box
© Roland Seibt

Die Dreambox DM600 PVR ist der kleinste Festplatten-Videorecorder derWelt. Das Gerät wird von dem Hersteller zwar ohne Harddisk ausgeliefert, kann jedoch von dem Händler fast beliebig mit 2,5-Zoll-IDEMassenspeichern ausgerüstet werden. Unser Testmodell haben wir mit 80 GByte ausstatten lassen - genug für 30 bis 50 Spielfilme, je nach der Datenrate, die ein Sender für seine Ausstrahlungen wählt. Natürlich speichert die Dreambox ihre Filme verlustfrei auf Festplatte, wobei es besonders günstig ist, dass während einer Aufnahme des einen Senders ein anderer, welcher auf demselben Transponder geschickt wird, angeschaut werden kann. So kann man also trotz des Verzichts auf einen Doppeltuner beispielsweise Sat.1 schauen, während man ProSieben aufnimmt. Der Empfangsbaustein, der beim Programmzapping mitWeltrekordgeschwindigkeit zu Werke geht, ist übrigens (nach Öffnen des Gehäuses) steckbar ausgelegt und hierbei variabel austauschbar zwischen DVB-S, -C und -T. Wenn man umzieht, kann sich die Dreambox DM600 PVR stets der neuen Empfangssituation anpassen. Ein Tunerbaustein schlägtmit circa 50 Euro zu Buche.

Test: Dream Set-Top Box
Konsequent: Alle Dreamboxen haben die gleiche sehr gute Fernbedienung
© Roland Seibt

Offen für alles

Was die Geräte der Dreambox-Reihe so unvergleichlich macht und sie zum Kultstatus erhoben hat, ist ihr offenes, auf Linux basierendes Betriebssystem. Große Teile der Steuersoftware sind öffentlich zugänglich und werden von einer Fangemeinde an versierten Programmierern stets verfeinert und mit Erweiterungen versehen. Daher ist es sogar nicht einmal schlimm, dass die DM600 PVR keinen CISchacht besitzt. Das integrierte Verschlüsselungssystem Dream- Crypt taugt zwar ursprünglich nur für einen bestimmten Sender mit nicht ganz jugendfreiem Inhalt, doch auch die Hardware eines CA-Moduls könnte durch Linux-Programmerweiterungen emuliert, also nachgeahmt werden. So könnte der SmartCard- Schacht zum Zugangsportal für beliebige legal abonnierte Pay- TV-Angebote werden. Da die DM- 600 jetzt erst neu auf den Markt kommt, gibt es momentan keine Erweiterungs- Plug-ins, doch die werden nicht lange auf sich warten lassen. Mit 250 MHz PowerPC-Prozessor, 32 MByte Flash, 96 MByte RAM und dem Systemkern Enigma 1 ist die Hardware jedenfalls sehr potent. Mehr über das rege Treiben der Dreambox-Fans gibt es beispielsweise im Internet unter www.i-have-a-dreambox.com.

Test: Dream Set-Top Box
Der Tuner der DM600 ist steckbar und in mehreren Empfangsvarianten erhältlich. Die absolut herausragenden Features der Dreamboxen sind jedoch das offene Betriebssystem und die mannigfaltigen Internet- und Heimnetzwerkfähigkeiten
© Roland Seibt

Netzwerk

Apropos Internet: Das lokale sowie weltweite Netz sind Gebiete, denen die Dream-Entwickler höchste Aufmerksamkeit gewidmet haben. Der LAN-Anschluss an der Rückseite der DM600 eröffnet ungeahnte Funktionalitäten. So lässt sich die Box, nachdem sie (manuell oder über DHCP) ins Heimnetzwerk eingebunden wurde, komplett über ein Web-Interface, also den Browser eines Computers, fernsteuern. Im Ausgleich schickt sie das aktuell empfangene Programm alsVideostrom an den PC, welcher die Sendungen mit einem VLC-Media-Player (kostenlos bei www.videolan.org) darstellen kann - oder man kopiert die aufgenommenen Filme auf den Computer, um sie dann dort auf eine DVD zu brennen, beispielsweise mit dem DVR-Studio (www.haenlein-software.de).

Nimmt man den eingebauten Minimalbrowser hinzu, mit dem die Dreambox in rudimentären Grafikfunktionen, aber sehr einfach das Internet durchsurfen kann (optionale IR-Tastatur unbedingt kaufen!), und vergisst auch nicht ihre direkte Unterstützung von Online-Updates, Erweiterungs-Plugins und einen E-Mail-Klienten, sind die Möglichkeiten der Box fürwahr als phänomenal zu bezeichnen - selbst im Auslieferungszustand.

Test: Dream Set-Top Box
Daten & Messwerte
© Roland Seibt

Alles auf Empfang

Dabei vergisst man schnell, dass die kleine Dreambox grundsätzlich erst einmal ein Sat- Receiver ist und dort alle wichtigen Features mitbringen muss. Hierbei tun sich sowohl die Empfangsempfindlichkeit als auch die Bildschärfe nicht sonderlich hervor, bleiben jedoch über den spezifizierten Werten. Für den Anschluss des Fernsehers ist nur die Scart- Buchse in RGB zu empfehlen, die sich auch für den Einsatz in Heimkinoanlagen auf YUV schalten lässt. Ein Scart/YUV-Adapterstecker von AIV, Oehlbach oder Monitor hat in unseren Tests bei fast allen TV-Geräten die beste Bildqualität aus der DM600 geholt.

Das Bild ist insgesamt gut geglättet, wodurch DVB-Artefakte und Flimmern bei bewegten Objekten weniger auffallen als bei den meisten anderen Settop-Boxen. Dass das aufwändige LCDDisplay der großen Brüder weggelassen wurde und ein Netzteil nichtmehr in das Mini-Gehäuse gepasst hat, ist zu verzeihen, zumal die Box im Standby nichtwirklich sparsam ist, sondern weiterrechnet. Nebenbei wird die in Silber oder Schwarz erhältliche neue Dreambox durch den 12-V-Anschluss zum Geheimtipp für Camper.

Test: Dream Set-Top Box
Die Wertung der Redaktion
© Roland Seibt

Fazit

Diese schicke Dreambox, die sich durch ihre Chromzierleiste und das Metallgehäuse besonders gut verarbeitet und formschön gibt, hat Volumen eingebüßt und an Funktionen kräftig zugelegt - im Vergleich zur Ur-Variante DM7000. Die Neue ist der Traum vieler Sat- Nutzer, vor allem derer mit Computerwissen, und muss durch den moderaten Preis kein Traum mehr bleiben.

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