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Teil 3: So funktionieren Kamera-Automatikprogramme

5.8.2007 von Redaktion pcmagazin

ca. 3:25 Min
Ratgeber
  1. So funktionieren Kamera-Automatikprogramme
  2. Teil 2: So funktionieren Kamera-Automatikprogramme
  3. Teil 3: So funktionieren Kamera-Automatikprogramme

Beim Fotografieren von Landschaften ist meistens ein großer Schärfentiefebereich durch eine kleine Blende gefragt, damit die Szene möglichst über die gesamte Fläche scharf abgebildet wird.

So funktionieren Kamera-Automatikprogramme
Messreihe der Kodak EasyShare DX6340 mit eingestelltem Landschafts-Programm.
© Archiv

Die Konstrukteure von Nikon und Kodak können diese Forderung wegen des geringen Blendenumfangs der Objektive ihrer Kompaktkameras nicht optimal erfüllen. Hier haben besser ausgestattete Kameramodelle mit einem Blendenbereich von zum Beispiel 2,8 bis 16 deutliche Vorteile. Was allerdings besonders Nikon gut gelungen ist, ist die Berücksichtigung des stark zunehmenden Rauschens der CCD-Sensoren bei erhöhter Empfindlichkeit. Deshalb wird erst bei relativ schlechtem Licht auf die Maximalempfindlichkeit der Coolpix 3100 geschaltet, wenn die Belichtungszeit schon so lang ist, dass Freihandaufnahmen mit Sicherheit verwackelt sind.

Da der interne Blitz der Kameras auch dann nicht zugeschaltet wird – es ist in einer offen Landschaft ja auch unsinnig, einen Berg am Horizont anzublitzen – ist beim Fotografieren mit dem Landschafts-Programm Vorsicht geboten. Achten Sie beim Fotografieren unter schlechten Lichtverhältnissen auf die Anzeige der Belichtungszeit oder die Langzeitbelichtungs-Warnung, um sicher zu sein, keine verwackelten Fotos zu machen. Kontrollieren Sie Ihr Bild im Zweifelsfall sofort nach der Aufnahme am Display.

So funktionieren Kamera-Automatikprogramme
Messreihe der Nikon Coolpix 3100 mit eingestelltem Landschafts-Programm.
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Hilfreich ist es auch, wenn Sie Landschaften in Weitwinkelstellung des Objektivs aufnehmen. Dann bewirkt ungewolltes Verwackeln der Kamera weniger Unschärfe, weil sich der Winkel einer Bewegung relativ geringer auswirkt.

So funktionieren Kamera-Automatikprogramme
Die Landschafts-Programme arbeiten so, dass Sie Fotos mit einem möglichst großen Schärfentiefebereich machen.
© Archiv

Porträt-Programm

Porträtfotografen stellen meist eine überdurchschnittlich große Blende ein, um Personen vor unscharf abgebildetem Hintergrund zu fotografieren, was Freistellen genannt wird. Dadurch kann sich der Betrachter des Fotos auf das Wesentliche konzentrieren und wird zum Beispiel nicht von einer scharf abgebildeten Blumenvase hinter einem Kopf abgelenkt.

So funktionieren Kamera-Automatikprogramme
Messreihe der Kodak EasyShare DX6340 mit eingestelltem Porträt-Programm.
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Wie beim Landschafts-Programm ließ sich diese Taktik bei Kodak EasyShare DX6340 (die nur im Porträt-Programm auch ihre größte Blende von 2,2 automatisch einstellt) und Nikon Coolpix 3100 wegen des kleinen Blendenumfangs nur ansatzweise umsetzen, aber es ist in den Diagrammen erkennbar. Um den Unschärfe-Effekt für den Bildhintergrund zu verstärken, können Sie das Zoomobjektiv der Kameras in Telestellung bringen und aus größerer Entfernung fotografieren.

So funktionieren Kamera-Automatikprogramme
Messreihe der Nikon Coolpix 3100 mit eingestelltem Porträt-Programm.
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Dadurch nimmt die Schärfentiefe ab und das Freistellen gelingt trotz relativ kleiner Blende. Das Einstellen einer langen Brennweite für Porträtaufnahmen ist aber auch aus einem anderen Grund sinnvoll: Perspektivische Verzerrungen nehmen mit zunehmender Brennweite ab. Wenn ein Gesicht mit Weitwinkelobjektiv aus der Nähe fotografiert wird, ist es unförmig und wirkt im Extremfall wie eine Karrikatur mit großer Knollennase.

So funktionieren Kamera-Automatikprogramme
Porträt-Programme arbeiten mit einer überdurchschnittlich großen Blende, um das Freistellen des Motivs durch einen kleinen Schärfentiefebereich zu ermöglichen.
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Aus diesem Grund haben Porträtobjektive für Kleinbildkameras mindestens 85 mm Brennweite und auch Sie sollten die bei Porträts besonder auffällige Wirkung von Weit- und Telebrennweiten berücksichtigen.

So funktionieren Kamera-Automatikprogramme
Wenn dasselbe Motiv mit Landschafts-Programmen fotografiert wird, ist der Unterschied durch die kleinere Blende deutlich zu erkennen.
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Nacht-Programm

Nachtaufnahmen sind für Kompaktkameras eine extreme Herausforderung, weil sie meist lichtschwache Objektive haben. Deshalb müssen beim Nacht-Programm lange Belichtungszeiten verwendet werden und die Kurve der Belichtungszeit ähnelt der des Landschafts- Programms.

So funktionieren Kamera-Automatikprogramme
links: Messreihe der Kodak EasyShare DX6340 mit eingestelltem Nacht-Programm.rechts: Messreihe der Nikon Coolpix 3100 mit eingestelltem Nacht-Programm.
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Deutlich unterschiedliche Philosophien haben die Programme von Kodak und Nikon im Nacht-Modus bei der Empfindlichkeitssteuerung und dem Einsatz des Blitzes: Kodak lässt den Blitz der Easy- Share DX6340 ab derselben Helligkeit zuschalten, wie in den anderen Programmen und erhöht die Empfindlichkeit nicht über 140 ASA.

So funktionieren Kamera-Automatikprogramme
Diese Nachtaufnahme wurde mit dem Landschafts-Programm gemacht. Dadurch sind keine Details zu erkennen und das Foto ist durch die lange Belichtungszeit verwackelt.
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Dadurch wird das Bildrauschen begrenzt, das bei höheren Empfindlichkeiten besonders in dunklen Bereichen störend sichtbar wird. Bei der Coolpix 3100 wird der volle Empfindlichkeitsumfang genutzt und der Blitz ist automatisch immer zugeschaltet. Dadurch ist bei dieser Kamera das Nacht-Programm eine gute Möglichkeit, um für Aufnahmen bei hellem Licht schnell einen Aufhellblitz zuzuschalten. Anstatt ihn über das Menü für die Blitzbetriebsart einzustellen, wählt man einfach das Nacht-Programm.

So funktionieren Kamera-Automatikprogramme
Das Nacht-Programm sorgt durch Zuschalten des Blitzes und die Erhöhung der Sensorempfindlichkeit für ein deutlich besseres Ergebnis.
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Sport-Programm

Schnelle Bewegungen führen bei langer Belichtungszeit zu Bewegungsunschärfe und das Fokussieren ist schwieriger, als bei statischen Motiven. Deshalb wird über das Sport- Programm bewirkt, dass die Kamera eine kleine Blende (dadurch große Schärfentiefe, also weniger Probleme beim Scharfstellen) und kurze Belichtungszeiten verwendet, um Bewegungen einzufrieren. Beides sorgt dafür, dass weniger Licht auf den CCD-Sensor fällt, als bei den anderen Programmen.

So funktionieren Kamera-Automatikprogramme
links: Messreihe der Kodak EasyShare DX6340 mit eingestelltem Sport-Programm.rechts: Messreihe der Nikon Coolpix 3100 mit eingestelltem Sport-Programm.
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Um das zu kompensieren, wird die Sensorempfindlichkeit schon bei relativ hellem Licht erhöht. Das Sport-Programm ist dadurch in mehreren Bereichen das genaue Gegenstück des Porträt- Programms, bei dem mit durchschnittlicher Belichtungszeit, großer Blende und niedriger Empfindlichkeit gearbeitet wird. Die Sport- Programme von Nikon und Kodak unterscheiden sich deutlich darin, wie der Blitz eingesetzt wird.

So funktionieren Kamera-Automatikprogramme
Mit Programmautomatik oder Porträt-Automatik kommt es beim Fotografieren schnell bewegter Motive leicht zur Bewegungsunschärfe.
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Bei der Nikon Coolpix 3100 ist er standardmäßig ausgeschaltet, bei der Kodak EasyShare DX6340 wird er wie in den anderen Programmen eingesetzt. Beide Betriebsarten haben in der Praxis ihre Berechtigung. Denn in einer Entfernung, in der die Blitzhelligkeit noch zum Ausleuchten ausreicht (etwa bei einem Billardspiel aus der Nähe), ist das Zuschalten des Blitzes durchaus sinnvoll.

So funktionieren Kamera-Automatikprogramme
links: Messreihe der Kodak EasyShare DX6340 mit eingestelltem Sport-Programm.rechts: Messreihe der Nikon Coolpix 3100 mit eingestelltem Sport-Programm.
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Bei einem Fußball- oder Basketballspiel aber ist die Entfernung zum Geschehen so groß, dass der Blitz keine sichtbare Wirkung mehr hat. Stellen Sie deshalb die Blitzbetriebsart manuell um, wenn Sie wissen, dass das Sport-Programm in der jeweiligen Situation nicht optimal funktioniert.

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