Scharf, schärfer, HDTV

Teil 2: Vergleichstest: HDTV-Receiver für Satellitenempfang

8.8.2007 von Redaktion pcmagazin und Roland Seibt

ca. 3:05 Min
Ratgeber
  1. Vergleichstest: HDTV-Receiver für Satellitenempfang
  2. Teil 2: Vergleichstest: HDTV-Receiver für Satellitenempfang

Will man das neue Premiere-HD-Abo abschließen und dabei direkt einen HD-Receiver kaufen oder mieten, bietet Premiere dem Kunden den neuen Philips DSR 9005 an. Wir haben ihn bereits seit vier Monaten im Einsatz, warteten jedoch mit einem Test, bis grobe Schnitzer der Software ausgemerzt wurden. So hatte anfangs der CI-Schacht keine Funktion gezeigt, was von vielen unbemerkt blieb. Jetzt ist alles im grünen Bereich, muss es auch, denn der Verkauf läuft auf vollen Touren.

Philips DSR 9005
Philips DSR 9005
© Archiv

Mit den kompakten Abmessungen und der Frontklappe im Alu-Look wirkt der DSR 9005 besonders hochwertig und macht neben dem HD-Flachbildschirm eine gute Figur. Auch an die Integration in Heimkinoanlagen hat Philips gedacht und dem Receiver einen zusätzlichen elektrischen Digitalausgang spendiert. In High-End-Anlagen bringt er meistens einen deutlich besseren Klang als sein optischen Bruder, der oft mit Billigdioden sowie Plastikleitungen als Lichtleiter realisiert wird.

Fernbedienungen der Testkandidaten
Die Fernbedienungen der Testkandidaten
© Archiv

Philips setzt empfangstechnisch nicht auf Sperenzien. Es gibt nur DiSEqC 1.0 für maximal vier Satelliten. Damit sind 95 Prozent der in Deutschland installierten Anlagen zufrieden. Wirkliche Sat-Begeisterte werden damit allerdings nicht glücklich - genauso wenig wie mit dem empfangsschwächsten Tuner im Vergleichstest. Dafür erkennt der Philips die installierte Satellitenanlage (Einzel-LNB bis 4-Sat-DiSEqC) vollautomatisch - das funktionierte mit unsererm Referenz-Kino (DiSEqC 1.0 Astra/Eutelsat) auf Anhieb. Die automatische Sendersuche klappt bei Standardanlagen gut, Profisuche und Sortieren der über 2000 Digitalsender ist jedoch extrem nervend und Zeit raubend. Philips hat den DSR 9005 offensichtlich für Einsteiger sowie Premierekunden entworfen, die nicht alle Optionen des Sat-Empfangs ausprobieren wollen. Dafür kann er durch automatische Wahl der HDMIAuflösung und gleichzeitige Unterstützung von 4:3-Pillarbox und -Zoom bei den Bildoptionen mehr als die Konkurrenten.

Testergebnisse
Alle Testergebnisse auf einen Blick
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Insgesamt bietet der Philips durch hohe Schärfe, saubere Farbverarbeitung und ruhige Pixelglättung ein besonders homogenes und angenehmes Bild. Dies lässt sich durch die Lip-Sync-Funktion sogar wieder auf allzu lange rechnenden Fernsehgeräten zum Ton der Heimkinoanlage synchronisieren. Auch ist lobenswert, dass Philips neben dem HDMI-Kabel direkt einen Adapter auf DVI beilegt. Viele Projektoren und TV-Geräte nutzen diese Buchse als Erst- oder Zweit-Digitalbildeingang. Ebenfalls ein Lichtblick in der gesamten Sat-Branche ist es, dass Philips dem DSR 9005 eine bewährte Multifunktionsfernbedienung beilegt, mit der Hunderte von Modellen in fünf Gerätekategorien gesteuertwerden können.

Wertung: Philips DSR 9005
Testurteil DSR 9005
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Topfield TF7700 HSCI - der Besondere

Der Satellitenspezialist Topfield setzt in dem neuen TF7700 HSCI sein bewährtes Receiverkonzept erfolgreich in die HD-Welt um. Das Gerät basiert auf einem Linux-Betriebssystem, doch im Gegensatz zu einem anderen Hersteller legt Topfield nicht direkt die komplette Software offen und lässt die Hackerszene weiterhin arbeiten. Versierte Programmierer können mit Hilfe einer Befehlsumgebung Erweiterungen für die Topfield-Boxen entwickeln. Dadurch könnte es neben besseren EPG-Varianten oder Spielen (von denen bereits einige integriert wurden) bald weitere interessante Ergänzungen geben, welche beispielsweise als Media-Player den USB-Eingang nutzen und Digitalfotos darstellen könnten (mehr unter www.topfield.cc.).

Topfield TF7700 HSCI
Topfield TF7700 HSCI
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Die neue Topfield-Box ist ein Knüller. Ihr Tuner holt die HD-Programme aus so schlechten Empfangssituationen wie kein zweiter. Volle 7 Dezibel (db) ist der Empfang empfindlicher als bei der Philips-Box - das bedeutet mehr als die doppelte Güte. Auch beim Umschalten von SD- auf HD-Sender zeigt der Tuner Referenzverhalten: Es dauert kaum länger als der einfache Transponderwechsel. Dass sämtliche Eventualitäten exotischer Satellitenanlagen bei Topfield berücksichtigt wurden, ist Ehrensache. Sowohl Einkabellösungen als auch Rotorsteuerungen werden unterstützt.

SmartCard- Schacht
Auch beim Topfield ist ein ungenutzter SmartCard- Schacht in der Gussform des Gehäuses vorhanden.
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Das Handling mit der gegenüber Vorgängermodellen deutlich vereinfachten Fernbedienung funktioniert leicht und schnell. Die Menüs sind nicht schön, aber zweckorientiert und sinnvoll sortiert. Der EPG bietet keine Multisenderübersicht, dafür aber die aktuelle Sendung im Minifenster und gleichzeitig Detailinfos zum selektierten EPG-Eintrag – andere EPG-Varianten sind für die kleineren Brüder jetzt schon als Applikation nachladbar. Es sind neben dem hervorragenden Tuner vor allem diese Offenheit für neue Möglichkeiten und die Nutzung der USB-Buchse – erst für Firmware-Updates –, die dem Topfield diesmal zum sehr knappen Gesamtsieg verhelfen.

Wertung: Topfield TF7700 HSCI
Testurteil TF7700 HSCI
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Fazit

Es hätte knapper kaum sein können. Nur wenige Punkte trennen die Ergebnisse unserer Probanden. Gerade bei solchen Kopf-an-Kopf- Rennen muss man genau hinsehen, welche Features man wirklich braucht - vor allem, da die Geräte fast gleich teuer gehandelt werden. Dabei machen die Premiere-Boxen eine besonders gute Figur, da hier derMehrpreis für ein CI-Modul entfällt – und Premiere stellt den Großteil der interessanten HD-Ausstrahlungen Deutschlands. Das neue HD-Angebot von Premiere sollte sich wirklich jeder Heimcineast jetzt leisten.

Daten und Messwerte
Daten und Messwerte
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