Strom sparen

Schaltbare Steckdosen - Technik und Modelle im Überblick

17.8.2022 von Tim Kaufmann

Schaltbare Steckdosen sparen Strom und bringen Komfort. Wir sagen, welche Möglichkeiten zur Einbindung ins Smarthome es gibt und zeigen empfehlenswerte Modelle.

ca. 5:55 Min
Ratgeber
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Mit der richtigen Steckdose reduzieren Sie Ihren Verbrauch!
Mit der richtigen Steckdose reduzieren Sie Ihren Verbrauch!
© Dmitry / Adobe Stock

Allem technischen Fortschritt zum Trotz gibt es sie immer noch: Geräte, die im Standby einige Watt Strom ziehen und damit die Stromrechnung unnötig in die Höhe treiben. Mit einer schaltbaren Steckdose bereiten Sie dem Spuk ein Ende. Diese klemmen Sie zwischen die Steckdose in der Wand und den Verbraucher. Indem Sie die schaltbare Steckdose ausschalten, bereiten Sie dem Standby-Verbrauch ein Ende. Binden Sie die Steckdose in ein Smarthome-Steuersystem ein, dann sind sogar Automationen möglich - von der Gartenbewässerung bis zur Weihnachtsbeleuchtung.

Hier lohnen sich schaltbare Steckdosen

Wann sich eine schaltbare Steckdose lohnt, hängt davon ab, welchen Standbyverbrauch Sie damit einsparen (Watt mal Stunden), außerdem vom Strompreis pro Kilowattstunde (kWh) und vom Preis der Steckdose. Als Beispiel dient ein Smarthome-Lautsprecher mit einem Standby-Verbrauch von 5,5 Watt. Üblicherweise wird er nur morgens und Abends genutzt und ist dadurch 16 Stunden täglich im Standby. Die schaltbare Steckdose verbraucht ein halbes Watt, was die Ersparnis auf 5 Watt reduziert. Auf ein ganzes Jahr bezogen entspricht das

  • ​ 5 Watt x 16 Stunden täglich x 365 Tage = 29.200 Wattstunden

Das entspricht 29,2 Kilowattstunden. Legt man einen Preis von 40 Cent/kWh zugrunde, dann ergeben sich jährliche Standby-Kosten in Höhe von 11,68 Euro. Schaltbare Steckdosen sind schon zum Stückpreis von 10 Euro erhältlich. Die Anschaffung rechnet sich also schon im ersten Jahr. Wer die Rechnung mit anderen Werten nachvollziehen möchte, der wird mit den Suchbegriffen "Standby Rechner" fündig, zum Beispiel hier. In Form des Energiekosten-Rechners gibt es selbstverständlich auch eine App dafür, kostenlos für Android und iPhone.

Bleibt die Frage, wie man den Standby-Verbrauch am besten ermittelt? Am schnellsten geht das mit einem einfachen Stromverbrauchszähler für etwa 20 Euro. Die meisten Geräte weisen einen konstanten Standby-Verbrauch auf. Hier reicht es, wenn Sie den Verbrauchszähler für ein paar Sekunden zwischen die vorhandene Steckdose und den Verbraucher klemmen. Dann lesen Sie den Verbrauch in Watt ab und füttern anschließend den Standby-Rechner mit diesem Wert. Bei Geräten mit schwankendem Verbrauch schließen Sie den Verbrauchszähler über einen längeren Zeitraum an.

Darauf müssen Sie beim Kauf achten

Dass auch die schaltbaren Steckdosen selbst Strom verbrauchen, haben wir in der Beispielrechnung bereits grob berücksichtigt. Wer besonders präzise rechnen möchte, der muss wissen: Der Standby-Verbrauch der schaltbaren Steckdosen schwankt modellabhängig zwischen etwa 0,1 und 1 Watt. Eingeschaltet verbrauchen die Geräte zwischen 0,6 und 2,9 Watt. Je nach Schaltzeiten wirkt sich das erheblich auf die Rentabilitätsberechnung aus. Im Smarthome-Blog finden Sie eine Übersicht des Verbrauchs verschiedener Modelle. Ist "ihr" Gerät dort nicht zu finden, dann können Sie es mit dem oben erwähnten Stromverbrauchszähler einfach selbst durchmessen.

Steckdosen in Wohnräumen sind üblicherweise mit einer 16-Ampere-Sicherung abgesichert. Multipliziert mit der üblichen Spannung von 230 Volt errechnet sich eine maximale Leistung von 3.680 Watt. Verbraucht ein angeschlossenes Gerät mehr, dann fliegt die Sicherung raus. Viele schaltbare Steckdosen halten weniger aus, häufig nur 2.200 Watt. Achten Sie deshalb darauf, dass die maximale Last der Steckdose deutlich über der des angeschlossenen Geräts liegt. Hängen Sie mehrere Geräte über eine konventionelle Steckdosenleiste hinter die schaltbare Dose, dann ist die Gesamtlast entscheidend. Das gilt auch für die ebenfalls erhältlichen Steckdosenleisten mit mehreren einzeln schaltbaren Ausgängen.

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Als wichtig für die Kaufentscheidung erachten wir auch die Größe der schaltbaren Steckdose. Ein allzu klobiges Gerät kann dazu führen, dass Sie einen Schrank nicht mehr zurück an die Wand schieben können. Außerdem versperren übermäßig groß bemessene Geräte benachbarte Steckdosen, insbesondere in Steckdosenleisten.

Schaltbare Steckdosen im Smarthome

Die Zeiten, in denen Steckdosen über Fernbedienungen oder gar durch Händeklatschen geschaltet werden, sind lange vorbei. Moderne schaltbare Steckdosen lassen sich per App steuern. Einige Modelle bieten Zusatzfunktionen wie die Steuerung per Timer und die Messung des Stromverbrauchs des angeschlossenen Geräts. Die Konfiguration beziehungsweise Darstellung der Messwerte fällt dann ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich der App.

Die Abhängigkeit von der zugehörigen App ist der Schwachpunkt vieler Steckdosen. Je nach Qualität der App fällt schon die Inbetriebnahme schwer. Verliert der Hersteller das Interesse an der App oder verschwindet er gar vom Markt, dann lässt sich die Dose über kurz oder lang nicht mehr fernbedienen. Im schnellen Smarthome-Markt, bei dem vor allem chinesische Anbieter kommen und gehen, ist das keine Seltenheit. Der Einschaltknopf, den viele Steckdosen aufweisen, ist da nur ein schwacher Trost.

Wir raten deshalb zum Kauf bei bekannten, etablierten Anbietern. So steigt die Wahrscheinlichkeit für dauerhaften Spaß am Kauf. Noch besser sind Geräte, die wenigstens einen der großen Smarthome-Standards unterstützen, nämlich Alexa Smarthome, Apple HomeKit oder Google Home. Das gewährleistet die dauerhafte Verfügbarkeit zumindest der Grundfunktion "Ein- und Ausschalten".

In Zukunft könnte Matter als herstellerübergreifender Standard relevant werden. Ihn sollen nicht nur Amazon, Apple und Google, sondern auch viele andere Hersteller unterstützen. Bis es soweit ist bietet die Steuerungs-Software Tasmota ein gewisses Maß an Vereinheitlichung und Zukunftssicherheit, zumindest für technisch versierte Nutzer. Sie lässt sich auf ausgewählten Steckdosen verschiedener Hersteller installieren. Dadurch werden diese kompatibel zu alternativen Smarthome-Systeme, zum Beispiel Home Assistant und Symcon. Es ist allerdings nicht leicht, Steckdosen mit einem für Tasmota notwendigen Espressif-Chipsatz zu ergattern und die Software zu installieren. Eine Abkürzung stellt der Kauf einer Steckdose mit vom Hersteller vorinstalliertem Tasmota dar.

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Empfehlenswerte Geräte

Sehr günstig ist die Meross Smart WLAN Steckdose. Ein Viererpack kostet nur wenig mehr als 40 Euro. Nach unserer Beobachtung etabliert sich Meross seit etwa drei Jahren als Hersteller entsprechender Geräte auf Amazon. Die maximale Last dieses Modells liegt bei 3.680 Watt. Alexa und Google Home werden unterstützt. Die Variante für Apple Homekit ist mit über 60 Euro für das Viererpack teurer.

Die IKEA TRÅDFRI Steckdose fällt durch ihren besonders niedrigen Stromverbrauch auf. Weil die Ansteuerung per Zigbee-Funkprotokoll erfolgt, benötigen Sie aber ein TRÅDFRI Steuergerät sowie eine entsprechende Bridge. Als solche eignet sich neben IKEAs TRÅDFRI Gateway auch die Philips Hue Bridge, die in vielen Haushalten bereits vorhanden ist. Die Steckdose selbst ist recht voluminös, kostet aber auch nur gut 13 Euro und verträgt eine Last von 3.840 Watt.

Ebenfalls per Zigbee und alternativ per Bluetooth wird die Philips Hue Smart Plug gesteuert. Sie ist ähnlich sparsam wie IKEAs TRÅDFRI Steckdose, aber deutlich schlanker. Dafür kostet sie mit etwa 25 Euro auch mehr und die maximale Last liegt bei nur 2.300 Watt. Bei der Steuerung per Bluetooth sinkt die Funkreichweite, aber Sie können auf die Zigbee-Bridge verzichten. Philips Hue ist kompatibel zu den Smarthome-Systemen von Amazon, Apple und Google und wird auch von vielen alternativen Systemen unterstützt.

Der myStrom Wi-Fi Switch ist kompatibel zu Alexa Smarthome, Apple HomeKit und Google Home. Die Ansteuerung erfolgt per WLAN. Das Gerät ermöglicht auch die Messung des Stromverbrauchs, die Steuerung per Timer und es enthält einen Temperatursensor. Mit etwa 43 Euro ist die myStrom-Steckdose teuer. Die maximale Last liegt bei 3.680 Watt.

Wenn Sie in Ihrem Smarthome bereits eine FRITZ!Box betreiben, dann sind auch die AVM FRITZ!DECT 200 beziehungsweise die Outdoor-Variante AVM FRITZ!DECT 210 eine Überlegung wert. Preislich spielen diese Modelle zwar ebenfalls in der Oberklasse, doch die bequeme Einbindung in die FRITZ!Box mag das wert sein.

Unser Favorit unter den Steckdosen mit vorinstalliertem Tasmota ist derzeit der Athom Tasmota EU Plug V2 (Artikel Nummer PG01V2-EU16A-TAS-1). Das kompakte Gerät verkraftet zwar nur 2.200 Watt, aber das ist auch der einzige Schwachpunkt, den wir bislang entdeckt haben. Die Ansteuerung per WLAN funktioniert flott, die Einbindung ins Smarthome gelang auf Anhieb. Auch die Messwerte zum Stromverbrauch werden dabei übertragen. Timer lassen sich über die integrierte Web-Oberfläche von Tasmota konfigurieren. Am günstigsten ist der Kauf über Aliexpress. Dort kostet eine Dose etwa 10 Euro zzgl. Versand.

Eine der wenigen schaltbaren Steckdosenleisten ist die Meross MSS425FHKVC. Sie bietet vier einzeln schaltbare Steckdosen und unterstützt laut Hersteller die Smarthome-Systeme von Amazon, Apple und Google. Die maximale Last fällt mit 2.400 Watt vergleichsweise mager aus. Dafür kostet die Leiste mit etwa 40 Euro auch nur in etwa so viel wie vier günstige Einzelgeräte.

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